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23. September 2011, 07:02 Uhr

Ahmadinedschad sorgt für Empörung

Die Rede von Mahmud Ahmadinedschad wurde mit Spannung erwartet. Weniger, weil man erhellende Antworten vom iranischen Präsidenten erwartete, mehr wegen der Reaktion der anderen. Und richtig: Ahmadinedschad hat wieder für einen Eklat bei den UN gesorgt.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den Westen für alle Übel dieser Welt verantwortlich gemacht und damit wieder einmal einen Eklat bei den Vereinten Nationen ausgelöst. Delegationen Dutzender Staaten, auch Deutschlands, verließen demonstrativ den Saal, als Ahmadinedschad den Holocaust als Ausrede für Zahlungen an Israel bezeichnete und vom "Massenmord" an Palästinensern sprach.

"Wirkliche Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Glück sind das Recht aller Nationen. Das kann nicht von der Arroganz und den Gewehrläufen der Nato unterdrückt werden", sagte er. Die Medien seien unter einer "imperialistischen Knechtschaft und schweigen jeden tot, der den Holocaust und die Ereignisse des 11. Septembers 2001 infragestellt." Vor einem Jahr hatte Ahmadinedschad für einen ähnlichen Eklat gesorgt, als er behauptete, die Amerikaner hätten die Anschläge, bei denen fast 3000 Menschen starben, selbst inszeniert. In diesem Jahr wiederholte er diese Anschuldigungen.

Minutenlange wirre Fragestunde

"Einige europäische Länder nutzen jetzt noch, nach sechs Jahrzehnten, den Holocaust als Ausrede, die Zionisten in Israel mit Geld zu versorgen", sagte der Iraner. Ansonsten stellte er minutenlang Fragen, die die Geschichte aus seiner Sicht umfassten: "Wer hat den Ersten und Zweiten Weltkrieg ausgelöst, die Kriege in Korea und Vietnam und den Massenmord an den Palästinensern? ... Welches Land gibt 1000 Milliarden Dollar für Rüstung aus, dominiert die Weltwirtschaft und ist für deren Krise verantwortlich. ... Wer wirft Bomben, versorgt aber nicht die Hungernden in Somalia?" Er empfahl zugleich eine neue Weltordnung. Erlösung von Tyrannei und Diskriminierung könne nur Allah bringen.

Menschenrechtsverbände empört

Während der Präsident der Vollversammlung, Nassir Abdulasis Al-Nasser aus Katar, Ahmadinedschad nach der Rede herzlich umarmte, demonstrierten vor dem Gebäude Dutzende Exil-Iraner. Empörung kam auch von Menschenrechtsverbänden. "Während Ahmadinedschad die Welt belehrt, werden abweichende Meinungen in seinem Heimatland brutal unterdrückt", erklärte Human Rights Watch. "Nicht erwähnt hat er, dass nur einen Tag zuvor in seinem Land ein 17-Jähriger öffentlich gehenkt wurde."

Vom Simon-Wiesenthal-Center hieß es, dass die "schockierende Rede" dem letzten die Augen geöffnet haben müsse. "Das unterstreicht, wie viel mehr gefährlich eine Welt mit einem atomar bewaffneten Iran wäre." Die Gruppe UN Watch zitierte Ahmad Batebi, der über Jahre in einem iranischen Gefängnis gefoltert worden sei. "Mir wird übel und ich bin empört, wenn ich Ahmadinedschads Worte höre."

kng/DPA
 
 
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