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24. November 2007, 19:41 Uhr

Kasparow bei Anti-Putin-Demo verhaftet

Mehrere tausend Menschen haben eine Woche vor der Parlamentswahl in Russland gegen Präsident Wladimir Putin demonstriert. Auch der frühere Schachweltmeister und Kremlkritiker Garry Kasparow nahm an der Kundgebung teil - und wurde festgenommen.

Der frühere Schachweltmeister Garry Kasparow wird bei einer Demonstration gegen Waldimir Putin festgenommen© DPA

Eine Woche vor der Parlamentswahl in Russland ist der frühere Schachweltmeister Garry Kasparow während einer Demonstration der Opposition in Moskau festgenommen worden. An der Kundgebung gegen Präsident Wladimir Putin beteiligten sich mehrere tausend Menschen. Eine Mitarbeiterin Kasparows sagte, der Oppositionspolitiker sei von Polizisten auf den Boden geworfen und geschlagen worden. Auch der Vorsitzende der National-Bolschewistischen Partei, Eduard Limonow, wurde festgenommen.

Festnahmen beim "Marsch der Andersdenkenden"

Kasparow wurde nach seiner Festnahme einem Richter vorgeführt und beschuldigt, eine nicht genehmigte Protestaktion organisiert und sich seiner Festnahme widersetzt zu haben. Nach dem "Marsch der Andersdenkenden" auf dem Sacharow-Prospekt versuchten etwa 150 Menschen, überwiegend jugendliche Anhänger Limonows, die Absperrungen zu durchbrechen und zum Sitz der Zentralen Wahlkommission zu ziehen. Die Polizei nahm mehrere Dutzend Demonstranten fest. Kasparow wurde festgenommen, als er sich persönlich einen Eindruck von der Situation verschaffen wollte.

Die Kundgebung war von den städtischen Behörden genehmigt worden, allerdings wurde den Demonstranten untersagt, zur Wahlkommission zu marschieren. "Für das Putin-Regime ist unser Land nur eine Quelle der Bereicherung", sagte Kasparow vor seiner Festnahme. Der Demonstration hatten sich auch prominente Politiker angeschlossen, die sich in der Vergangenheit von Kasparows Oppositionsblock distanziert hatten. Der langjährige unabhängige Parlamentsabgeordnete Wladimir Rischkow sagte, ihn habe das Gefühl der Empörung hergeführt. Rischkow darf bei der Parlamentswahl am 2. Dezember nach neuen Vorgaben nicht mehr antreten.

AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Oluja (26.11.2007, 11:24 Uhr)
Vor der eigenen Haustüre kehren,
denn wo ist denn unsere freiheitliche Demokratie hin?, war jemand von euch shcon mal auf einer G8 Demo?, da wird friedlicher Wiederstand nicht minderbrutal unterdrückt und niedergeknüppelt, lediglich nicht so offen wie in Russland.
Russland ist nur bedingt Demokratisch, aber auch nicht besonders viel shclimmer als unsere Pseudodemokratie bei der das Volk real betrachtet fast GARNICHTS entscheiden darf und kann und jeder der sich im Protest organisiert wird schon im Vorfeld kriminalisiert, ist das Demokratie wie sie einst gedacht war???.
Raufbold (25.11.2007, 13:12 Uhr)
Hätte Kasparow weiter Schach gespielt,
hätte er vielleicht mehr Erfolg gezeitigt. Er geht aber in die Politik, ohne zu bedenken, dass noch einen Georgier Russland nicht braucht. Russland braucht keine Andersdenker, keine Schwule und sonstige Perverse...sie haben dort keine Chance
Lafontaine (25.11.2007, 10:41 Uhr)
Putin hat Kasparow nicht ins Gefängnis geschickt
Hier entsteht manchmal der Eindruck, dass Putin Kasparow ins Gefängnis geschickt hätte. Tatsächlich aber wurde Kasparow durch einen russischen Richter zu der Haftstrafe verurteilt.
Auch hätte Putin es nicht verhindern können, dass Kasparow verurteilt wird. Die Judikative ist in Russland (wie in anderen Staaten auch) von der Legislativen getrennt.
Wenn man in Deutschland gegen Merkel protestiert und Gesetze und Auflagen nicht beachtet, wird man hier auch bestraft. Eigenartig wäre es allerdings, wenn dann im Ausland ein Zusammenhang zwischen der Bestrafung und dem Inhalt der Demonstration konstruiert würde.
Inselgraf (25.11.2007, 07:49 Uhr)
Von wegen Demokrat
So zeigt Putin nun sein wahres Gesicht und von wegen Demokratie, wie Schröder mal behauptet hatte. Aber vielleich wird er es auch noch mal merken, wenn es um weiteres Geld geht, denn das möchte Putin wohl nicht teilen.Aber es war mal interessant, im Fernsehen die Kumpanen von Putin handeln zu sehen und wie sie die Prostestler behandelt haben.
Strom.Berndberg (25.11.2007, 02:51 Uhr)
-
ob putin, berlusconi oder bush; menschen die die welt nicht braucht. aber solange das geld regiert, regieren ach solche "menschen". :/
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