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16. Juli 2009, 09:01 Uhr

Trotz Fleiß kein Preis für Hillary

Seit Hillary Clinton US-Außenministerin unter Barack Obama ist, verschwindet sie zunehmend aus dem Blickfeld. Für Krisenherde wie den Iran gibt es im Weißen Haus Spezialberater - sie sind dem Präsidenten allesamt näher als die Ex-First-Lady. Nun zieht sie ihre Halbjahresbilanz. Von Katja Gloger

 
Clinton, Hillary Clinton, Barack Obama,

Auf die Frage, welche Aufgabe sie habe, eierte Hillary Clinton herum und antwortete mit "Chef-Diplomat"© Mark Wilson/Getty Images

Wozu Ellenbogen in der Politik so herhalten müssen: Meistens werden sie eingesetzt, um Konkurrenten auf dem Weg nach oben beiseite zu räumen. In diesem Fall aber dienen sie als Entschuldigung bei Abwesenheit. Genauer gesagt: Es handelt sich um einen gebrochenen rechten Ellenbogen, und er gehört der, neben Madonna, wohl berühmtesten Frau der Welt: Hillary Rodham Clinton, Ex-First Lady, Ex-Senatorin, Ex-Präsidentschaftskandidatin, zurzeit Außenministerin der USA.

Das Gelenk brach sie sich ausgerechnet, als sie auf dem Weg ins Weiße Haus ausrutschte. Seitdem hält der Cubitus her, wenn sie wichtige Treffen absagt: so wie gerade auch Obamas außenpolitische Wandertour nach Moskau, Italien und Ghana.

Offenbar hat sie da nicht viel verloren. Obama lässt keinen Zweifel: Der Präsident ist der Chef. Der Präsident macht die Außenpolitik. Und dieser Präsident heißt eben Barack Obama.

Zwölf Länder in sechs Monaten

In den ersten sechs Monaten seiner Amtszeit besuchte er schon mehr als ein Dutzend Staaten (Bush kam in der gleichen Zeit gerade mal auf drei). Dabei hielt er Reden von historischer Bedeutung, befreit jetzt gerade die Welt von der Geisel der Atomwaffen, und First Lady Michelle verzückt ohnehin Millionen.

Und schon fragt sich die Nation, mal besorgt, mal hämisch: Was macht eigentlich Hillary Clinton?

Müde sieht sie aus, die Haare schreien nach einem Friseur, und sie macht das, was sie meistens macht: Sie arbeitet hart. Seit Jahrzehnten verheiratet mit einem unberechenbaren politischen Superstar, der Entscheidungen aus dem Bauch fällte und lieber Saxophon spielte anstatt Akten zu studieren, bestand sie gegenüber Bill stets mit eiserner Disziplin und ihrer puritanischen Arbeitsethik. Sie wusste immer mehr als die anderen, war immer besser informiert, hatte immer alle Akten gelesen und die Vermerke dazu. So hatte sie ja auch ihre Karriere im Senat begonnen. Ein fleißiges Lieschen, immer gut vorbereitet, so arbeitete sie sich nach oben. "Ich bin ein Arbeitstier", sagte sie einmal, "ich habe das Verantwortungs-Gen."

Ihre außenpolitische Erfahrung war ungefähr so groß wie von Obama - nahe Null. Seit sechs Monaten frisst sie sich nun diszipliniert durch unliebsame Themen. Verhandelt komplizierte Details zur Kuba-Politik, die niemand versteht. Trifft sich mit dem gestürzten Präsidenten von Honduras, gerade geht es um den Bau einer Strasse entlang der kanadischen Grenze.

Clintons erste Grundsatzrede

Immerhin: Am Mittwoch hielt sie eine außenpolitische Grundsatzrede, eine Art Halbjahresbilanz. Als zentrales Thema hatte sie sich den Iran ausgesucht und vorsichtige Gesprächsbereitschaft mit dem Mullah-Regime signalisiert. "Die Zeit zu handeln ist jetzt. Die Möglichkeit dazu wird nicht ewig offenstehen", sagte Clinton vor dem renommierten Washingtoner Außenpolitik-Institut Council of Foreign Relations.

Zugleich verurteilte die Außenministerin das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten nach den Präsidentenwahlen im Iran als "bedauerlich und inakzeptabel". "Weder der Präsident noch ich haben irgendwelche Illusionen, dass ein direkter Dialog mit der Islamischen Republik einen Erfolg garantiert", sagte Clinton. Allerdings sei es auch falsch anzunehmen, dass die Ablehnung eines Gesprächs eine Bestrafung darstelle. "Solange eine Einbindung der iranischen Führung der Förderung unserer Interessen und Werte nützt, wäre es nicht weise, sie vom Tisch zu nehmen."

Katja Gloger

Katja Gloger Die Wirtschaftskrise hat eine Welt fest im Griff, die auch ohne sie vor einer Neuordnung steht. Vor allem seit Barack Obama ins Weiße Haus eingezogen ist. Wie Amerikas Präsident die Welt verändern will, wer in Russland um die Macht kämpft, warum China das 21. Jahrhundert bestimmen könnte und worüber die Mächtigen dieser Erde hinter den Kulissen sonst noch rangeln, darüber schreibt stern-Autorin Katja Gloger in der stern.de-Kolumne "Was die Welt bewegt". Katja Gloger hat als Korrespondentin jahrelang für den stern aus Washington und Moskau berichtet.

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KOMMENTARE (7 von 7)
 
AquaeMattiacorum (16.07.2009, 13:22 Uhr)
Ouagadugou ist doch weniger ein Land ) hat es denn überhaupt eine LANDebahn? ),
denn ein lustiger Schlachtruf unseres Schulden-Peers. Und Liechtenstein steht schon länger im Schwarzgeld-Fokus der USA. Im Unterschied zu ihrem Mann kann Hillary nur schwer positive Emotionen wecken, sie wirkt immer so angestrengt und oft unnatürlich. Diese Defizite werden überdeutlich im Vergleich zu ihrem Präsidenten.
HolloIncut (16.07.2009, 12:11 Uhr)
Wenn man nicht jeden Tag ...
in den Medien ist um irgendwas von sich zu geben, ist man in den augen derselbigen immer gleich weg von fenster.
ist ja auch für stern und spiegel nicht leicht jeden tag ne schlagzeile abzuliefern.
MRP66 (16.07.2009, 11:47 Uhr)
Gott sei Dank!
Kann man nur sagen. Warum diese neurotische Frau auf das Abstellgleis geschoben wurde, liegt wohl an Ihrem Verhalten. Wer viel mit Amerikanern zu tun hat und den Namen Hillary erwähnt, erntet entweder ein bemitleidenedes Lächeln oder Entrüstung. Sie hat Ihr politisches Grab selbst geschaufelt und wäre auch ganz ohne Obama nach hinten durch geschoben worden. Sie ist einfach untragbar, hat sich zuviel geleistet, hat einige politische Skandale auf dem Buckel und gilt unter Amerikanern als unehrlich, arrogant und verschroben. Selbst auf Youtube ist sie hauptsächlich als Witzfigur zu sehen, gespickt mit Ihren Skandälchen.
Einfach mal auf Youtube Hillary eingeben, dann ergibt sich eine lange Liste mit interessanten Videos aus dem Leben von Hillary.
sandraberlin (16.07.2009, 11:29 Uhr)
Ouagadugou, Luxemburg und Liechtenstein ......
....sind Länder, die der US-amerikanischen Politik noch nicht Gewahr wurden. Warum reist Frau Clinton nicht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in diese drei Territorien und stellt so den Präsidenten in den Schatten (=Wortspiel)
Henning100 (16.07.2009, 11:02 Uhr)
Tja, liebe Hillary,
das haettest Du Dir doch vorher ausrechnen koennen, dass der Dich aufs Abstell-Gleis abschiebt. Aber wofuer hast Du eigentlich Ellbogen? Warst doch frueher nicht so zimperlich !! Also, zeig denen mal, wo es lang geht. Viel Glueck dabei, son st geht Dein Stern unter....
raptor-xl (16.07.2009, 10:12 Uhr)
obama ist allgegenwertig
...wer kennt da den verteidigungsminister?
ein mann- eine bühne - eine show... der rest besteht aus statisten.
DonFuego (16.07.2009, 09:46 Uhr)
Vielleicht...
...hätte sie ihm im Wahlkampf doch nicht so überzogen lange ans Bein pinkeln sollen.
Was die Welt bewegt

Worüber die Mächtigen dieser Erde hinter den Kulissen rangeln, darüber schreibt stern-Autorin Katja Gloger in der Kolumne "Was die Welt bewegt"

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