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AfD legt trotz umstrittener Höcke-Äußerungen zum Holocaust-Mahnmal zu

Der AfD-Politiker Björn Höcke nannte das Berliner Holocaust-Mahnmal ein "Denkmal der Schande". Schadet das den Umfragewerten seiner Partei? Nein - die AfD kann im stern-RTL-Wahltrend sogar zulegen.

Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke muss die Partei trotz seiner umstrittenen Aussagen zum Holocaust-Mahnmal nicht verlassen. Umstritten ist er innerhalb der AfD dennoch.

Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke muss die Partei trotz seiner umstrittenen Aussagen zum Holocaust-Mahnmal nicht verlassen. Umstritten ist er innerhalb der AfD dennoch.

Die Debatte um die Dresdner Rede des AfD-Politikers Björn Höcke, der am Dienstag vergangener Woche das Berliner Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande" bezeichnete, hat der Partei bislang nicht geschadet. Im Gegenteil: Die AfD konnte sich im stern-RTL-Wahltrend sogar um einen Prozentpunkt verbessern auf 12 Prozent. Für Forsa-Chef Manfred Güllner ist das ein weiterer Hinweis darauf, "dass eine große Mehrheit der derzeitigen AfD-Anhänger rechtsradikale Positionen wie die von Höcke durchaus teilt".

Im Vergleich zur Vorwoche büßt die Union aus und CSU einen Punkt ein auf 37 Prozent, die SPD bleibt weiterhin bei 21 Prozent. Die Grünen legen um einen Punkt zu auf 10 Prozent, die Linke verharrt nach wie vor bei 9 Prozent, und die FDP behauptet ihre 6 Prozent. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen 5 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 26 Prozent.

Björn Höcke innerhalb der AfD umstritten 

In einer weiteren Umfrage ermittelte das Forsa-Institut im Auftrag des stern, wie die Deutschen die Äußerungen des thüringischen AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke bewerten, die für Empörung über alle Parteigrenzen hinweg gesorgt hatten. Eine Mehrheit von 62 Prozent aller Bundesbürger meint, Höcke habe sich mit seinen radikalen Parolen endgültig als Sympathisant des Nationalsozialismus zu erkennen gegeben – darunter auch 23 Prozent der AfD-Anhänger. Dass Höcke damit Nazi-Gedankengut verbreitet habe, finden überdurchschnittlich viele Ältere über 60 (68 Prozent) und Anhänger von Linkspartei (77 Prozent) und Grünen (74 Prozent). 30 Prozent aller Befragten teilen diese Meinung nicht.

Mit "sorgfältig geplanten Provokationen", wie es in einem Strategiepapier heißt, will die andere Parteien zu unfairen Reaktionen verleiten, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dass die Medien trotzdem weiter diese gezielten Tabubrüche aufgreifen sollten, fordern 57 Prozent der Deutschen, 39 Prozent aber meinen, sie sollten auf derartige Provokationen nicht eingehen. Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) ist der Auffassung, dass Höckes Äußerungen der AfD eher schaden und Wähler abschrecken werden. Dass sie damit eher neue Wähler gewinnt, denken 29 Prozent. 10 Prozent vermuten, dass weder Wähler gewonnen noch vergrault werden, und 13 Prozent haben dazu keine Meinung.

Datenbasis Wahltrend: Das befragte vom 16. bis 20. Januar 2017 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL 2504 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische  Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Datenbasis AfD: Das Forsa-Institut befragte am 19. und 20. Januar 2017 im Auftrag des Magazins stern 1001 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.


stern

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