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20. Juli 2010, 15:38 Uhr

Arzthonorare seit 2007 deutlich gestiegen

Die Honorare für die rund 140.000 Allgemeinmediziner in Deutschland sind in den vergangenen drei Jahren deutlich gestiegen. Gegen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, die Honorarzuwächse im nächsten Jahr zu begrenzen, wehren sich die Hausärzte vehement.

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Die Hausärzte werfen Gesundheitsminister Rösler vor, gegen eine lokale Versorgung anzuarbeiten© DPA

Das Honorar der niedergelassenen Ärzte in Deutschland dürfte dieses Jahr auf durchschnittlich 164.000 Euro steigen. Bereits 2009 kletterte die Vergütung der rund 140.000 Praxisärzte um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) am Dienstag in Berlin weiter mit. Der Verband bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts". Seit 2007 war es ein Plus von 11,3 Prozent, seit 2003 sogar von mehr als 30 Prozent.

Im Schnitt könnten es sogar mehr werden als 164.000 Euro vor Steuern und Abgaben, weil in der Rechnung mögliche Einnahmeerhöhungen bei Privatpatienten nicht eingerechnet seien. Die bislang letzte Erhebung des Statistischen Bundesamts kam auf 142.000 Euro im Schnitt für 2007 inklusive Einkünfte von Privatpatienten. 2003 waren es noch 126.000 Euro.

Ärzte wollen Ungleichverteilungen der Länder ausgleichen

Insgesamt stieg das ärztliche Honorar im vergangenen Jahr um 2,1 Milliarden auf 30,9 Milliarden Euro, so der GKV-Verband. Für dieses Jahr gehen die Kassen von einem Anstieg auf 32,1 Milliarden Euro aus. Im kommenden Jahr sollen die Ärzte nach Angaben der Koalition erneut über eine Milliarde Euro mehr bekommen. In Verhandlungen mit den Kassen versuchen die Ärzte derzeit, möglichst viel herauszuholen, um die Ungleichverteilung der jüngsten Erhöhungen zwischen den Bundesländern auszugleichen.

In Niedersachsen gab es 2009 mit einem Plus von 17,4 Prozent den größten Honorarzuwachs im Vergleich zum Vorjahr, berichtete der Verband. Es folgten Sachsen-Anhalt (+ 16,0 Prozent), Berlin (+ 15,6), Hamburg (+ 14,9) und Thüringen (+ 14,1). Nur die Ärzte in Baden-Württemberg mussten demnach ein Minus hinnehmen, nämlich 1,5 Prozent. In Bayern gab es 2,4 Prozent mehr. Die Einnahmen der Kassen-Mitglieder seien in den vergangenen Jahren weit schwächer gestiegen.

Merkel will den Problemen auf den Grund gehen

An diesem Mittwoch wollen die Hausärzte bekanntgeben, wie sie gegen Sparpläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) protestieren wollen. Sie wehren sich gegen die von der Koalition vorgesehene Begrenzung künftiger Honorarerhöhungen. Der Deutsche Hausärzteverband warf Rösler vor, die Basis für eine wohnortnahe Versorgung auszuhöhlen.

Unterdessen kündigte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an, den Problemen von Ärzten, Kliniken und Kassen intensiver auf den Grund zu gehen. Sie wolle sich "in diesem Jahr gern verschiedene Facetten des Gesundheitswesens anschauen, wie ich das vor zwei Jahren bei meiner 'Bildungsreise' gemacht habe", kündigte Merkel in einem Interview mit der Münchner Illustrierten "Bunte" an. Das Gesundheitswesen sei eine "ganz schwierige Materie", betonte Merkel. Sie wolle deshalb unter anderem wissen, wie das Gesundheitssystem funktioniere und nach welchen Maßstäben die Kassenbeiträge verteilt würden.

zen/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
paladin09 (22.07.2010, 03:58 Uhr)
Azthonorare seit 2007
deutlich gestiegen? Das ist eine pauschalierte Aussage die so nicht stimmt. Bei den Hausärzten sind die Honorare je nach Gebiet nur minimal gestiegen. Am stärksten sind die Honorare der Fachärzte gestiegen. Die Vergütung der Ärzte ist genau nach Fachrichtung aufgeschlüsselt. Nach diesen Vergütungsschlüssel werden Hausärzte ihre ärztliche Leistungen vergütet. Nur hat man aus den Leistungskatalog der Hausärzte etliche ärztliche Leistungen, wie normales EKG - Lungenfunktionsmessung - Langzeitblutdruckmessung herausgenommen die der Hausarzt jetzt auch nicht mehr vergütet, sprich bezahlt bekommt. Der Hausarzt ist nicht mehr in der Lage Herz,- Kreislaufbeschwerden - Atmungs,- Lungenprobleme - Astma eines Patienten beim Erstbesuch zu diagnostizieren, weil er diese ärztlichen Leistungen nicht mehr bezahlt bekommt.
Hausärzte sind keine Bittsteller oder Almosenempfänder eines maroden, politisch kaputtreformierten Systems. Jahrzehntelange Flickschusterei an unserem Gesundheitssystem hat dieses System an die Wand gefahren. Wirkliche Reformen die diesen Namen verdienten hat es nie gegeben. Auch jetzt wieder nicht!
zivilcourage (21.07.2010, 11:37 Uhr)
... und jetzt noch mehr ...
... Marionette Rösler hat den Blanko - Scheck für die Nimmersatten und Ewig- Gerigen ausgestellt - sie können uns unbegrenzt in die Taschen greifen ...

Also - Ärtze, Krankenhusträger, Krankenkassen, Pharme - zugreifen - holt euch die "Investitionen - sprich Spenden an FDP, CDU/CSU zurück, füllt eure Taschen - Widerstand gibts nicht ....
DieHandGottes (21.07.2010, 08:44 Uhr)
Ärzte...
kenn ich genug von, auch privat. Ich weiß, dass ein Großteil, bis auf Klinikärzte, seeeh sehr gut verdienen. So gut verdienen, dass Sie sich locker mindestens 2 Wagen der Luxusklasse vor die Haustür stellen können. Ich kenne Ärzte die Ihre Kohle in die Schweiz verschoben haben um dem Fiskus zu entgehen und genau diese Ärzte gehen dann auch noch auf die Strasse um NOCH mehr Geld zu fordern. Für mich sind Ärzte die Maden der Gesellschaft. Und der deutsche Michel sagt dazu auch noch Danke und armen.
GoGo-King (20.07.2010, 20:18 Uhr)
Und?
man muß nur Lobbyvertreter haben, die laut genug schreien.
?Eine Lüge, die oft genug erzählt wird, wird irgendwann zur Wahrheit."
kinderhort (20.07.2010, 18:30 Uhr)
Katzenjammer
Die Ärzte haben in dem Zeitraum in den die Leistungserbringer einen Lohnzuwachs von
3% erzielten, ein zuwachs von 25% erzielt, das sind die Zahlen, wenn es um Lohnzuwachs der Erbringer geht redet auch immer die Politik mit, diese Knalltüten haben den Zusammenhang zwischen Lohnniveu und Sozialsystem auch heüte noch nicht erkannt, Sie zahlen da ja auch nicht hinein, Sie reden nur bei der Verteilung mit, dies wäre ein Ansatz den man Ändern müßte,
noch zum Gesundheitsminister dort hat man einen Lobbyisten an die Richtige Stelle gebracht, das ist so als ob der Bankräuber Richter über den Bankraub
wird.
kinderhort (20.07.2010, 17:47 Uhr)
von wegen Brutto
Das Statistiche Bundesamt hat zum Bespiel den Verdienst Netto eines Orthop. für 2007
im Monat mit 140000 Euro angegeben, dazu
noch die Aussage vom Vorsitzenden einer Ärztevertretung aus München liegt der Verdienst eines zugelassenem Arztes
zw. 80000 und 150000 Euro im Jahr, und noch etwas wenn ein Arzt etwas weniger bekommt, das liegt auch an der ungerechten Verteilung, die wird aber von den Ärztverbände selbst vorgenommen,
für mich ist es ein Armutszeichen unserer Politik wie die sich von Vertretern dieser zunft schon Jahre lang verarschen lassen,
es ist ein weiteres Zeichen von einer Bananenrepublik, was die Ärztevertreter vergessen hat man das System an die Wand gefahren werden auch viele Ärzte
ihre Arbeit verlieren.
Hoch lebe der Marburger Bund
Celebrator (20.07.2010, 17:45 Uhr)
..und ergänzend zum Thema...
"Durchschnitt" - ein praktizierender Arzt in München/Hamburg/Frankfurt- City zahlt mit Sicherheit eine ganz andere Miete für seinen Laden, als ein Landarzt im Saarland.

Wenn also der "Münchner" über die Runden kommen will, muss er natürlich auch ganz andere Einkünfte erzielen als der "Saarländer", der bereits mit wenigen 100ern Mietkosten für seine Räumlichkeiten auskommt.

Fazit: das was der gute Arzt im Endeffekt in seine eigene Tasche legt - ist nicht besonders üppig.

Ursachen hierfür stehen auf einem anderen Blatt.
Celebrator (20.07.2010, 17:35 Uhr)
@InDubioProLibertas
Sie haben es allen Populisten und Akademikerbashern genaustens vorgerechnet.

..und haben sowas von RECHT!

Aber das ist leider das Problem der Berichterstattung und der Leute, die gern aufgrund undifferenziert gennanter Zahlen glauben ihre mit gefährlichem Halbwissen behaftete Meinung kund tun zu müssen.

Und für all die, die das Wort "durchschnittlich" noch nicht kapiert haben: Wenn man den Kopf auf die heiße Herdplatte legt und die Füße gleichzeitig die Füße in die Gefriertruhe - sind´s im Hintern genau 36,6°.
nerventanz (20.07.2010, 17:28 Uhr)
@NewWorld
Völlig richtig erkannt. Ärzte schaffen auch Arbeitsplätze und sind sozusagen Bosse eines Miniunternehmens. Bei Verwaltung, Betrieb und Angestellten enstehen Kosten. Zusätzlich sind Beiträge zu verrichten, die nicht ohne sind (Kammern und Verbände). Außerdem zahlen sie Versicherung oft privat.

Dann hat ein Arzt in Deutschland keine geregelten Arbeitszeiten, wie in anderen Ländern. Deswegen wandern hier viele Ärzte in skandinavische Länder aus, wo man sich auch um die Familie kümmern kann.

Außerdem würde es mich mal interessieren was die Ärzte von Kassenpatienten erhalten? Es kann ja nämlich sein, dass mit Kassenpatienten überhaupt nichts mehr los ist (das vermute ich nämlich stark) und sie von den Privaten dann entsprechend ziehen müssen, um zufrieden zu sein.
NewWorld (20.07.2010, 17:11 Uhr)
@CheSmittyVara
Ob der gute Doktor von seinem Honorar wohl noch die Praxis und seine Mitarbeiter bezahlen muß? Der Normalverdiener sollte beim Lesen der Zahlen erstmal seinen Verstand einschalten.
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