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Merkel verliert dramatisch an Zustimmung

Wegen ihrer Flüchtlingspolitik verliert Angela Merkel zunehmend an Unterstützung in der Bevölkerung. Nur 46 Prozent der Deutschen stehen noch hinter der Kanzlerin. So schlechte Werte gab es zuletzt im August 2011.

Die Zustimmung für Angela Merkel sinkt deutlich ab

Seit August 2011 hatte Kanzlerin Angela Merkel nicht mehr so geringe Zustimmungswerte wie aktuell

Die Deutschen stellen der Flüchtlingspolitik der Regierung ein vernichtendes Zeugnis aus. 81 Prozent der Befragten finden, die Bundesregierung habe die Situation nicht im Griff. Dies zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des ARD-"Deutschlandtrends". Die Zustimmung zu Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sackt demnach dramatisch ab. Sie verliert 12 Punkte auf 46 Prozent und kommt damit auf den schlechtesten Wert seit August 2011.

In der Sonntagsfrage verliert die Union im Vergleich zum Vormonat 4 Punkte und landet damit bei 35 Prozent. Der Koalitionspartner SPD verharrt bei 24 Prozent. Die Alternative für Deutschland gewinnt 3 Punkte hinzu und kommt auf 12 Prozent - den höchsten Wert, der im ARD-"Deutschlandtrend" bisher für die AfD gemessen wurde.

Im zuvor veröffentlichten stern-RTL-Wahltrend kommt die rechtspopulistische Partei im Vergleich zur Vorwoche hingegen unverändert auf 10 Prozent. Die Union aus CDU und CSU liegt der Forsa-Umfrage zufolge weiterhin bei 36 Prozent, die SPD bei 24 Prozent und die Grünen bei 10 Prozent.

Güllner: AfD hat "ihre Schallmauer erreicht"

Forsa-Chef Manfred Güllner glaubt indes, dass die AfD ihren Zenit erreicht hat. "Wir haben in Deutschland - wie in anderen westlichen Demokratien - einen Anteil der bei einem Zehntel aller Wahlberechtigten liegt. Die AfD wird dieses Potenzial nie ganz ausschöpfen, insofern hat sie ihre Schallmauer erreicht", sagte Güllner dem stern. "Viel mehr ist nicht drin."

Der Vorstoß von Parteichefin Frauke Petry, Flüchtlinge an der Grenze mit Waffengewalt zurückzutreiben, habe darüberhinaus einen doppelten Effekt auf die Wähler: "Auf der einen Seite gibt es die radikalen AfD-Wähler - die fühlen sich bestätigt. Auf der anderen Seite wird die Kluft zur Mehrheit des Volkes größer. Wenn man so will, hat Petry klar gemacht, wie die AfD tickt", so Güllner weiter.

Breite Zustimmung für Obergrenze und verschärftes Asylrecht

In der Flüchtlingspolitik befürworten inzwischen 63 Prozent der Befragten eine Obergrenze bei der Aufnahme von Schutzsuchenden, das sind zwei Punkte mehr als im Januar. Verschärfungen im Asylrecht finden breite Zustimmung. Die Kürzung von Sozialleistungen für Flüchtlinge, die sich nicht integrieren wollen, begrüßen 88 Prozent. 78 Prozent sind für die geplante Einstufung Algeriens, Marokkos und Tunesiens als sichere Herkunftsländer. 77 Prozent halten die Zurückweisung von Menschen ohne Asylanspruch gleich an der Grenze für gut.

Dennoch ist die Akzeptanz einiger Fluchtgründe weiter hoch: 94 Prozent finden die Aufnahme von Flüchtlingen richtig, die vor Kriegen geflohen sind. Selbst bei AfD-Anhängern unterstützen dies 76 Prozent.

73 Prozent aller Befragten befürworten eine Aufnahme bei politischer oder religiöser Verfolgung. Bei den AfD-Anhängern unterstützen dies 50 Prozent. Nur 25 Prozent finden, dass Armutsflüchtlinge aufgenommen werden sollten, bei AfD-Anhängern nur fünf Prozent.


mod/DPA
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