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15. Juli 2009, 06:31 Uhr

Radioaktive Lauge in Asse ausgetreten

Der strahlende Müll hinterlässt seine Spuren: Erneut ist radioaktive Salzlösung im Atomlager Asse gefunden worden, wie das Bundesamt für Strahlenschutz mitteilte. Eine Gefahr für die Anwohner soll aber nicht bestanden haben.

Asse, Atomlager, Radioaktivität, Schachtanlage, radioaktiver Müll

Strahlender Müll im Salzstock: Was genau seit den 70er-Jahren eingelagert wurde, ist nach wie vor ungeklärt© DPA

Im maroden Atomlager Asse in Niedersachsen ist erneut radioaktiv belastete Lauge festgestellt worden. Eine Gefährdung des Betriebspersonals und der Umgebung der Asse durch die Kontamination sei aber ausgeschlossen, teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter am Dienstag mit. Die Werte lägen unterhalb der Freigrenzen der Strahlenschutzverordnung.

Bei einem Kontrollgang der Schachtanlage Asse II sei an der tiefsten Stelle des Schachtes 2, 950 Meter unter der Erde, eine Ansammlung von neuen Salzlösungen festgestellt worden, hieß es. Eine weitere Stelle sei auf der 925-Meter-Sohle gefunden worden. In den Lösungen wurden nach Angaben des BfS Werte für Cäsium 137 von 121 Becquerel pro Liter festgestellt und für Tritium von 27.000 Becquerel pro Liter. Das Bundesamt habe Strahlenschutzmaßnahmen veranlasst.

Die verseuchte Laugen stammt laut BfS wahrscheinlich aus dem so genannten Tiefenaufschluss. "Die Lösungen sind ausgepresst worden, weil die Hohlräume im Gebirge zusammengedrückt werden", hieß es weiter. Das Helmholtz-Zentrum München als ehemaliger Betreiber der Asse hatte demnach in den Tiefenaufschluss zwischen 2005 bis 2008 kontaminierte Lauge eingeleitet.

Bis 1978 wurden 126.000 Behälter mit schwach- und 1300 mit mittelradioaktivem Müll unter die Erde gebracht. Was genau eingelagert wurde, ist bis heute unklar. Die Asse war das weltweit erste unterirdische Lager für Atommüll. Die Genehmigung verlief problemlos, ein Planfeststellungsverfahren war gesetzlich noch nicht vorgeschrieben. Das alte Salzbergwerk wurde nach Bergrecht betrieben.

Nach etlichen Pannen und Versäumnissen ist dem ehemaligen Betreiber, der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF), die später im Helmholtz-Zentrum München aufging, zum Jahresbeginn 2009 die Verantwortung entzogen worden. Seit Januar ist das Bundesamt für Strahlenschutz zuständig, dass direkt dem Bundesumweltministerium untersteht. Mit dem Betreiberwechsel ging einher, dass die Schachtanlage Asse unter Atomrecht fällt.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
Sublucem (15.07.2009, 10:37 Uhr)
@Evil
Wer sich mir gegenüber so aufführt, der hat eigentlich wirklich keine ernsthafte Auseinandersetzung verdient. Da habe ich ja reifere Unterhaltungen mit deutlichen AKW-Befürwortern geführt, deren Position sich mir in einem sachlicheren Kontext eher erschloss als das, was mir hier präsentiert wird.
Noch viel Spaß beim Schattenboxen ;)
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Sub
terrax (15.07.2009, 10:20 Uhr)
@Evil-King #2
Noch etwas das stark gegen Atomkraft spricht: Ein Großteil unseres Stroms wird in das Ausland exportiert, d.h. wir prodozieren mehr Strom als wir benötigen. (Tendenz steigend) Das alleine ist schon ein Grund für mich ein paar dieser Dinger abzuschalten. Wenn Tschechien, Rumänien, Polen, Frankreich oder Spanien zu wenig Strom haben, dann sollen die sich doch selbst solche Dinger in ihr Land stellen. RWE, Eon & CO geht es doch nur um Profit. D.h. die deutschen Steuerzahler zahlen somit auch indirekt den Atommüll vom Ausland! Wenn man darüber nachdenkt, dann könnte man mit den Leuten in unserer Regierung so manches anstellen...
terrax (15.07.2009, 10:05 Uhr)
@Evil-King
1. Möchte ich nicht, daß Sie mich dutzen!
2. Über Wirtschaftslehre brauchen Sie mir keinen Vortrag zu halten habe VWL studiert!
So nun mal sachlich: Es kann meiner meiner Meinung nach nicht angehen, daß eine Firma nicht für seine Entsorgung zahlen muß. Jede Firma in Deutschland muß für seine Entsorgung zahlen und Kraftwerksbetreiber werden nur beteiligt oder müssen wie im Fall Asse garnichts bezahlen? Das paßt mit meiner Rechtsauffassung nicht zusammen und ich bezweifel auch mal ganz stark, daß dieses Gesetzeskonform ist. Leider traut sich scheinbar kein Richter an die Konzerne heran.
Sie schreiben, daß sich der billige Strom für die Verbraucher rechnet? Das was Sie dort aufstellen ist eine Milchmädchenrechnung, denn da die Entsorgungskosten ein vielfaches kosten müssen die Verbraucher dies ja auch wieder doppelt oder dreifach über die Steuern zurückzahlen. Die einzigen die somit verdienen sind die KONZERNE! Verstehen Sie das? Sie schreiben: "Wo das Geld am Ende ankommt, is gehüpft wie gesprungen. Einkassiert wird es trotzdem!"
Aber es kann doch nicht angehen, daß man den Konzernen das Geld in den Rachen schmeißt, oder? Die AKW`s gehören verboten! Ich weis nicht weshalb Sie so für AKW`s sind, aber vielleicht haben Sie ja Aktien bei RWE, Eon etc. oder arbeiten in solch einem Ding.....
Evil-King (15.07.2009, 10:01 Uhr)
Richtig erkannt
@ Ghisuu :-)
Was manche aus meinen Kommentaren wahrscheinlich nicht rausgelesen haben (oder ich mich bissl zu kompliziert ausgedrückt habe): Ich BEFÜRWORTE die Erforschung und Erbauung von Anlagen zur Nutzung alternativer Energiequellen wie Sonne und Wind. Ich weiss, dass diese die einzig mögliche Zukunft sind. Einfach deswegen, weil diese unendlich sind (aufs Menschliche Leben bezogen ^^).
Was ich allerdings schwachsinnig finde, ist diese plötzliche Phobie sowie die überschnell geplanten Ausstieg ohne vernünftig entwickelte Alternativen. Wir sind (LEIDER) noch nicht soweit, dass wir den Stromhunger der Bevölkerung mit Solar-/Wind-/Wasserenergie decken können. Wir können nicht von heute auf morgen mal eben aussteigen und darauf hoffen, dass die dt Wirtschaft daran nicht zusammen bricht. Denn genau das würde sie tun.
TT2007 (15.07.2009, 09:58 Uhr)
@RDUKE7777777: Danke für die Zahlen!
...und dabei ist - wie Sie selbst schreiben - die Subventionierung bei der Haftpflichtversicherung nicht einmal eingeschlossen. Wenn Vattenfall und Co ganz normal bei den Versicherungskonzernen eine Police abschließen müssten, die die möglichen Schäden eines GAUs abdeckt, dann würde sich Atomenergie deutlich weniger rechnen.
.
Aber offenbar hält der Gesetzgeber Autofahrer für gefährlicher als Kernkraftwerkbetreiber.
bayerbienengift (15.07.2009, 09:56 Uhr)
@Evil-King
leider disqualifizieren Sie sich hier vollständig:
1.)die Schweinegrippe: halte ich als promovierter Biologie für völlig ungefährlich, wird aber gerade durch
die Pharmaindustrie zur Seuche hochstilisiert, um dann Milliardenprofite durch durch Impfdosen einzustreichen. Bis dahin hat sich das Virus schon längst wieder durch (natürliche) Mutation
verändert. Aber andere Geschichte...
2.) billigste Produktionsweise: hier haben Sie ausnahmsweise mal recht. Billigstandards in der Atomindustrie sind der Weg zum maximalen Profit.
3. Staub: nätürlich ist das Erz auch rädioaktiv. Es wird aber angereichert für die Kernspaltung. Zu der Radioaktivität kommt noch die starke Toxizität von Uran (Nierenkrebs). Im Erz ist das Uran vorher sicher eingeschlosssen. Um es herauszuholen muss man das Erz mahlen. Also mal aufpASSEn!
4.)Nein! abgereichtertes Uran wird nur wegen der hohen Dichte genommen! Beim Aufprall des Geschosses, welches dann wegen der hohen kinetischen Energie alles durchschlägt, ensteht feinster Uranstaub, der vom Winde verweht wird....
5.)Photovoltaik ist nicht Photothermie: Bei der Photothermie wird mit Hilfe von gebündelter Sonnenenergie (Spiegel) Wasser verdampft um damit, wie in jedem anderen Kraftwerk
auch, eine Turbine angetrieben.
Dabei könnte man auch Meerwasser destillieren oder den eigenen Brauchwasserkreis am Haus schliessen. Aber die "Versorger" raufen sich bei solchen Gedanken jetzt schon die Haare....
Photovoltaik ist auch kein schwieriges Terrain:
die Zellen werden immer dünner. Die Amortisierungszeiten sind jetzt schon unter 5 Jahren, bei garantierten Laufzeiten von 20 Jahren. (nach 20 Jahren darf die Zelle nur 10% Leistung verloren haben). Dann gibt es nich eine neue TEchnologie - die Grätzelzelle, die
mit Hilfe von Farbstoffen Strom gewinnt. Stichwort Photosysnthese:
Sonne+Wasser+CO2 = Zucker+O2 daraus
läßt sich einfach Ethanol gewinnen (ein perfekter Energieträger), der in der Brennstoffzelle verstromt werden kann oder mit einem Stirlingmotor. Und und und...
Problem: Steuern auf Sonne. Profite mit Sonne. Entmachtung der Energiemonopolisten (Versorger).
Ich denke mit einem Systemwechsel in Richtung sonnige Nachhaltigkeit läßt sichs sogar wesentlich besser leben, als mit dieser düsteren Zukunft der Schwarzparteien.
ghisuu (15.07.2009, 09:54 Uhr)
Also...
der dukatenscheissende Goldesel sind schonmal wir, das Volk :)
Wenn man mal seit Jahrzehnten vernünftig Geld und Forschung in Sonnen- Wind und Gezeitenkraftwerke gesteckt hätte, dann wär man heute da wo man morgen hin will. Aber nein, man steckt lieber weniger in Gift und mehr in die eigene Tasche, so schauts nämlich mit allem aus. Ob Öl oder Kernenergie, bloss nix neues, sauberes und vernünftiges, könnt die Auto-Öl und Kernkraftlobby verärgern :)
Evil-King (15.07.2009, 09:48 Uhr)
CO2?
Wer redet den davon?????
Mit alternativen Energiequellen sind Sonen und Wind gemeint...
Zudem sollte jedem der Begriff Steuern bekannt sein... Der Staat weiss schon wie er an sein Geld kommt.
Dieser Spruch von wegen "alles muss der Steuerzahler tragen" is ohnehin Schwachsinn. Willkommen in der Wirtschaftslehre. Wie finanziert sich denn sonst ein Staat??? Durch nen dukatenscheissenden Goldesel oder was?
Und wirtschaftlicher "Vorteil" besteht für die Endverbraucher. Geringe Produktionskosten = geringe Endverbraucherkosten. Richtig? Ergo rechnet sich billiger Strom für den Ottonormalverbraucher. Der Staat beziht sein Geld trotzdem weiterhin durch Steuern. Oder bezahlst du ne "Atommüll-Entsorgunssteuer"? Oder erhälst du Steuererleichterungen, weil du grünen Strom bestellst??? Wo das Geld am Ende ankommt, is gehüpft wie gesprungen. Einkassiert wird es trotzdem! Und komm mir jetzt nicht mit "Das wird dann für die Bildung verwendet. Oder für die Verbesserung der Infrastruktur"... Falls es schonmal aufgefallen is: Das Geld kommt überall an. Nur nicht dort, wo man es als Endverbraucher merkt!
butcher99 (15.07.2009, 09:43 Uhr)
Atomkraft nein Danke
alter Spruch der Atomkraftgegner, wird leider immer wieder bestätigt, und nach wie vor von der Atomlobby ignoriert, und war trotzdem noch nie so wertvoll wie heute.
terrax (15.07.2009, 09:35 Uhr)
@Evil-King - Atommüllkosten
Ich weis nicht wo Sie wirtschaftlich den Vorteil von Atomkraft sehen. Das diese Dinger überhaupt wirtschaftlich sind liegt daran, daß für die Entsorgungskosten der Steuerzahler aufkommen muß und die Gewinne werden von dem Stromkonzernen geschluckt. Müßten die Konzerne wie alle anderen Firmen auch für die Entsorgung aufkommen hätte man ein dickes MINUS in der Kasse! Beispiel das derzeit heiß diskutierte Kraftwerk Krümmel wirft am Tag etwa Million Euro Gewinn ab, sprich 30 Millionen im Monat. Die Entsorgung kostet jedoch ein vielfaches. Dieser ganze Schwachsinn rechnet sich für die Firmen nur weil der Steuerzahler für die Entsorgung aufkommen muß. Nun kommen Sie mir nicht CO2 und son blödsinn bei den anderen Kraftwerken. Der Treibhauseffekt stammt nicht vom Menschen, sondern von Vulkanen etc. Vulkane prodozieren 4/5 des CO2 auf unserem Planeten. (das können Sie auch googeln) Den Treibhauseffekt hat sich unsere Hchfinanz und Regierungen ausgedacht, da man hiermit Fonds, und ganze Industriezweige mit am Leben erhält bzw. was für die Regierungen wichtig ist Arbeitslplätze schafft und man kann Öko-Steuern kassieren. Überlegen Sie mal, alleine der Golfstrom hat soviel Energie wie in eta 1000 durchschnittliche Kraftwerke. Und die Energie kommt alleine von der Sonne. Und dann sollen die paar Kraftwerke welche auf unserem Globus stehen die Erde erwärmen? Ich glaubs jedenfalls nicht!
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