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Ist die CDU durchgeknallt? Was hinter dem eigenartigen Hashtag #fedidwgugl steckt

Die CDU sorgt mit ihrem Hashtag #fedidwgugl erst für Verwirrung, dann für Spott. Doch so durchgeknallt, wie man zunächst denkt, ist die Kampagne gar nicht.

Claus Junghanns hat Internet- und Wahlkampfgeschichte geschrieben, zumindest ein bisschen. Der CDU-Politiker aus Frankfurt an der Oder ist der Erste, der bei Twitter den eigentümlichen Hashtag #fedidwgugl benutzt hat, er ist der Hashtag-Pionier der Union. Denn dass #fedidwgugl etwas mit den Christdemokraten zu tun hat, wurde durch die Ortsankündigung klar: Konrad-Adenauer-Haus, die politische Schalt- und Machtzentrale der in der Hauptstadt.

In der Folge nutzten immer mehr User den , etwas Geheimnisvolles lag in der Twitter-Luft. Spätestens als auch Junghanns' Büronachbar und CDU-Lautsprecher Peter Tauber auf den Zug aufsprang, fragte sich so mancher: Sind die bei der Union "mausgerutscht"? Erleben wir das deutsche #covfefe? Oder sind die einfach durchgeknallt?

Die CDU dürft mit #fedidwgugl ihr Ziel erreicht haben

Mitnichten: Hinter dem Hashtag steckt cleveres Politmarketing, #fedidwgugl zog das Interesse auf sich, hunderte Nutzer stellten Fragen, retweeteten oder favoriserten die Beiträge. Die Menschen sprachen über die Union, obwohl sie noch nicht wussten, worum es geht. Ziel erreicht.

Am Donnerstagmittag öffnete sich dann der Vorhang im : Die CDU stellte ihre Plakate zur Bundestagswahl im September vor - normalerweise eine eher mäßig spannende Veranstaltung. Durch den sperrigen Hashtag bekam die Pressekonfernenz eine ungeahnte Aufmerksamkeit und lieferte dann auch endlich die Lösung: #fedidwgugl ist das Akronym des Wahl-Slogans, mit dem die CDU erneut stärkste Kraft im Bundestag werden will: "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben."

Erdacht wurde die Wahlkampagne zusammen mit den PR-Profis der Agentur "Jung von Matt" - und die wissen offenbar, wie man ins Gespräch kommt - positiv wie negativ:

Man kann den Hashtag kreativ finden oder peinlich: Der Spott, den die CDU kassierte, dürfte bei der Kampagne jedoch schon einkalkuliert gewesen sein. Denn während die SPD in den sozialen Netzwerken weiter zwischen #esistzeit #zeitfuermartin, dem #schulzzzug und #gerechtesteuern hin- und hereiert, haben sich die Strategen der CDU immerhin festgelegt: #fedidwgugl wird uns in den nächsten Monaten im Wahlkampf noch unzählige Male begegnen. Inhalte - also das Wahlprogramm - will die CDU übrigens am 3. Juli nachliefern.

Aussprachehilfe von Peter Tauber

Bis dahin haben die Wahlkämpfer also noch etwas Zeit, mit Unterstützung von die richtige Aussprache von #fedidwgugl zu lernen:

Wer sehen will, was die politische Konkurrenz aus dem Hashtag macht, sollte einen Blick auf www.fedidwgugl.de werfen.

#digscvdfd - Das ist ganz schön clever von den Freien Demokraten.


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