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26. Juli 2009, 11:24 Uhr

Ulla Schmidt soll vor Ausschuss

Die Gesundheitsministerin dürfte keine Freude mehr an ihrem Urlaub haben: Ihre Dienstlimousine wurde im Spanien-Urlaub geklaut. Nun muss sich Ulla Schmidt bohrenden Fragen stellen: Wieso reist sie tausende Kilometer mit Fahrer und Dienstlimousine in den Privaturlaub? Die Haushälter des Bundestags wollen Schmidt vor den Ausschuss laden.

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Braucht Gesundheitsministerin Ulla Schmidt im Spanien-Urlaub ihren Dienstwagen aus Deutschland?© Klaus-Dietmar Gabbert/DPA

Der Diebstahl ihres Dienstwagens im Spanienurlaub wird für Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ein Nachspiel im Bundestag haben. Der Vorsitzende des Haushaltsauschusses, Otto Fricke (FDP), will die Ministerin vor den Ausschuss laden. "Ich möchte wissen, für welche Termine Frau Schmidt Dienstwagen und Fahrer in Alicante benötigt hat und warum es nicht möglich war, dass ihr die Botschaft Transportmöglichkeiten zur Verfügung gestellt hat. Dazu muss Frau Schmidt Auskunft im Ausschuss geben", sagte Fricke der "Bild am Sonntag".

Der Bund der Steuerzahler wird der Ministerin am Montag einen Brief schreiben. Geschäftsführer Reiner Holznagel sagte der Zeitung: "Wir verlangen Aufklärung, warum ihr Dienstwagen knapp 5000 Kilometer durch Europa gebracht werden muss." Nur für den Fahrtkomfort einer Ministerin dürften keine Steuergelder verschwendet werden.

Die Strecke Berlin-Alicante beträgt einfach 2386 Kilometer. Das Gesundheitsministerium hat inzwischen eingeräumt, dass Ulla Schmidt in Einzelfällen ihren Dienstwagen am Urlaubsort auch privat nutzen könnte. Eine Sprecherin sagte der "Bild am Sonntag", dass Schmidt für private Termine am Urlaubsort einen Mietwagen nutze. "Sofern im Einzelfall der Dienstwagen privat genutzt wird, wird das genau wie in diesen Fällen im Inland üblich auch privat abgerechnet", fügte die Sprecherin hinzu.

Am Samstag klang dass noch anders: Die SPD-Politikerin habe mit dem Wagen nur dienstliche Termine absolviert, etwa Besuche in Seniorenheimen und Krankenhäusern, so die Behörde in ihrer ersten Reaktion. Die Ministerin sei "bei den dort lebenden Deutschen sehr gefragt für Termine, bei denen es etwa um Pflege, Rente und Sozialhilfe geht", sagte die Sprecherin. Für private Aktivitäten habe Schmidt hingegen ein anderes Auto angemietet.

Die Limousine der Mercedes-S-Klasse wurde während Schmidts Urlaub nahe der spanischen Stadt Alicante gestohlen. Nach Auskunft des Ministeriums seien Unbekannte in die Unterkunft von Schmidts Fahrer eingebrochen, hätten den Autoschlüssel geklaut und danach den Wagen entwendet.

Eine vollständige Aufklärung des Vorfalls forderte inzwischen auch Martin Grauduszus, der Präsident der Freien Ärzteschaft. "Eine Ministerin, die nicht müde wird auf angeblich korrupte Ärzte hinzuweisen, kann es sich keinesfalls erlauben, auch nur einen Hauch des Verdachtes auf Missbrauch von Steuergeldern auf sich zu ziehen", sagte er. Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse sicherstellen, dass Steuergelder nicht für den Luxus einer Dienstlimousine mit Fahrer im Privaturlaub ausgegeben werden.

Der grüne Haushaltsexperte Alexander Bonde forderte Schmidt ebenfalls zur Aufklärung auf. "Warum braucht die Ministerin eine gepanzerte Limousine in Spanien? Wir hatten eher den Eindruck, dass ihre Fahrten zum Ärztetag sicherheitsrelevant sind", sagte er der "Saarbrücker Zeitung". Die Ministerin solle ihren Fehler eingestehen "und nicht lange rummachen". Schmidt müsse die Kosten dann aus eigener Tasche bezahlen.

chs/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 56)
 
cologne237 (27.07.2009, 14:05 Uhr)
@sumf
Wenn Frau Schmidt die privaten Termine mit einem ungepanzerten Leihwagen macht,
sollte die Fahrt zum Bürgermeister doch auch mit einem ungepanzerten Leihwagen,kann ja ruhig eine S Klasse sein, gemacht werden können.
Sumf (27.07.2009, 13:45 Uhr)
Hetze völlig daneben
Ich finde diese Hetze gegen Frau Schmidt völlig daneben. In meinen Augen hat sie alles richtig gemacht - ein gepanzter Mietwagen vor Ort dürfte kaum verfügbar oder bezahlbar sein, zumindest teurer als die Bezinkosten für die Fahrt dahin. Ich verstehe den ganzen Trubel nicht, den Wagen zahlt ja die Versicherung, nicht der Steuerzahler. Aber ein paar Herren der Opposition möchten die Angelegenheit natürlich für den Wahlkampf ausschlachten.
BBoldiesBB (26.07.2009, 20:42 Uhr)
@Bertel23
Wers glaubt wird selig. Habe in meinem Berufsleben diesbezüglich genug erlebt!
Im Übrigen über eine Lüge im Zusammenhang mit 2,9 Mios für einen Banker wird leichtfertig hinweggegangen!
schichtarbeiter (26.07.2009, 19:33 Uhr)
So lieber Stern...
... jetzt reicht es mal wieder. Die User haben sich jetzt genug " emotional " ausgetobt. In diesem Fall ist ein Schaden von max. 1000000 Euro entstanden. Im Fall von HPC aber von 2,9 Mio Euro. Also, lasst mal die Ulla und bringt mehr über HPC!
Achso, das geht ja nicht weil HPC in der richtigen Partei ist im Gegensatz zu Ulla.
Langsam aber sicher müsste es auch dem Dümmsten auffallen, alles was von der CDU bzw. FDP kommt wird nach 2-3 Tagen beerdigt. Wetten das wir über Ulla noch in 4 Wochen lesen können, im gegensatz zu HPC???
picus (26.07.2009, 19:07 Uhr)
Die Spitze der SPD gefragt
Ein Politiker einer Partei, die für sich in Anspruch nimmt, die Interessen gerade der kleinen Leute zu vertreten, muss mit gutem Beispiel vorangehen, andernfalls ist diese Partei unglaubwürdig - andere Parteien haben es da einfacher, da ist so etwas üblich.
zappuser (26.07.2009, 19:04 Uhr)
Hochmut kommt vor dem Fall,
Frau Schmidt! Mein Mitleid über die Anfeindungen hält sich in Grenzen, Sie gehören zurückgetreten!
ratgeber (26.07.2009, 18:32 Uhr)
Bärendienst
Bravo Frau Schmidt!! Sie haben Ihrer SPD durch Ihr Verhalten einen tollen Dienst erwiesen. Sie singen auf Parteitagen doch auch immer inbrünstig: " Wenn wir schreiten Seit an Seit...." Sind Sie sicher, dass nach Ihren Alicante-Eskapaden Ihre Nochgenossen Sie im Proletarierchor noch mitsingen lassen? In Aachen sollten die Karnevalisten einen Orden "Wider die guten Sitten" auflegen. Sie wären meine Kandidatin!!
LaeStern (26.07.2009, 18:26 Uhr)
Flüge nach Alicante
Man sollte eher mal überprüfen wie oft Frau Schmitt "dienstlich" nach Alicante fliegt und dafür die Flugbereitschaft inanspruch nimmt.
BERTEL23 (26.07.2009, 18:23 Uhr)
@BBoldiesBB/Wird wieder mal ziemlich viel geheuchelt hier?
Nein, BBoldiesBB!
Wir fliegen in unserem Privatjet in den Sueden und chartern uns dann fuer 4 Wochen ein kleines Boot, wie dieses:(http://www.bluewateryachting.com/luxury-yacht-charter/luxury-yachts/154/ss-delphine)
Aber das zahlen nicht die Steuerzahler, sondern wir ganz allein...!
Ihnen persoenlich empfehle ich Urlaub in Deutschland!! www.youtube.com/watch
ratgeber (26.07.2009, 18:11 Uhr)
Still ruht der See
Mich würde eine Äusserung von Münte, Heil und Steinmeier zu den Vorwürfen gegen ihre Genossin interessieren. Wünschenswert wäre auch eine Aussage der linken Gutmenschen in der SPD. Was sagt beispielsweise Frau Drösel, was meint Frau Nahles?? Abgetaucht und peinlich berührt? Bin mal gespannt, welche Schadensbegrenzungsstrategie im Willy Brandt Haus ausbaldovert wird?
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