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22. Mai 2010, 16:04 Uhr

Rüttgers lässt sich Zeit

Die CDU in Nordrhein-Westfalen lässt sich bitten: Frühestens am Donnerstag sei man zu Sondierungsgesprächen mit der SPD bereit, lässt eine Sprecherin verlauten. Unterdessen streckt Hannelore Kraft weiter die Fühler in Richtung FDP aus.

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Wer das Amt des Ministerpräsidenten bekleidet, ist offen. Nächste Woche wollen Hannelore Kraft (SPD) und Jürgen Rüttgers (CDU) erst einmal verhandeln© Jörg Carstensen/DPA

SPD und CDU in Nordrhein-Westfalen werden frühestens am Donnerstag zu einem ersten Sondierungsgespräch über eine große Koalition zusammenkommen. "Die von der SPD vorgeschlagenen Termine am Dienstag oder Mittwoch kommen zu früh", sagte eine CDU-Sprecherin am Samstag in Düsseldorf. Der geschäftsführende Landesvorstand habe sich am Freitag für Sondierungsgespräche mit der SPD ausgesprochen. Der Landesvorstand soll nun die Entscheidung am Mittwoch treffen.

Rüttgers werde "alles dafür tun", damit die Gespräche erfolgreich verliefen, sagte er der "Rheinischen Post". Er gehe davon aus, dass die Verhandlungen "auf gleicher Augenhöhe stattfinden". Es sei klug von der nordrhein-westfälischen SPD-Chefin Hannelore Kraft zu sagen, dass es keine Vorbedingungen geben solle.

Kraft will Ministerpräsidentin werden

Kraft hält unterdessen ihren Anspruch auf das Amt der Ministerpräsidentin aufrecht. "Daran hat sich nichts geändert", sagte sie der "Bild am Sonntag". Entscheidend sei die Zahl der Sitze im Düsseldorfer Landtag, "und da sind SPD und CDU gleichauf".

Dagegen pocht die CDU, die nach den abgegebenen Stimmen der Wähler knapp vor der SPD liegt, darauf, den Regierungschef zu stellen. "Die stärkste Partei stellt den Ministerpräsidenten, und vor allen Dingen, sie bestimmt auch, wer das ist", sagte CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid im Deutschlandfunk. Es werde Amtsinhaber Jürgen Rüttgers sein.

Steinmeier appelliert an die FDP

Die SPD will aber nicht allein auf eine große Koalition setzen. Kraft hatte am Freitag im Deutschlandfunk gesagt, sie bedaure sehr, dass die FDP Gespräche mit der SPD und den Grünen abgelehnt habe. "Ich weiß nicht, was sich bei der FDP jetzt noch bewegt. Das werden wir abwarten." Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, appellierte erneut an die Liberalen, über die Bildung einer Ampelkoalition zu verhandeln. Die nächsten Wochen würden zeigen, ob "das Tabu der FDP, mit SPD und Grünen überhaupt nicht zu sprechen, aufrechterhalten bleibt", sagte er am Samstag im RBB-Inforadio. Ein solcher Standpunkt sei "in der demokratischen Tradition dieses Landes ungewöhnlich".

Steinmeier zeigte sich erleichtert über das rasche Ende der Sondierungsgespräche zwischen SPD, Grünen und Linkspartei. Er habe nie zu den Anhängern eines rot-rot-grünen Bündnisses in NRW gehört. Die Gespräche von SPD und Grünen mit der Linkspartei waren am Donnerstag bereits in der ersten Runde gescheitert. Kraft hatte daraufhin die CDU zu Gesprächen eingeladen.

Derweil rief die liberale Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ihre Partei auf, sich neuen Koalitionen nicht zu verschließen. "Ich will, dass sich die FDP mittelfristig öffnet, auf Bundesebene ab 2013", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Ausschließeritis ist für mich keine Option in der Politik."

Reuters/AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
knilch_59 (23.05.2010, 17:49 Uhr)
Tja, so ist halt die CDU
2 1/2 Wochen nach den Wahlen ist der CDU zu hektisch - für Sondierungsgespräche. An die sich evtl. (!) die eigentlichen Koalitionsverhandlungen anschließen müssten. Und dann käme erst die Konstituierung des Landtags und die Wahl des MinPräs (m/w).
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Kein Wunder, dass die Euro-Rettung nur per Notverordnung durchregiert werden kann, wenn man auf dem normalen Weg so lange braucht.
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Rüttgers probt gerade das System Merkel: Aussitzen bis gar nichts mehr geht.
rockyciano (23.05.2010, 13:26 Uhr)
@enneos
Ich stimme Ihnen vollkommen zu.

Das hat auch etwas mit der "Würde" des Menschen zu tun,die ja in unserer Verfassung fest verankert ist.

Diese Würde ist vielen unserer Mitbürger ,durch die Politik,abgesprochen worden.Das muß sich ändern.
enneos (23.05.2010, 12:32 Uhr)
@ wohliver
Ja, Sie haben recht. Jede Partei vertritt eine bestimmte Klientel. Und das ist auch völlig in Ordnung und auch Sinn und Zweck politischer INTERESSENVERTRETER.
Aber wieviele Ärzte, Apotheker und Hoteliers gibt es in Deutschland, verglichen mit Arbeitern und Angestellten?
Ich kritisiere z.B. an der FDP nicht, dass sie ihre Klientel bedient, sondern dass die Partei einer solchen Minderheit die Geschicke der Mehrheit (mit-)bestimmt.
Und wieso wäre Ernsts Aussage (so er sie denn so getroffen hat) "Einen Porsche für jedermann" ein Schlag ins Gesicht jedes vernünftig denkenden Arbeitnehmers?
Ich würde den zwar gleich wieder gegen ein vernünftiges Auto eintauschen, aber für einen enormen Boom in Zuffenhausen würde das allemal sorgen. Aber man muss sich so eine Kiste eben leisten können. Und das können viele Arbeitnehmer nicht. Und DAS war es, worauf Ernsts sicher nicht ganz ernst gemeinte Forderung abzielte.
Aber wenn man auch nur einmal um die Ecke denken muss und nicht alles so "plain" wie bei der Zeitung mit den großen Buchstaben präsentiert bekommt, steht natürlich der Porsche und nicht der damit verbundene Gedanke im Vordergrund.
rockyciano (23.05.2010, 12:17 Uhr)
@tannebaum
Prologo hat jedoch etwas,was Ihnen anscheinend abhanden gekommen ist: ein Gespür für soziale Gerechtigkeit und es zählt nicht nur "ICH" sondern auch die "Anderen".
gokahe (23.05.2010, 10:39 Uhr)
Wer bestimmt wer mit wen?
Der Wähler wohl eher nicht.
Was befürchtet Frau Kraft wohl mehr, den Wähler oder doch das Netzwerk von Liz und Friede. Sie hat es deutlich ja eindeutig beantwortet. Es werden zwar weniger die, die vom Netzwerk verbreiteten Schlagzeihlen als die Ihren erkennen (deutlich auch in den Kommentarforen von Stern-Online zu sehen), es sind aber halt noch zu viel. Die SPD wird sich wohl weiter selbst (oder doch fermdgesteuert) demontieren. Der Aufstand der Ortsverbände bleibt aus. Seit Schmidt (er hat das Abstiegstor aufgemacht! oder war es die Büchse der Pandora?) geht es kontinuierlich abwärts (kleine statistische Ausschläge kann man unberücksichtigt lassen). Kein Zeichen als Begründung eines Aufwärtstrend ist sichtbar. Zusammengefaßt die CDU muß trotz eigner Verluste nur warten. Die SPD wird den Weg bereiten zum Großen B...ziel Schwarzgrün unter Karl-Theodor. Frau Löhrmann hat es, gefördert und angetrieben von Cem, erkannt. Nur die SPD-Führung, getrieben durch Machtgeilheit??, lebt nur im Jetzt. Was interessiert die Zukunft, was interessieren Ziele. Fremdgesteuert so abwegig ist es wohl nicht?
gruß gokahe
Skillet4 (23.05.2010, 01:08 Uhr)
@SpringbokCT (23.05.2010, 00:42 Uhr)
Sie meinen offensichtlich, man (Frau) ist niemals nur halbschwanger.
Ich halte es trotzdem für unzulässig, hier einen biologischen Vergleich anstellen zu wollen.
Skillet4 (23.05.2010, 00:35 Uhr)
Porsche, FDP & Halbkommunisten
Inwiefern ist die Forderung nach einem Porsche für jedermann eine sozialistische Tendenz?
Nur wer die Menschen für dumm verkaufen will, kann da von einem Schlag ins Gesicht reden.
Und was in aller Welt ist denn ein Halbkommunist?
Was die FDP betrifft, wenn die nicht aufpassen, schaffen die sich selbst ab.
So viel Dummheit muss einfach bestraft werden.
Wer das macht? Keine Halb- und Ganzkommunisten, sondern die Wähler der FDP daselbst.
Checkit.
Kokolemle (23.05.2010, 00:00 Uhr)
SPD ist für mich eine Partei, die die Arbeiter verraten hat
Ich kann das nicht mehr hören, das man in der DDR Vergangenheit bei den Linken rumrührt und das ein Grund sein soll, das man die Sondirungsgespräche abgesagt hat. Was mich wütend macht ist die Tatsache, das man so tut, das der Einzelne damalige Politiker in der DDR hätte das System aus DDR und Stasi bekämpfen können. Wäre das wirklich damals in Zeiten des kalten Krieges passiert, wären kurz darauf als Folge die Russen einmaschiert. Siehe Prage Frühling usw. Also was soll das dumme Alibigeschwätz von Frau Kraft und ihrer SPD?? Frau Kraft Sie haben nur einen Vorwand eingeschoben, um die lästigen LInken abhacken zu können. Ich wähle auf jeden Fall nie die SPD mehr.
wohliver (22.05.2010, 22:55 Uhr)
@Prologo
Vertritt nicht jede Partei ein bestimmtes Klientel? Wenn die FDP als Klientel-Partei bezeichnet wird, so schwingt dabei mit, dass das Klientel der FDP keine Stimmberechtigung haben sollte. Bessergestellte sollten weniger Rechte haben, so könnte man fast meinen, denn "die haben ja schon genug". Das ist eine seltsame Ansicht von Freiheit und Demokratie, stimmt aber mit den zunehmend sozialistischen Tendenzen in Deutschland überein. "Einen Porsche für jedermann", so ließ sich Herr Ernst von der Linkspartei vernehmen. Diese Aussage ist ein Schlag ins Gesicht jedes vernünftig denkenden Arbeitnehmers. Aber bitte, rennen Sie nur weiter dem Rattenfänger hinterher.
jomimo (22.05.2010, 22:04 Uhr)
@ Prologo
Die SPD WILL sich auflösen, da Arbeitern und Angestellten außer der Linken nichts mehr bleibt.

Und so wird denn diese NRW - Wahl der Abgesang sein an Steinmeier, Gabriel, Nahles und nun auch Kraft.

Schwer zu verstehen, dass sie das so hinnehmen, aber vielleicht ist es damit zu erklären, dass diese 4 Personen einfach keine existetiellen Sorgen mehr haben müssen nach einigen Jahren Berufspolitik.

Egal, wie jung sie sind.
Das gibt schon arg zu denken und zu zweifeln an diesem System, welches für viele ganz toll ist, nur nicht für den Durchschnittssteuerzahler mit der gläsernen Brieftasche.
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