3. April 2013, 07:00 Uhr

Deutsche fürchten den Abschwung

Die Zypern-Krise schlägt den Deutschen aufs Gemüt. Die Mehrheit fürchtet, dass es mit der Wirtschaft auch hierzulande bergab geht. Im stern-RTL-Wahltrend verlieren CDU/CSU leicht.

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Eine schwächere Wirtschaftslage ist meist eine schlechte Nachricht für den Export - hier im Bild der Hamburger Hafen©

Nach dem Wiederaufflammen der Euro-Krise in Zypern sehen die Deutschen die Wirtschaftsentwicklung mehrheitlich pessimistisch. Im stern-RTL-Wahltrend sagten 51 Prozent der Bürger, sie glaubten, dass die ökonomischen Verhältnisse sich verschlechtern werden - 4 Punkte mehr als in der Vorwoche.

Es ist der bislang höchste Wert in diesem Jahr. Nur eine Minderheit von 13 Prozent blickt optimistisch in die Zukunft (-1). 33 Prozent gehen davon aus, dass die Lage unverändert bleibt.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem stern, die nicht überwundene Eurokrise löse bei den Deutschen Ängste aus. Sie sorgten sich vor allem um ihr Erspartes und fürchteten eine Entwertung des Geldes.

Angst verschlimmert die Lage

"Wird diese latente Angst durch öffentliche Debatten und Berichte geschürt, wird auch die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft überwiegend pessimistisch eingeschätzt", sagte der Meinungsforscher zum stern. Angesichts der Globalisierung würden die deutschen Politiker jedoch weder für ökonomische Krisen noch für einen Aufschwung verantwortlich gemacht.

Auf die Wahlabsichten der Deutschen hat der Stimmungseinbruch denn auch kaum Auswirkungen: 40 Prozent wollen nach dem stern-RTL-Wahltrend für die Union stimmen, 1 Punkt weniger als in der Vorwoche. Die FDP verharrt bei 5 Prozent. Die SPD liegt unverändert bei 24 Prozent. Die Grünen steigen um 1 Punkt auf 15 Prozent. Die Linke erreicht erneut 8 Prozent.

Die Piraten hätten mit 3 Prozent weiter keine Chance auf einen Einzug in den Bundestag. Auf sonstige Parteien entfallen 5 Prozent. Mit zusammen 45 Prozent haben Union und FDP damit einen Vorsprung von 6 Punkten vor SPD und Grünen (gemeinsam 39 Prozent).

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mw
 
 
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