. .
News am 20.11.2009
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
20. April 2007, 15:39 Uhr
Schriftgröße: A A A

Deutschland ist in der EU am fettesten

Deutschland ist in Europa Dickenland Nummer 1 - zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie. Nirgendswo sonst in der EU haben so viele Menschen Übergewicht. Doch die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen.

75 Prozent der Männner und 59 Prozent der Frauen in Deutschland sind zu dick© Colourbox

Eine Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO) hat 25 EU-Länder hinsichtlich des Anteils an Übergewichtigen in der Bevölkerung verglichen. Das Ergebnis: In Deutschland sind 75 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen zu dick. Als Maß dient der Body-Mass-Index (BMI), der sich aus dem Gewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße errechnet. Gemeinhin gilt ein Mensch mit einem BMI größer 25 als übergewichtig, ab 30 als fettleibig.

Deutschland nun vor Tschechien, Zypern und England

Bei den Männern in Deutschland sind nach der Erhebung 52,9 Prozent übergewichtig, 22,5 leiden unter krankhafter Fettleibigkeit. Bei den Frauen haben 35,6 Prozent Übergewicht, 23,3 Prozent sind adipös. Niedrige Einkommens- und Bildungsklassen sind laut Branco überdurchschnittlich oft von Gewichtsproblemen betroffen. Die Bundesrepublik hat nach Zeitungsangaben Tschechien, Zypern und Großbritannien in der Rangliste der Dicken abgelöst, die EU- Spitzenreiter in den vergangenen Jahren waren.

Allerdings sind die Daten mit Vorsicht zu genießen. Wie die Studienautoren selbst anmerken, stammen die Daten der einzelnen Ländern aus unterschiedlichen Jahren. Mitunter - wie im Falle Ungarn - sind sie sogar bis zu fünfzehn Jahre alt. Weiterhin sind sie nicht nach Alter standardisiert, die Altersgrenzen bei der Datenerhebung variieren. Und manche Länderdaten beruhen auf Eigenreports und - so schreiben die Autoren - könnten geringere Werte abbilden als die tatsächlichen Verhältnisse. Die Daten für Deutschland stammen aus dem Jahr 2002/2003 und beruhen auf Eigenreport.

Übergewicht belastet die Gesundheitssysteme

Fettleibigkeit sei zu einer weltweiten Epidemie geworden, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" den Europa-Präsidenten der IASO, Vojtech Hainer. Die überflüssigen Pfunde entwickelten sich zu einer Belastung für das Gesundheitssystem. Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und verschiedene Krebsarten seien oft die Folgen, warnte Hainer.

Dies hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft: Sechs Prozent der Ausgaben der Gesundheitssysteme in der EU gehen auf Krankheiten zurück, die von Übergewicht verursacht worden sind. In Deutschland sind das zwischen 10 und 20 Milliarden Euro. Die Weltgesundheitsorganisation forderte die Politik zum Handeln auf. Die Werbung für fette und zuckerhaltige Nahrungsmittel solle eingeschränkt und die Menschen zu mehr körperlicher Bewegung animiert werden.

lub mit DPA
KOMMENTARE (5 von 5)
 
userin07 (21.04.2007, 14:37 Uhr)
hanebüchener Unsinn
Bevor man Panik schürt, sollte man sich erstmal die Studie genauer anschauen. Sie ist nämlich wissenschaftlich gar nicht haltbar, da sie den BMI für 25 - 35 jährige Frauen als für die gesamte Menschheit gültig definiert. Der BMI steigt aber mit dem Lebensalter. Frauen über 65 haben Normalgewicht, wenn sie einen BMI von 24 - 29 (!!!) aufweisen. Die Studie aber erklärt alle Menschen mit einem BMI von über 25 für übergewichtig, also auch die überragende Mehrheit der über 65 Jährigen, ob diese nun medizinisch betrachtet Normalgewicht hat oder nicht.
Natürlich gibt es in der deutschen Gesellschaft ein Problem mit Übergewicht. Die EU - Studie trägt aber nicht eben zu einer sachlichen Debatte bei.
trailman (21.04.2007, 09:37 Uhr)
Backtreibmittel
Seit ungefähr 7 Jahren verwenden die Bäcker neue Backtreibmittel. So wird auf einem Klümpchen Teig ein großes Brötchen.
Diese Backtreibmittel stabiliseren das Wasser (ungefähr so ähnlich wie bei den holländischen Tomaten).
Im Zuge der Gewinnmaximierung ein notwendiger Schritt für die Bäcker.
Der normale Verbraucher, der diese aufgepummpten Brötchen isst, hat dann das Glück, dass ich das Wasser in seinem Körper ansammelt. Man wird dicker und dicker.
Wer diese Brötchen nicht mehr isst, wird nach und nach wieder abnehmen. Man darf dann natürlich auch keine Hamburger mehr essen, denn diese Brötchen werden auch durch Backtreibmittel stabil gehalten.
Wer nachdenkt wird feststellen, dass die Menschen in Deutschland vor ca. 7 Jahren immer dicker wurden. Mit Einführung der Superbacktreibmittel.
Alle Menschen reagieren nicht auf diese Zusatzstoffe. Aber ein großer Teil offensichtlich schon.
stekom (21.04.2007, 08:33 Uhr)
Blödsinn
Der BMI hat keinen wissenschaftlichen Hintergrund. Amerikanische Versicherungen erfanden ihn zur Prämienberechnung - je übergewichtiger man ist, desto teurer die Versicherung. Alles klar?
Die vorliegende Studie hat zwar noch viele weitere Schwächen, aber Hauptsache man kann die Leute aufstacheln.
atride (20.04.2007, 18:41 Uhr)
wer nicht glaubt,
wie fett die deutschen sind, der gehe mal samstags in die einkaufspassage am berliner potsdamer platz. die dorfossis dort fühlen sich erst am 2 kg pro cm körpergröße als "mensch". allerdings ist schwer zu glauben, dass es deutlich mehr fette männer als fette frauen gibt, man meint, real anderes zu sehen. aber es ist schon sehr unappetittlich, dass menschen, die auf ihre gesundheit (sprich gewicht) achten, über die solidargemeinschaft in den kv für die fresssäcke mithaften müssen (gilt allerdings mindestens im gleichen maße für nikotinjunkies).
Cable-Guy (20.04.2007, 17:53 Uhr)
Panikmache
Also eine Studie, die den Body-Mass-Index zu Grunde liegt...kann man einfach nicht ernst nehmen. 75% der Männer übergewichtig? Nie im Leben!
MEHR ZUM ARTIKEL
Horst Seehofer Deutsche, speckt ab!

Die Deutschen haben mehrheitlich so viel Gewicht auf der Hüfte, dass Verbraucherminister Seehofer ein amtliches Fett-weg-Programm auflegen will. Laut einer neuen Studie führt Deutschland die Euro-Hitliste der Pummel-Staaten an. mehr...

Fettsüchtige Kinder "Es geht nicht um Ästhetik"

Er ist der Chef einer renommierten Fachklinik für fettsüchtige Kinder und Autor des Buches "Generation Chips". Im stern.de-Interview erläutert Edmund Fröhlich, warum Übergewicht bereits heute ein gesellschaftliches Problem ist und was Prävention ändern könnte. mehr...

Abnehmen Fett weg!

Weihnachtsplätzchen und deftige, wärmende Eintöpfe sind passé - jetzt gilt es die Bikinifigur zurück zu erobern, bevor die warmen Tage beginnen. Wie Sie die überflüssigen Pfunde loswerden, ohne Ihre Gesundheit zu belasten, erfahren Sie hier. mehr...

 
 
 
Aktuelle Extras
 
Adobe Flash Player

 
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...