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29. August 2008, 14:33 Uhr

Groß-Razzia zum Ifa-Auftakt

Wegen des Verdachts der Patentrechtsverletzung durchsuchten Ermittler von Polizei und Zoll zum Start der der diesjährigen Ifa in Berlin die Messestände verschiedener Hersteller. Doch obwohl die Groß-Razzia den Ablauf der Messe ein wenig stört, scheint dem Erfolg der Ifa nichts im Weg zu stehen.

Die Ifa startete mit einer Groß-Razzia: Die Beamten durchsuchten die Stände vieler Aussteller© DPA

Überschattet von einer Groß-Razzia ist am Freitag die 48. Ifa in Berlin für das Publikum geöffnet worden. Wegen des Verdachts der Verletzung von Patentrechten durchsuchten 220 Ermittler von Polizei und Zoll die Messestände verschiedener Hersteller. Dabei sollten schutzrechtsverletzende Ware sowie dazugehöriges Werbematerial sichergestellt werden, teilten Generalstaatsanwaltschaft Berlin und Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg mit.

Norbert Scheithauer, Sprecher des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg, sagte, die Durchsuchungen liefern voraussichtlich auch am Samstag weiter. Bislang seien diverse Flachbildfernseher, MP3-Spieler und DVD-Spieler sichergestellt worden. Insgesamt habe es 69 Strafanzeigen gegeben. Da sich aber einige doppelt gegen Aussteller richteten, gehe er von ungefähr 50 verschiedenen betroffenen Ausstellern aus. Im Einsatz seien 189 Zollfahnder und 27 Beamte der Bundespolizei. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, sagte, es habe auch in den letzten Jahren Durchsuchungen gegeben. Der aktuelle sei aber sicherlich angesichts der eingesetzten Ermittler "kein kleiner Einsatz".

Merkel fordert energieeffiziente Geräte

Auf der Ifa zeigen bis zum 3. September 1.245 Aussteller aus 63 Ländern ihre Neuheiten - das sind mehr als jemals zuvor. Erstmals werden Haushaltsgeräte auf der weltweit größten Messe für Unterhaltungselektronik präsentiert. Im Mittelpunkt der Ifa stehen aber auch in diesem Jahr wieder die Flachbildfernseher, das hochauflösende Fernsehen HDTV, Digitalkameras, Notebooks, Navigationsgeräte und Audio-Anlagen. Kanzlerin Angela Merkel forderte die Unternehmen in ihrer Ansprache auf der Eröffnungs-Gala am Donnerstagabend auf, energieeffiziente Geräte zu produzieren. Man dürfe nicht außer acht lassen, wie gerade mit Kleingeräten im Stand-by-Betrieb Energie eingespart werden könne, sagte sie. Dadurch könnten zwei Großkraftwerke entlastet werden. "Kleinvieh macht auch Mist", sagte Merkel.

Umweltbundesamt kritisiert Energieverbrauch

Das Umweltbundesamt (UBA) kritisierte derweil den hohen Energieverbrauch von Flachbildschirm-Fernsehern. Spitzenreiter im Verbrauch seien Plasmafernseher mit im Schnitt rund 600 Kilowattstunden im Jahr, sagte UBA-Vizepräsident Thomas Holzmann. "Grün" sei auf der Ifa ein Trend, mit dem sich Produkte gut vermarkten ließen. Es sei aber nicht alles umweltverträglich, was so aussieht, erklärte Holzmann. "Es lohnt sich bei Neuanschaffungen genau hinzugucken, auch um böse Überraschungen bei der nächsten Stromrechnung zu vermeiden", empfahl er.

Um bei der Unterhaltungselektronik für Käufer eine ähnliche Transparenz zu schaffen wie im Bereich der Hausgeräte, forderte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in der "Berliner Zeitung" für alle Energie verbrauchenden Geräte im Haushalt die Einführung eines Energiespar-Labels. Der Vergleich kann sich für die Kunden finanziell lohnen. "Mit jeder gesparten Kilowattstunde Strom geben die Verbraucher rund 20 Cent weniger aus", wird Patricia Nicolai vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zitiert.

Die Unterhaltungselektronik-Branche rechnet damit, dass ähnlich wie auf der Ifa 2007 Aufträge im Wert von 2,75 Milliarden Euro gezeichnet werden. Erwartet werden auf dem Ausstellungsgelände unter dem Funkturm bis 3. September wieder über 220.000 Besucher. Geöffnet ist die Messe täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr. Im Vorverkauf kostet eine Tageskarte 10 Euro, an der Kasse 14, ermäßigt 10 Euro. Das Schülerticket gibt es für 5,50 Euro.

AP/Holger Mehlig
 
 
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