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Elektroauto-Plan Wie sich VW bis 2025 an die Spitze der Elektromobilität katapultieren will

Autos stehen auf einem Transport-Zug vor einem VW-Gebäude
VW will in der Elektrifizierung seiner Fahrzeuge richtig Fahrt aufnehmen (Symbolfoto)
© Bert Harzer/ Eibner-Pressefoto / Picture Alliance
Im Juli stellte VW seine neue Strategie "New Auto" vor, mit der der Autobauer die Elektromobilität deutlich vorantreiben will.  Volkswagen plant bis 2025 Marktführer in der Elektromobilität zu werden. Dafür ist ein großer Umbruch erforderlich. Wie soll das gelingen?

VW sieht seine Zukunft in der Elektromobilität. In 2026 soll jedes vierte verkaufte Auto ein Elektroauto sein. Der Wolfsburger Autobauer hat dafür konkrete Pläne vorgelegt, die zeigen sollen, wie sich Volkswagen bis 2025 an die Spitze der Elektromobilität katapultieren will. Bei der "Planungsrunde 70" teilte VW am Donnerstag milliardenschwere Investitionen mit. 

Nach eigenen Angaben will der Konzern einen Großteil seiner geplanten Investitionen in die Elektromobilität und Digitalisierung stecken. In der Summe sollen es 89 Milliarden Euro sein, was rund 56 Prozent der Gesamtinvestitionen (159 Milliarden) entspricht. Damit hat Volkswagen seine geplanten Investitionen um 16 Milliarden Euro erhöht. Den Wolfsburgern zufolge machen die angekündigten Investitionen erstmals den größten Anteil der Gesamtinvestitionen des Konzerns aus.

"Der zusätzliche Investitionsbedarf entsteht überwiegend durch den beschleunigten Hochlauf der E-Mobilität im Rahmen des Green Deals sowie im Aufbau von eigenen Batterie-Gigafabriken und vertikaler Integration in der Batteriewertschöpfungskette", heißt es. VW-Chef Herbert Diess kündigte an: "In der Welt des New Auto ändert sich unser Geschäftsmodell radikal – Volkswagen wandelt sich vom klassischen Automobilhersteller zum vertikal integrierten Konzern mit starken Markengruppen und weltweit führenden Technologieplattformen."

21 Milliarden Euro für VW-Standorte in Niedersachsen

An den niedersächsischen Standorten investiert VW rund 21 Milliarden Euro. Hannover wird mittelfristig vollständig elektrisch. Dort sollen künftig neben Hardware für Ladeinfrastruktur auch Achsen für Modelle des sogenannten neuen Modularen E-Antriebs-Baukastens, auf dessen Basis die ID-Modelle entstehen, produziert werden. Und das erste Artemis-Fahrzeug, ein autonom fahrendes Elektroautos, soll hier entstehen. Volkswagen sieht dies als "das derzeit bedeutendstes Zukunftsprojekt". Neben der Entwicklung des Autonomen Fahrens steht der Bau der Karosserie für ein neues Bentley-Modell auf dem Plan. Außerdem wird mit dem ID. California ein weiteres Fahrzeugderivat für den Standort verabschiedet. Damit kommt ein elektrischer Reisebulli auf den Markt.

In Wolfsburg startet VW das Projekt Trinity, für das eine Fabrik außerhalb des derzeitigen Werksgeländes angedacht ist. Dort "soll ein innovatives und wettbewerbsfähiges batterie-elektrisches und Level 4-fähiges Auto der nächsten Generation entstehen und gleichzeitig die Fertigung zukunftsfähig aufgestellt werden", teilt Volkswagen mit. Ab 2024 soll der ID.3 an dem Standort gebaut werden. Bis dahin will der Konzern eine "Teilfertigung mit Belieferung aus Zwickau" umsetzen. So will man "zusätzliches Marktvolumen bedienen, das Zwickau alleine angesichts langfristig guter Auslastungsprognosen nicht erfüllen könnte". Bis 2030 plant VW, auf dem derzeit bestehenden Werksgelände eine zweite Fertigung von Elektrofahrzeugen aufzunehmen.

In Braunschweig, Salzgitter und Kassel sind weitere Investitionen für den Ausbau der bestehenden Elektrofahrzeug-Fertigung von Batteriesystem, Rotor/Stator und E-Motor vorgesehen. Zudem sollen an den Standorten künftig wesentliche Komponenten der Mechatronik-Plattform SSP gefertigt werden.

Autobauer plant "europäischen Batterie-Hub" in Salzgitter

Salzgitter soll zum "europäischen Batterie-Hub" werden. Hier will der Konzern rund zwei Milliarden Euro investieren, um ab 2025 in seiner Gigafabrik Batteriezellen produzieren zu können. Dabei will der Autobauer Entwicklung, Planung und Produktionssteuerung der Batterieaktivitäten in Salzgitter bündeln. 

Der niedersächsische Ministerpräsident, Stephan Weil, der auch Aufsichtsrat der Volkswagen AG ist, sagte: "(…) Dass 21 Milliarden Euro in die niedersächsischen Standorte (…) fließen, ist einmal mehr ein Zeichen, dass der Weltkonzern Volkswagen sich zu seinen niedersächsischen Wurzeln bekennt. Wir freuen uns über dieses starke Signal zur Sicherung von rund 130.000 Arbeitsplätzen."

VW will sich seinen Fokus schließlich auf die Elektromobilität legen und seine Ausgaben für Hybridfahrzeuge um rund 30 Prozent auf acht Milliarden Euro senken. Der Anteil an Elektrofahrzeugen soll von heute rund fünf bis sechs Prozent auf rund 25 Prozent in 2026 ansteigen, heißt es.

Porsche-Modelle in Leipzig

Weitere Investitionen des Konzerns sehen die Produktion zweier Porsche-Modellen des elektrische PPE-Baukasten für den Premiumbereich in Leipzig vor. Außerdem soll in Neckarsulm "die Einrüstung der Audi Fahrzeugfamilie E6 in der Nachfolgergeneration" stattfinden. Das Werk in Brüssel soll ab 2026 den neuen Audi Q8 e-tron bauen und in Spanien ist im Mehrmarkenwerk Martorell ab 2025 der Bau von E-Fahrzeugen geplant. Im Mehrmarkenwerk in Pamplona sollen elektrische SUVs hergestellt werden. Ob es tatsächlich dazu kommen wird, ist allerdings noch unklar. Das hänge von den allgemeinen Rahmenbedingungen und der staatlichen Förderung ab, erklärt VW.

Quellen: VW Pressemitteilung "Planungsrunde 70: Volkswagen treibt Elektrifizierung seiner europäischen Standorte voran und stellt Transformationsplan für Wolfsburg vor", VW Pressemitteilung "NEW AUTO: Volkswagen Konzern erschließt neue Werttreiber für emissionsfreie und autonome Zukunft der Mobilität"

nk

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