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Dodge Charger: The Rebel Yell

Ein Duke kommt selten allein, in jeder Folge gab es das gleiche Spiel: Die beiden Dukes geben mit ihrem orangefarbenen Dodge Charger mächtig Gas. Insgesamt wurden bei den Dreharbeiten 309 Wagen geschrotet. In der Stadt genehmigt sich der Charger gern 50 Liter.

Der US-Markt ist reich an Autolegenden. Von dem immerschwarzen Ford T-Modell über unendlich lange Cadillacs, die sensationellen Thunderbirds bis zu Renncoupes wie der Corvette und Viper. Dodge gilt als eine der Marken mit dem größten Einfluss auf den US-Markt. Doch auch wenn ein Charger durch die sensationelle Verfolgungsjagd in Bullit Filmgeschichte geschrieben hat: Eines der schärfsten US-Autos aller Zeiten ist der Dodge Charger. Bereits seine Dimensionen machen einem Angst. 5,40 Meter lang und 1,90 Meter breit – bei der Parkplatzsuche muss man nahezu mit Maybach-Dimensionen kalkulieren. In den Innenstädten von Berlin, Franfurt oder München muss man es gar nicht erst versuchen, einen Platz zu bekommen. Besser man parkt gleich in der zweiten Reihe. Wer sollte es wagen, dieses Prachtstück abzuschleppen?

The Rebel Yell

Für die Duke-Boys Luke und Bo in der US-Serie Dukes of Hazzard (dt. Titel: Ein Duke kommt selten allein) war der General Lee ihr ein und alles. Sie liebten und herzten ihn. Der Charger trug den Namen von General Robert E. Lee, der für die Vereinigten Staaten gegen Mexiko und später für die Konföderierten kämpfte. Sein automobiler Nachfahre ging mit den Dukes durch dick und dünn, über Stock und Stein. Wo in der Serien-Schmunzette die meisten modernen Geländewagen hätten passen müssen, kam der Charger mühelos durch. Nur ein paar hundert Meter Anlauf und nervige Hindernisse wie Hügel, Scheunen oder Polizeisperren wurden mit einem Augenzwinkern übersprungen. Während der Dreharbeiten wurden sage und schreibe 309 General-Lee-Modelle zu Schrott gefahren. Von den Polizeiwagen gar nicht zu reden. Der entnervte Comissioner Boss J.D. Hogg konnte meist nicht mehr als seinen Stetson entnervt auf den Boden werfen und die Trümmer der Polizeiwagen rund um Sheriff Coltrane und Enos Strate einsammeln. Außer einer Staubwolke und einem Blick auf den orangefarbenen Dodge mit der mächtigen "01" auf der Tür gab es nichts zu holen. Zum allem Überfluss ließen die Duke-Boys mit ihrer Zwölfton-Fanfare, dem "Dixie-Horn", als Siegeszeichen ihren Schlachtruf ertönen.

V8 mit 6,2 Litern

Fabio Endrizzi aus Friedberg bei Frankfurt hat als Student früh seine Liebe zu PS-starken Autos entdeckt. Privat fährt er einen Audi 100 S4, rund 300 PS stark. Doch seine wahre Liebe gilt dem Dodge Charger aus dem Jahre 1969. In mühevoller Kleinarbeit hat er den mächtigen PS-Protz wieder auf Vordermann gebracht. Die Restaurierung hat mehrere Monate gedauert. "Der Zustand des Ausgangsmodells war gut", so Endrizzi, "sonst hätte es länger gedauert." Kein Problem ist die Ersatzteilversorgung. "In den Vereinigten Staaten gibt es so gut wie alles", und Ebay-USA sei eine echte Fundgrube wissen Kenner der Szene. Wenn das mächtige 383er-Triebwerk entfacht wird, bibbert der Asphalt. 6,2 Liter Hubraum (383 inch), acht Zylinder und 260 kW / 350 PS sind auch nach über 30 Jahren eine Schau. Die Höchstgeschwindigkeit hängt ganz von der Getriebeübersetzung ab. Bis zu 220 km/h sollen drin sein. Dann haben die montierten Power-Brakes jedoch Höchstleistungen zu vollbringen. Wenn es auf der Landstraße einmal eng werden sollte, hilft noch immer die schwarze Rammstange. Damit wurde in der Fernsehserie so ziemlich alles zusammengefahren, was der Filmfundus hergab.

Schluckspecht

Der Verbrauch ist astronomisch. "Bei normaler Fahrt sind es 30 bis 35 Liter pro 100 Kilometer", erzählt Fabio Endrizzi mit einem Augenzwinkern, "aber beim Stopp-and-Go-Verkehr in der City laufen auch schon einmal 50 Liter durch den Vergaser." Damit nicht jeder Ausflug zur Kontoplünderung ausartet, hat der Dodge-Fan in das Heck des General Lee einen Gastank verbaut. Dann lässt sich der 5,40-Meter-Koloss mit weniger als 20 Litern pro 100 Kilometern fahren. Für alle Fälle kann man am Armaturenbrett umschalten – auf Benzinbetrieb. Bis auf den Schalter in Kniehöhe und das griffige Momo-Steuer ist im Charger alles wie damals – original. Das weiße Leder passt nicht so recht in das orangefarbene Geschoss – ist aber ebenfalls Serie.

Hubraum statt Stromlinie

Überraschend, wie gut sich der mehr als 35 Jahre alte Dodge Charger über die enge Landstraße bewegen lässt. Die bekannt schwammige Lenkung von US-Autos sucht man vergebens. Präzise lässt sich der Bigblock-V8 über die Straße zirkeln. Der Suchtfaktor: nicht nur wegen des betörenden Blubberns enorm. Ein Tritt auf das schwergängige Gaspedal und der Charger stemmt sich bullig donnernd gegen den Wind. Statt aerodynamischer Feinheiten gab es nur Power pur. Jeder Meter ist ein Genuss. Fabio Endrizzi restauriert gerade einen weiteren General Lee, ebenfalls Baujahr 1969 und in dem obligatorischen Orange und mit schwarzem Leder. Einen Käufer für den General hat er bereits, einen begeisterten Italiener. Die Dukes haben eben überall ihre Fans – so wie Dodge.

Stefan Grundhoff; Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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