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Haben die Europäer einen Wettbewerbsnachteil beim autonomen Fahren?: Heißes Eisen

Europa droht bei der Entwicklung des autonomen Fahrens den Anschluss zu verlieren. Während in China und den USA bereits Nägel mit Köpfen gemacht werden, verfängt sich der alte Kontinent in regulatorischen Grundsatzdiskussionen.

Auch Tesla entwickelt mit Hochdruck am autonomen Fahren

Auch Tesla entwickelt mit Hochdruck am autonomen Fahren

Johann Jungwirth ist kein wortgewaltiger Volkstribun; eher ein Mann der stillen Worte. Doch unlängst schlug VWs ausgeschiedener Chief Digital Officer lautstark Alarm. Europa sei drauf und dran bei der Entwicklung des autonomen Fahrens den Anschluss zu verlieren, gab "JJ" gegenüber der "Automotive News Europe" frustriert zu Protokoll. Hauptursache für diesen alarmierenden Umstand sei die fehlende beziehungsweise langsame voranschreitende Gesetzgebung, die in Europa den Rahmen für die Entwicklung der selbsttätig agierenden Automobile vorgibt. "Aufgrund der UNECE haben wir einen Wettbewerbsnachteil", beklagt sich Jungwirth, nach dessen Ansicht es keinen zweiten Sieger im Wettlauf um das autonome Fahren gibt. "Der Gewinner könnte alles bekommen".

Heißes Eisen
Auch Tesla entwickelt mit Hochdruck am autonomen Fahren

Auch Tesla entwickelt mit Hochdruck am autonomen Fahren

Die "United Nations Economic Commission for Europe" (UNECE) ist gemeinsam mit der Wiener Straßenverkehrskonvention verantwortlich für die Homologation und den regulatorischen Rahmen für den Betrieb von Kraftfahrzeugen, also auch autonom fahrenden Autos. In besagtem "Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr" heißt es unter anderem: "Jedes Fahrzeug und miteinander verbundene Fahrzeuge müssen, wenn sie in Bewegung sind, einen Führer haben" und weiter "Jeder Führer muss dauernd sein Fahrzeug beherrschen".

Aktuell ist man daran dieses Papier umzuschreiben. Nach Ansicht eines Lobbyisten, der für die Automobilindustrie an den richtigen Schrauben zu drehen versucht, kann das noch zwei Jahre dauern, bis das geschieht. Wertvolle Zeit im Streben um das autonome Fahren. Während vor allem in den USA richtig Gas gegeben wird, kommt Deutschland nur sehr schwer aus dem Startblock. Die Teststrecken, auf denen sich hierzulande die Robo-Autos bewegen dürfen, sind überschaubar. Auf der Autobahn A9 wird schon länger erprobt, in Düsseldorf ist seit Juli eine Strecke ausgewiesen und zwischen Soest und Iserlohn soll eine Teststrecke entstehen, die auch über Landstraßen führt. Aufgrund der schlechten Voraussetzungen testen auch die deutschen Autobauer verstärkt in den USA.

Die Bedingungen sind zwischen New York und Los Angeles aufgrund des schachbrettartigen Grundrisses der Städte und der vielen Einbahnstraßen bisweilen günstiger als hierzulande und auch der Gesetzgeber forciert die Entwicklung. Die Autobauer haben Städte, wie Pittsburgh als Testszenario im Blick, aber rings um San Francisco und in Arizona drehen Robo Cars bereits seit geraumer Zeit ihre Runden. Schon seit längeren sind in den USA große Testflotten, sei es von Tesla, Cadillac oder das von Google ausgegliederte Unternehmen Waymo, das das autonome Fahren vorantreibt, unterwegs. Waymo kooperiert bei diesem Ansinnen mit Fiat Chrysler und Jaguar, Gespräche mit weiteren OEMs, um den auch in Europa aktiv zu werden laufen laut Waymo-Chef John Krafcik. Ob diese Verhandlungen aufgrund der sehr zurückhaltenden Einstellung der hiesigen Autobauer gegenüber den Newcomern aus Silicon Valley schnell zum Erfolg führen, darf zumindest bezweifelt werden.

Ein BMW-Ingenieur, der sich mit dem autonomen Fahren beschäftigt, spricht Klartext über das Gesetzugsgebungsproblem: "Klar ist das ein Thema, aber noch ist es nicht akut." Offiziell traut sich der Münchner Autobauer nicht, dieses heiße Eisen anzufassen und verschanzt sich hinter allgemeingültigen Aussagen: "Die BMW Group und Ihre Partner entwickeln das autonome Fahren auf globalem Level. Über unsere Entwicklungsstandorte in den USA, Europa und China sind wir mit den Gesetzgebern in allen wichtigen Märkten im Austausch."

Mercedes Benz tritt da schon stärker aufs Gas und nimmt die EU in die Pflicht, möglichst schnell einen passenden Rahmen für die Entwicklung des autonomen Fahrens zu schaffen. "Fortschritt darf nicht an nationalen Grenzen Halt machen. Die Gesetzgebung muss mit der technischen Entwicklung Schritt halten, sonst können wichtige Innovationen beim automatisierten und autonomen Fahren nicht auf die Straße kommen. Rechtssicherheit ist eine Voraussetzung für die Akzeptanz des autonomen Fahrens in der Gesellschaft. Daher brauchen wir zügig eine weitergehende internationale Harmonisierung des Rechtsrahmens", sagt Renata Jungo Brüngger, Vorstandsmitglied der Daimler AG verantwortlich für das Ressort Integrität und Recht. Audi stimmt zu: "Die Anpassungen der Gesetze und Rahmenbedingungen müssen parallel zur Entwicklung dieser Funktionen erfolgen", erläutert Dr.rer.nat. Thorsten Leonhardt Experte für Recht beim autonomen Fahren beim Ingolstädter Autobauer.

Das zurückhaltende Agieren der deutschen Autobauer ergibt aus Ihrer Sicht Sinn. Angesichts des immer noch schwelenden Dieselskandals, will man nicht zu viel Druck auf die Politik machen, bleibt schon brav hinter der sicheren Doppeldeckung und agiert als verständnisvoller Partner. Doch der Schmusekurs könnte fatale Folgen haben: Die Zeit drängt, beim Streben um das autonome Fahren, das die ganze Automobilbranche umkrempeln wird, geht es um viel und der zweite Sieger ist der erste Verlierer.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.