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Mercedes: Neues Kompetenzzentrum in Indien: Mit Indern auf Zukunftskurs

Bangalore ist Indiens IT-Hochburg. Hier findet die Branche ebenso hochqualifizierte wie kostengünstige Spezialisten. Daimler hat jetzt sein größtes Forschungs- und Entwicklungszentrum außerhalb Deutschlands im indischen "Silicon Valley" eröffnet.

Bis in die 1990er Jahre hinein haben Kokosplantagen das Umland der südindischen Stadt Bangalore geprägt. Rinder weideten und dösten im Schatten der Palmen. Doch innerhalb weniger Jahre hat sich das Leben rund um die Metropole wie im Zeitraffer verändert. Stahl, Beton und spiegelnde Glasfronten prägen die Szenerie in Whitefield, das vor kurzem noch ein Dorf, etwa 20 Kilometer vor den Toren der Metropole war. Nachdem sich das bis dahin sozialistisch organisierte Land Anfang der 1990er Jahre für die Marktwirtschaft und für internationale Konzerne geöffnet hat, haben sich die Global Player der IT-Branche hier mit wuchtigen Dependancen in Stellung gebracht. In Bangalore sah man Potenzial, besaß es doch bereits in Indiens sozialistischer Ära ein Luft- und Raumfahrtzentrum und seit 1908 schon ein renommiertes wissenschaftliches Institut.

Unübersehbar dreht sich jetzt auch der Mercedes-Stern über einem der Hochhausdächer. "Mit unserem neuen Kompetenzcenter in Bangalore haben wir direkten Zugang zu hoch qualifizierten Mitarbeitern und sind hervorragend mit der vor Ort ansässigen internationalen und nationalen Zulieferindustrie vernetzt", so Daimler-Forschungs- und Entwicklungsvorstand Thomas Weber. Rund 1200 Ingenieure beschäftigen die Stuttgarter in ihrem neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum (MBRDI), das drei alte Standorte in Bangalore unter einem Dach vereint. Die Aktivitäten der neuen Zentrale umfassen im Wesentlichen zwei Bereiche: Zum einen klassische IT-Dienstleistungen, wie die Entwicklung von Infrastruktursystemen für den konzerninternen Gebrauch und Entwicklung von Apps für mobile Anwendungen. Derzeit arbeiten MBRDI-Mitarbeiter unter anderem an der Mobilitätsplattform "Moovel", die Nutzern anzeigen soll, wie sie von A nach B kommen und auf welche Verkehrsmittel - von Bus und Bahn bis zum Car-2-Go-Smart - sie dabei zurückgreifen können. In Deutschland wird die "Moovel"- Basisversion entwickelt, in Indien die Android-Version fürs Smartphone.

Ein zweiter Bereich des Entwicklungszentrums ist mit der Entwicklung von Fahrzeugkomponenten für die PKW- und Nutzfahrzeugsparte befasst - Fahrerkabinen für Trucks, Türen und Spiegel gehören ebenso dazu, wie Fahrzeugsitze und Komponenten des Antriebsstrangs. Die Verantwortung für die Entwicklung eines ganzen Fahrzeuges nach Indien zu delegieren, sei in absehbarer Zeit aber nicht geplant, so Weber. Das hervorragende IT-Know-how der indischen Ingenieure macht sich Daimler auch bei der Softwareentwicklung für Motorsteuergeräte, bei der Simulation des Crashverhaltens in unterschiedlichsten Unfallsituationen und bei der Simulation von Fertigungsverfahren zunutze. Bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge sollen Simulationen in der digitalen Welt künftig plastische Modelle überflüssig machen, die heute bei der Entwicklung von Prototypen noch der Regelfall sind.

Ziel ist es, neue Produkte schneller und kostengünstiger an den Start zu bringen. Der Druck ist enorm. Mit rund 1,3 Millionen verkauften Autos in 2012 zuckelt die Marke mit dem Stern ihren Wettbewerbern BMW und Audi hinterher. Wegen der schwächeren Entwicklung auf den wichtigsten globalen Märkten blieb zudem die Umsatzrendite hinter den Erwartungen zurück. Mit 13 völlig neuen Modellen wollen die Stuttgarter in den kommenden Jahren in die Offensive gehen, die Konkurrenz ein- und überholen. Nicht nur die Errungenschaften der digitalen Welt sollen die Kosten dieses Kraftakts im Zaum halten. Auch die deutlich niedrigeren Lohnkosten in Indien bieten Sparpotenzial. Ein Ingenieur in Bangalore verdient nur etwa ein Fünftel dessen, was sein Kollege am Standort Sindelfingen bekommt.

Noch sind etwa 16 700 von insgesamt 21 000 Forschungs- und Entwicklungsmitarbeitern des Konzerns in Deutschland beschäftigt. "Fest steht aber, dass es auf mittlere Sicht keinen Ausbau in Deutschland geben wird", erklärt Weber. Die Kapazitäten in Indien und China, wo Daimler ebenfalls einen Entwicklungsstandort unterhält, sollen in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden.

Wettbewerber Audi hat kürzlich ebenfalls ein Entwicklungszentrum in China eröffnet, um besser und schneller auf die Wünsche der asiatischen Kundschaft reagieren zu können. Bei Daimler ist man überzeugt, mit dem Kompetenzzentrum in Bangalore noch besser für den Zeitpunkt gerüstet zu sein, an dem der indische Premiummarkt ins Rollen kommt. Seit Jahren betrachtet man den Subkontinent mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern und dem seit der Jahrtausendwende sprunghaft steigendem Bruttoinlandprodukt als "schlafenden Riesen".

Noch kaufen Indiens PKW-Kunden vor allem Klein- und Kleinstwagen. Rund 2,5 Millionen waren es im vergangenen Jahr. Die internationalen Premiumhersteller konnten insgesamt gerade mal 31 000 Autos an die Kundschaft bringen. Nach Prognosen, auf die man sich im Hause Daimler stützt, könnten es im Jahr 2020 immerhin 280 000 sein. Um sich bei der Expansion des Premiumsegments einen möglichst großen Teil vom Kuchen zu sichern, muss man lokale Trends aufnehmen und schon jetzt in die Entwicklungsaktivitäten einbeziehen, ist Weber überzeugt. Eine Herausforderung seien abgewandelte Assistenzsysteme, die auf Indiens - extrem chaotische - Straßenverkehrsverhältnisse zugeschnitten sind.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.