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VW will sich neu erfinden: The new Volkswagen

Volkswagen will sich mitten im Diesel-Skandal neu erfinden. Alte Zöpfe sollen abgeschnitten werden, andere Wege gewagt und eine neue Offenheit zelebriert werden. Die CES macht Hoffnung.

Herbert Diess hält seine Keynote auf der CES 2016

Herbert Diess hält seine Keynote auf der CES 2016

Die Keynote-Speech von Volkswagen Markenchef Herbert Diess auf der Consumer Eletronic Show (CES) in Las Vegas war von den meisten aus der Autobranche sehnlichst erwartet worden. Es war der erste größere Auftritt des neuen Markenchefs, der sich vom Konkurrenten BMW nach Niedersachsen kommend, seinen Start bei Europas größtem Autobauer deutlich anders vorgestellt hat. Auf der CES geht es nicht um dröge Pressekonferenzen und das Abarbeiten von technischen Neuerungen wie bei IAA, Genfer Salon oder Peking Motorshow, sondern - wie sollte es in der Spielerstadt Las Vegas auch sein - um die Show. Hier spielte zumindest die Keynote von Intel-Chef Brian M. Krzanich mit Showelementen rund um springende Mountainbiker und jeder Menge Action in einer anderen Liga.

The new Volkswagen
Herbert Diess hält seine Keynote auf der CES 2016

Herbert Diess hält seine Keynote auf der CES 2016

Doch Herbert Diess legte im Chelsea Theater des Cosmopolitan Hotels mit seiner Keynote Speech ein solides Erstlingswerk hin. Eines wurde auch klar: eine fehlende Krawatte, ein geöffnetes Hemd und ein gut sitzender Anzug im trendigen Mittelblau machen noch keinen Star auf dem Las Vegas Strip, wo sonst Elvis Presley, Dean Martin und Celine Dion regierten. Diess, souveräner und ambitionierter als bei vielen seiner BMW-Auftritte, entschuldigte sich mehrfach beim Publikum für den hauseigenen Diesel-Skandal, aus dem er als einer der wenigen im Hause Volkswagen unbefleckt hervorgeht. Herbert Diess nimmt man die Rolle des Aufräumers allemal ab. Als die Mogelprogramme im Wolfsburger Konzern implementiert wurden, drückte Sparfuchs Diess zusammen mit Norbert Reithofer noch BMW seinen Stempel auf und verbreitete Schrecken bei Einkauf und Entwicklung.

Volkswagen will die schwerste Unternehmenskrise seiner Geschichte nutzen, um sich neu zu erfinden und so rief Herbert Diess auf der Hightech-Bühne des Chelsea Theaters "the new Volkswagen" aus. Der sinnfreie Slogan "Volkswagen - das Auto" ist damit Geschichte. Zukünftig soll es eine deutliche Trennung von Volkswagenkonzern und den einzelnen Marken geben. So bekommt die Kernmarke VW ebenso wie die umtriebigen Schwestern eine längere Leine und mehr Eigenständigkeit - so der Plan. Wer in diesen Wochen mit führenden Mitarbeitern aus dem Hause Volkswagen spricht, hört überall von einer neuen Offenheit, vielen Treffen und einem neuen Charakter der Zusammenarbeit. In den Ebenen darunter tönt weitgehend das gleiche Bild. Doch zwischen den Zeilen wirkt the new Volkswagen bisweilen ebenso hölzern, wie einiges Elemente die Keynote auf der CES von Las Vegas. Das neue Touch Display im E-Golf in allen technischen Details vorzustellen war doch etwas dünn an Neuigkeitswert für eine alles andere als autogeneigte IT- und Computermesse wie die CES, wo es eher um das große Ganze und neue Trends geht. Da sieht es mit dem VW Budd-e schon anders aus. Bleibt nur zu hoffen, dass Volkswagen den Enkel des einstigen Love-, Peace- and Happiness-Bullys bis zum Ende des Jahrzehnts auch auf die Straße bringt. Bisher wurden zahlreiche überaus vielversprechende und sehenswerte Studien zu einer Neuauflage eines VW Bus zum Rohrkrepierer. "Wir entwickeln komplett neue und einzigartige Fahrzeug-Konzepte - speziell für die Langstrecken-Elektromobilität", so Herbert Diess auf der CES, "es wird uns alltäglich begleiten und die Mobilität komplett verändern. Volkswagen hat viele Ideen, diese zukunftsweisenden Technologien zu nutzen und sie zu den Kunden zu bringen."

Der rund 4,60 Meter lange VW Budd-e, mit einem rein elektrischen Allradantrieb ausgestattet, der 235 kW / 317 PS leistet, scheint als erster Modell der Modularen Elektrifizierungsplattform jedoch das Zeug zu mehr zu haben und die Fahrt auf die Verkaufsbühne zu schaffen. Schließlich wird auch Herbert Diess und die dann neue Marke Volkswagen abseits aller abzuarbeitenden Prozesse des Dieselskandals nur an ihren Erfolgen gemessen. Hier steht neben deutlich besserer Renditen und dem Sprung auf Platz eins der weltweiten Verkaufsstatistik insbesondere auf der Agenda, neues Vertrauen zu gewinnen. Das dürfte nicht nur in USA schwerer denn je sein, denn selbst vor dem Diesel-Skandal lief es auf dem mächtigen US-Markt alles andere als gut für die Wolfsburger. Und auch wenn sich Volkswagen intern neu erfindet und sich mehr als je zuvor als innovativer Weltkonzern in Szene setzt, ist der Weg nach oben länger denn je. Das weiß auch Herbert Diess. Doch sein erster großer Auftritt auf der CES in Las Vegas sollte zumindest vielen VW-Angestellten Mut machen. Die Zeiten, in denen man den Kopf in den Sand steckt, bis die Krise vorbei ist, scheinen schneller als erwartet vorbei zu sein. Dafür ist die CES - trotz ihrer überschaubaren Bedeutung für die Autobranche - vielleicht der rechte Start. Und nächste Woche steht mit der Detroit Motorshow die nächste Großveranstaltung in den USA an - Herbert Diess dürfte sich auch für die NAIAS viel vorgenommen haben.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.