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Boom von Abos: Ein Euro am Tag - Wiens öffentlicher Nahverkehr wird zum Vorbild für Deutschland

Für nur 365 Euro kann man in Wien ein Jahresticket für Bus und Bahn erwerben. Das Netz ist eng, der Service gut – viele Wiener verzichten aufs Auto. Das lässt sich die Stadt auch etwas kosten.

In Wien setzt sich der öffentliche Nahverkehr durch, das lässt sich die Stadt aber auch etwas kosten.

In Wien setzt sich der öffentliche Nahverkehr durch, das lässt sich die Stadt aber auch etwas kosten.

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Ein Euro pro Tag – dafür gibt es in Wien den öffentlichen Nahverkehr im gesamten Netz der Stadt. Seit 2012 kostet ein Jahresticket in der österreichischen Hauptstadt nur 365 Euro.

Im Hamburger Verkehrsverbund kostet die verbilligte Schülerkarte fürs Gesamtnetz dagegen schon fast das doppelte (685 Euro). Für Erwachsene ist der – allerdings auch extrem weitläufige - Gesamtbereich in Hamburg unbezahlbar (2100 Euro), der kleinere Hamburg AB kostet im Abo pro Jahr 1046 Euro. Das sind fast 700 Euro mehr als in Wien.

Die jetzigen Preise sind offenbar zu hoch, um die Bürger in Massen dazu zu bringen, vom Auto auf die Öffis umzusteigen. In Wien werden 40 Prozent aller Wege mit Bus und Bahn zurückgelegt, in Berlin sind es 27 Prozent, in Hamburg nur 18 Prozent. Aber für 30 Euro im Monat steigen viele Menschen um. In Wien hat sich das Billig-Ticket bewährt. Von 2012 ist die Zahl der Jahreskarteninhaber von 373.000 auf 780.000 gestiegen. Inzwischen soll es mehr Wiener geben, die ein 365-Euro-Ticket besitzen, als Auto-Halter in der Stadt leben.

Deutschland treibt die Angst vor Fahrverboten an

Auch in Deutschland überlegen die fünf Modellstädte Bonn, Essen, Herrenberg, Mannheim und Reutlingen zusammen mit dem Bundesumweltministerium, wie der Nahverkehr billiger und damit attraktiver werden kann. Das "Handelsblatt" hat berichtet, dass alle fünf Städte bereit sind, ihre Preise für den öffentlichen Nahverkehr massiv zu senken. Die Kosten übernimmt der Bund zum großen Teil.

Bezeichnend für die Lage in Deutschland ist allerdings die Motivation der Bundesregierung. Hier geht es weniger darum, ärmeren Menschen mehr Mobilität zu sichern, eine Vision für den Verkehr in den Städten zu entwickeln oder die Lebenssituation in den Städten zu verbessern. Die Bundesregierung treibt vor allem die Sorge um, dass den Fahrer von Diesel-Fahrzeugen Fahrverboten drohen. Böse kann man sagen: Bevor die Fahrer von Stink-Dieseln leiden müssen, ist der Bund sogar bereit, Bus und Bahn zu fördern. Den Kunden kann es egal sein, für sie wird der Nahverkehr billiger. Schade nur, dass ähnliche Maßnahmen nicht für Großräume wie Hamburg, Berlin oder München geplant sind.

Öffis kosten Geld

Der Weg zu einer weitgehend autofreien Stadt ist allerdings nicht umsonst. Auch wenn in Wien mehr Abos verkauft werden, stieg der Zuschussbedarf. Es gibt unterschiedliche Ansichten, wie stark die Kosten in Wien gestiegen ist. Einerseits wird die Zahl von 51 Millionen Euro im Jahr genannt, aber da sind große Kosten für den Netzausbau enthalten, die auch ohne das 365-Euro-Ticket angefallen werden. Daniel Amann, der Pressesprecher der Wiener Linien, rechnet anders. "Wenn die nächste Haltestelle zu weit entfernt ist oder die nächste U-Bahn erst in 15 Minuten kommt, nutzen die Menschen unsere Angebote auch trotz günstiger Fahrpreise nicht", so Amann. Also müsse das Netz ausgebaut werden. Schon im Jahr 2012 lebten 96 Prozent aller Wiener so nah an einer Station des Nahverkehrs, dass sie diese zu Fuß erreichen konnten. Das ist eine Abdeckung, die deutsche Großräume nur in den echten Innenstadtlagen erreichen.

Grundsätzlich habe sich die Kalkulation der Verkehrsbetriebe mit Einführung des Tickets nicht geändert, sagt Amann. Vor der Einführung des Billig-Tickets konnten die Wiener Linien 60 Prozent der Kosten durch den Verkauf von Fahrkarten decken. Diese Quote würde auch heute erreicht werden. In absoluten Zahlen steigt der Zuschuss allerdings, wenn mehr Fahrgäste die subventionierten Verkehrsbetriebe nutzen.

In Estland ganz umsonst

Übertragen auf Deutschland macht das Beispiel Wien Mut. Auch mit einem günstigen Ticket wird der Nahverkehr nicht zu einem Milliardengrab, aber man muss davon ausgehen, dass er dadurch auch nicht kostendeckend arbeiten wird. Dennoch ist der Weg weit, in Wien arbeitet der Nahverkehr mit einem Deckungsgrad von 60 Prozent. In Hamburg müssen Busse und Hochbahn dagegen fast 90 Prozent ihre Kosten durch den Fahrkartenverkauf erwirtschaften. Auch in Hamburg gibt es verbilligte Tickets, der Kostengrad von 90 Prozent bedeutet also nichts anderes, als dass Normal-Zahler wie Pendler überhaupt nicht subventioniert werden.

In der Hauptstadt Estlands, Tallinn, ist der Nahverkehr für Einwohner dagegen schon seit 2013 umsonst. Bei den Esten waren allerdings soziale Gründe ausschlaggebend. Dort dachte man so: Der öffentliche Nahverkehr wurde in Tallin, wie auch sonst überall in der Welt, massiv bezuschusst. Aber er war immer noch so teuer, dass die wirklich Armen ihn sich nicht leisten konnten. Die Subvention kam bei ihnen gar nicht an. Das erschien den Esten widersinnig – seitdem ist der Nahverkehr kostenfrei.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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