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Lada Granta 1.6: Soziale Verantwortung

Lada hat seinem Einstiegsmodell Granta ein umfassendes Facelift verpasst. Die größten Fortschritte sind hör- und fühlbar: Die Geräuschdämmung und das verbesserte Fahrwerk zahlen sich auf den schlechten Straßen zwischen Wladiwostok und Sankt Petersburg aus.

Auch das Heck sieht frischer aus

Auch das Heck sieht frischer aus

Bei Lada ändert sich momentan einiges. Jahrelang definierte sich der russische Autobauer über den rustikalen Offroader Niva. Doch seitdem die Renault Nissan-Allianz das Ruder in die Hand genommen hat, stellt sich Lada neu auf und will mit moderneren Autos punkten. Nachdem die Vesta-Familie aufpoliert wurde, hat jetzt auch der Granta ein Facelift bekommen. Schließlich ist das Einstiegsmodell das am dritthäufigsten verkaufte Modell in Russland.

Soziale Verantwortung
Auch das Heck sieht frischer aus

Auch das Heck sieht frischer aus

Die neue Front unterscheidet sich merklich vom bisherigen Antlitz, trägt jetzt das markentypische X als Designmerkmal und auch das Heck sieht frischer aus. Das Resultat: Insgesamt steht der Granta satter da. Das Gleiche gilt für den Innenraum, der sich deutlich von dem bisherigen barock anmutenden Ambiente unterscheidet und eine modernere Wohnlandschaft bietet. Dabei kostet die Stufenhecklimousine umgerechnet weniger als 5.500 Euro. "Wir haben eine soziale Verantwortung, dieses Auto bezahlbar zu machen, um vielen Menschen eine solche Mobilität zu ermöglichen", heißt es bei Lada. Konsequenterweise wird der Granta auf der Lada-Homepage als das "Auto des Volkes" bezeichnet.

Dass der Autobauer bei allem sozialen Engagement kein Geld zu verschenken hat, ist klar. Deshalb steckt auch hinter dem Granta ein knallhart kalkuliertes Geschäftsmodell. Also regiert auch im Innenraum des aufgepeppten Granta dunkles Hartplastik. Die Verarbeitung ist durchaus solide, denn auch bei der Fahrt über schlechte Straßen knarzt und knackt nichts. Das ändert nichts an der Tatsache, dass man auf den neuen Sitzen, wie auf einem Klappstuhl thront. Die Oberschenkelauflage ist ziemlich kurz und der Seitenhalt inexistent. Da trifft es sich gut, dass der 78 kW / 106 PS-Vierzylinderbenziner keine Bäume ausreist. Immerhin wuchtet das Triebwerk die 1.160 Kilogramm schwere Limousine in zwölf Sekunden auf 100 km/h und schafft maximal 184 km/h.

Schnell genug, um auch die langen Strecken Russlands zu überwinden. Denn der Granta wird vor allem auf dem Land gekauft. Und da das Tankstellennetz außerhalb von Moskau nicht besonders dicht ist, ist der Durchschnittsverbrauch von 6,5 Litern durchaus von Vorteil. Die Straßen in Sibirien sind auch nicht immer die besten und aufgrund der strammen Winter oft mit knackigen Schlagköchern übersät - also hilft es, dass der Granta komfortabel abgestimmt ist. "Wir haben einiges am Fahrwerk gemacht", erklärt Techniker Juri. Das verbesserte Zusammenspiel zwischen Federn und Dämpfern bewährt sich auch bei rissigem Asphalt mit Löchern und groben Querfugen. Das Fahrzeug schluckt alle Unebenheiten, ohne stark nachzuwippen. Dabei ist das Geräuschniveau im Innenraum erfreulich niedrig und man kann sich auch bei höheren Geschwindigkeiten noch unterhalten, ohne brüllen zu müssen.

Mit der neuen Lenkung lässt sich der Granta entspannt dirigieren, aber ein ausgesprochener Dynamiker ist die Stufenhecklimousine natürlich nicht. Dafür sorgt schon die Fünfgang-Automatik, die aber sehr gut zum Fahrzeug passt. Zudem ist das Fahrverhalten des frontgetriebenen Ladas extrem gutmütig. Selbst, wenn die Limousine mit Karacho in eine Kurve geschmissen wird, schiebt sie lediglich leicht über die Vorderräder und lässt sich durch einen Gaslupfer wieder einfangen. Sollte es dennoch mal eng werden, verzögern die Bremsen zuverlässig und das optionale ESP wacht im Hintergrund.

Im Innenraum des 4,27 Meter langen Fahrzeugs geht es einigermaßen geräumig zu. Erwachsene können auch hinten Platz nehmen, allerdings wird es ab 1,90 Meter Körpergröße im Fond um den Kopf herum eng und das Gepäck verschwindet im Kofferraum, der ein Volumen von 520 Litern hat. Wenn man zu zweit unterwegs ist, kann man die Lehnen der Rückbank umlegen und das Fassungsvermögen des Ladeabteils wächst auf 815 Liter. Für alle, denen das zu wenig ist und die mit einer Stufenheck-Limousine nichts im Sinn haben, gibt es den Granta auch als Kombi- und Fließheck-Variante.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.