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Peugeot-Oldtimertreffen: Deutsch-französische Freundschaft

Die Peugeot-Fans zeigten beim Europatreffen, dass es am besten gemeinsam geht. Fast 200 Oldtimer aus 14 Ländern kamen diesmal nach Lahnstein an den Mittelrhein.

Einmal im Jahr trifft sich die Schar der europäischen Peugeot-Afficinados, um in Löwen-Preziosen dem gemeinsamen Automobil-Interesse zu frönen. Knapp 200 Oldtimer mit 450 Teilnehmern aus 14 Ländern kamen diesmal nach Lahnstein an den historischen Mittelrhein. José Logel war aus dem Peugeot-Heimatland Frankreich an den Rhein gekommen, um sein ungewöhnliches Allerweltsauto zu präsentieren. Wieder ein paar hundert Kilometer mehr für seinen dunkelroten Peugeot 205 XL, der mittlerweile mehr als 537.000 Kilometer gelaufen hat. "Der Wagen stammt aus dem Jahre 1988 und läuft ohne jegliche Probleme", so der sichtlich gut gelaunte José Logel. Der Wagen in karger Buchhalter-Ausstattung hat keinerlei Extras; abgesehen von einem nachgerüsteten Drehzahlmesser auf dem Armaturenbrett und einer Anhängerkupplung, die regelmäßig noch immer in Benutzung ist.

Der Peugeot 202 BH von Uwe Czernay stammt aus dem Jahre 1949 und hat einiges weniger gelaufen als der 80er-Jahre-Star Peugeot 205. "Wir haben unseren 202 per Hänger hierher gebracht", so Uwe Czernay, "doch ich fahre den 202 BH regelmäßig. Zu tun gibt es natürlich immer etwas, aber der Wagen hat erstaunlich wenig Rost und einen wirklich ordentlichen Zustand." Der 1,2 Liter große Vierzylinder, der hinter Scheinwerferaugen und Kühler versteckt ist, leistet 30 PS. Das reicht für Tempo 100, die sich auf den mächtigen 155 / 400er Reifen anfühlen wie bei einer Ballonfahrt. "Ich habe den Wagen vor 27 Jahren in Toulouse bei einem Ford-Händler gekauft, der den Wagen an sich restaurieren wollte ", erzählt Czernay, "mein 202 hat bereits eine 12-Volt-Anlage und ein großes Schiebedach." Die Kratzer an den hinteren Radläufen sind der engen heimischen Garage geschuldet. Doch der Peugeot 202 BH sei allemal ein Alltagsauto. Da sieht man das Französisch, so der Peugeot-Sammler aus Oldenburg während er die Winker kontrolliert.

Ludo Schiphorst aus Belgien hat bei seinem Weg zum Peugeot-Treffen die etwas forschere Gangart auf eigener Achse gewählt. "Ich habe mehrere Peugeot-Modelle; bin aber hierhin mit einem 504 Coupé V6 TI gekommen." Der Wagen ist kaum wiederzuerkennen, denn Schiphorst hat das elegante Coupé aus dem Jahre 1979 detailgetreu in einen Rallyeboliden umfunktioniert, wie sie Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre bei den internationalen Rallyemeisterschaften unterwegs waren. "Der Umbau zum Rallye-504er hat mich rund einen Winter gekostet", berichtet der belgische Rallyefan, "noch ist nicht alles fertig. Aber der Wagen fährt wirklich gut." Die Kotflügel sind ausgestellt, lichtstarke Zusatzstrahler vorne montiert, Breitreifen aus der Allradszene montiert und im Innenraum gibt es nicht viel mehr als zwei Schalensitze mit Renngurten. Lupo Schiphorst: "Ich fahre mit dem Wagen im Jahr bestimmt 10.000 bis 12.000 Kilometer. Macht unglaublich viel Spaß." Auf der Oldtimer-Tour immer im Schlepptau der nicht weniger spektakuläre Peugeot 504 Rallye von Jos Schiphorst, der in den 70ern nahezu alle wichtigen Afrika-Rallye gewinnen konnte.

Das Spektrum der Fahrzeuge beim europäischen Peugeot-Treffen ist mächtig. Highlights sind dabei 70er-Ikonen wie die kantige Staatslimousine des Peugeot 604 mit Vinyldach oder das unvergessene Peugeot 402 Darl‘mat Cabrio aus dem Jahre 1938. Der erfolgreiche Rennsportroadster war eines der schönsten Fahrzeuge der Vorkriegszeit - gerade in einem seichten hellgrün wie bei dem von Philippe Boulay.

Press-Inform / pressinform

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