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Provokation aus dem Kreml Russen-Panzer brauchen keine Visa


Der russische Vizepremier Dmitri Rogosin ist mächtig stolz auf die russischen Rüstungsschmieden. Im TV provozierte er mit dem Satz: "Panzer brauchen keine Visa".

Einreise mit Panzerketten statt Visa-Stempel. Ein Satz, der bei europäischen Politikern die Alarmglocken schrillen lässt. Laut der britischen Zeitung "Independent" sagte der Politiker Dmitri Rogosin: "Ich habe immer gewitzelt, sie werden uns keine Visa mehr geben, sie werden uns auf eine Sanktionsliste setzen. Aber Panzer brauchen keine Visa."

Rogosin gilt als Kreml-Hardliner und ist berüchtigt für seinen derben Humor. Als Rumänien seiner Maschine vor einem Jahr überraschend die Überflugrechte verweigerte, twitterte er, dass er beim nächsten Mal mit einem Atombomber T-160 wieder kommen werde. Die Aufregung war so groß, bis er einschränkte, er meinte natürlich die Tarnkappen-Eigenschaften des Flugzeugs und nicht die Bewaffnung. Rogosin jüngste Äußerung spielt auf patriotische T-Shirts an, auf denen eine mobile Topol-Interkontinental-Rakete mit den Worten. "Unsere Raketen haben keine Angst vor euren Sanktionen" zur sehen ist.

Hinter der Provokation steckt eine Menge Selbst-PR. Als Vizepremier ist Rogosin verantwortlich für die Rüstungs- und Raumfahrtindustrie. Der auf der Siegesparade in Moskau präsentierte T-14 Armata-Panzer ist eine seines Vorzeigeprojekt. Auch weil es einige Pannen im Raumfahrtprogramm geben hat. Derzeit gibt es zwar nur 20 handgefertigte Vorserienmodelle des Putin-Panzers, aber allein ihr erstes Auftreten hat potentielle Gegner in Aufregung versetzt. Deren Panzer - so wie der Leopard II der Bundeswehr - basieren auf 40 Jahre alten Konzepten.

Und trotz mehrmaliger Modernisierung fürchtet die Bundeswehr, dass der Leopard II nicht einmal die Panzerung von den aktuellen Russen-Panzern wie dem T-90 oder dem T-80 durchschlagen könnte - vom T-14 gar nicht zu reden.

Besorgt kündigten Deutschland und Frankreich an, einen eigenen, neuen Kampfpanzer entwickeln zu wollen. Im gleichen Interview nahm Rogosin dazu Stellung. "Das sind hochtechnologische Länder mit starkem technischem Potenzial und Tradition. Aber ich denke, die Franzosen und Deutschen werden es schwer haben. Sie sind 15 bis 20 Jahre hinter uns zurückgeblieben." Natürlich könnten sie mit einer Neuentwicklung beginnen, aber da Russland nicht untätig bleiben werde, sei es schwer den Vorsprung einzuholen.

Unterstützt wurde er vom Chefentwickler des T-14, Oleg Sienko. Im Interview mit dem Sender "Rossiya 24" sagte der, die brandneue Plattform könne man erst einmal unendlich oft modernisieren. Sienko ging nicht nur auf die Fähigkeiten des T-14 ein. Zumindest ebenso wichtig sei, dass der Superpanzer weit billiger zu produzieren sei, als die Modelle anderer Staaten. Damit sollen Befürchtungen zerstreut werden, dass Russland sich das ehrgeizige Aufrüstungsprogramm nicht leisten könne.

Erklärtes Ziel des Herstellers Uralvagonzavod ist es, den T-14 möglichst schnell exportieren zu können. Gedacht ist offenbar eine Massenproduktion wie beim Bau von Lkws. Der Bedarf der russischen Streitkräfte liegt bei 2300 Panzern, hinzu kämen Exportaufträge. Überdies nutzt der Armata die gleiche Basis wie alle anderen russischen Neuentwicklungen von Kettenfahrzeugen. Das Fahrgestell dürfte also zehntausende Mal gebaut werden.

Gernot Kramper

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