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Auffahrunfall "Teslasitze nicht sicherer als ein Gartenstuhl"

Der Sitz brach auseinander, die scharfe Kante sprang nach hinten.
Der Sitz brach auseinander, die scharfe Kante sprang nach hinten.
© FB / Commons
Bei einem Auffahrunfall mit einem Model Y in Arizona knickte der Beifahrersitz wie ein Gartenstuhl zusammen. Eine tödliche Gefahr für die Passagiere.

Unfälle mit einem Wagen von Tesla erregen viel Aufmerksamkeit - vor allem dann, wenn die Batterien explodieren oder der sogenannte "Autopilot" Schuld an dem Geschehen hatte. Dieses Foto aus einer Facebook-Gruppe sieht unspektakulärer aus, ist aber viel schockierender. Es zeigt einen kollabierten Beifahrersitz eines Tesla Model Y. Der kompakte SUV kostet mindestens 58.000 Euro, preislich gehört er also der oberen Mittelklasse an. Und dennoch bricht der Sitz zusammen wie ein Gartenstuhl.

Der Wagen soll im US-Bundesstaat Arizona einen Auffahrunfall erlitten haben, er wurde gerammt. Auf den Bildern einer Facebook-Gruppe ist zu erkennen, dass das Heck komplett eingedrückt wurde. Doch die Fahrzeugzelle ist nicht zusammengebrochen. Sie ist nicht einmal erkennbar verzogen. Der Beifahrer soll danach gesagt haben, er habe sich "entspannt und leicht zurückgelehnt" auf dem Sitz befunden, als sich der Unfall ereignete. "Vielleicht war das also die Folge davon, dass ich nach vorne geschleudert wurde und der Sicherheitsgurt mich nach hinten zog."

Gewicht des Beifahrers

Dann wäre der Sitz allein durch die Beschleunigung des Gewichts zusammengebrochen. Solche Schäden sind viel gefährlicher, als sie aussehen. Das unkontrollierte Zerbrechen des Sitzes bringt jeden Passagier auf der hinteren Reihe in Lebensgefahr. Hier hat der Sitz noch gehalten, bei einer etwas stärkeren Belastung hätte er durchbrechen können und dann wäre auch der Beifahrer in große Gefahr geraten.

Vermutlich wurde der Tesla von einem Lkw gerammt.
Vermutlich wurde der Tesla von einem Lkw gerammt.
© FB / Commons

Das Sicherheitskonzept in einem PKW sieht in etwa so aus: Im Falle eines Unfalles reißen automatische Gurtstraffer die Person nach hinten in die Sitzschale und fixieren ihn dort. Fast zeitgleich zünden die Airbags. Der Frontairbag baut sich auf, drückt die Person in den Sitz. Wenn die Rücklehne aber zusammenbricht, funktioniert das Zusammenspiel der Sicherheitsfeatures nicht mehr.

Industrie orientiert sich an ungenügenden Normen

Der Ingenieur George Hetzer III hat über 100 Autositze entwickelt. Er sagte dem Mobilitätsblog "InsideEVs", dass das Problem an den herrschenden Test- und Normanforderungen liege. Sie gehen auf die 1960er-Jahre hinweg. Die Sitze würden keiner dynamischen Belastung wie bei einem Unfall unterzogen. Grundsätzlich sei es ein allgemeines Problem, das nicht allein Tesla beträfe.

Tatsächlich werden Unfälle mit zusammenbrechenden Sitzen in den USA seit Jahren diskutiert, auch weil dabei Kleinkinder auf der Rückbank gestorben sind. Den Herstellern wie auch Tesla muss das Problem bekannt sein, dennoch gehen sie nicht über die ungenügenden Sicherheitsnormen hinaus. Jason Levine, Geschäftsführer des US-Interessenverbandes "The Center For Auto Safety" sagte "InsideEVs" : "Die Tatsache, dass Tesla, ein Unternehmen, das im Bereich Antriebs- und Fahrtechnologie auf dem neuesten Stand ist, eine Stuhllehne verwendet, die nicht sicherer als ein Gartenstuhl ist, ist doch das beste Beispiel dafür, dass wir unsere Sicherheitsstandards überarbeiten müssen."

Quelle: InsideEVs

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