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Peugeot 407: Großmaul

Alle Wege führen nach Paris. Vor allem für einen echten Franzosen. Ganz klar, dass auch der neue Peugeot 407 in der französischen Hauptstadt enthüllt werden muss.

Wer über einen Peugeot schreibt, greift gerne zum Löwen-Vergleich. Das geht schnell, passt immer und ist leider alles andere als kreativ. Der Verzicht auf die große Raubkatze ist allerdings auch nicht immer ratsam. "In der Seitenansicht nimmt der 407 die Haltung eines zum Sprung ansetzenden Raubtiers an...", haben sich Peugeots PR-Profis zu ihrer neuen Mittelklasse-Limousine einfallen lassen. "Gestützt auf die großen Räder streckt er die Aluminiumhaube und die weit vorgezogene große Frontscheibe voller Erwartung nach vorn und spannt die 'Muskeln' bis ins kurze, kräftige Heck." Aha. Dann doch lieber die Löwen-Nummer.

Was halten Sie vom neuen Peugeot 407?

Geburtsort: Messehalle

Alle Wege führen nach Paris. Vor allem für einen echten Franzosen. Ganz klar, dass auch der neue Peugeot 407 in der französischen Hauptstadt enthüllt werden muss. Mit dem entsprechenden Aufwand. Immerhin setzt man beim PSA-Konzern große Hoffnungen in den Nachfolger des seit acht Jahren gebauten 406. Und so wurde mit viel blauem Stoff, zwei riesigen Tribünen, großen Gesten und noch größeren Worten eine gesamte Messehalle zur Geburtsstätte eines neuen Peugeot umgerüstet.

Die Anstrengungen scheinen gerechtfertigt. Immerhin war der Erfolg des 406 ein Grundstein für den anhaltenden Erfolg des französischen Autobauers. Der 407 soll an diese Verdienste anknüpfen und sich in einer Klasse behaupten, in der zwischenzeitlich zahllose Konkurrenten um die Gunst der Kunden buhlen.

Emotion und Dynamik

"Emotion" ist eines der Schlagworte, mit denen sich Peugeot von Passat, Vectra, C-Klasse und 3er unterscheiden soll. Und "Ästhetik". Nicht zu vergessen "Dynamik". Die ersten beiden Schlagworte fallen in den Aufgabenbereich der Designer. Den Rest müssen Fahrwerksentwickler und Motorenbauer besorgen.

Löwenmaul

Keine leichte Aufgabe für Peugeots Design-Abteilung. Musste doch ein Fahrzeug entworfen werden, dass in seiner Karosserieform klassischen Vorgaben folgt, sich gleichzeitig aber von der Konkurrenz unterscheidet. Herausgekommen ist dabei ein echtes Großmaul. Zwischen den schmalen, fast bis in die Kotflügel gezogenen Scheinwerfern prangt dominant ein chromblitzender Löwe. Einen Kühlergrill gibt es nicht. Beatmet werden die Motoren des 407 durch einen mächtigen Kühllufteinlass in der Frontschürze.

Mehr Coupé als Limousine

Die stark taillierte Motorhaube geht sanft in die große und extrem flache Frontscheibe über. Das schafft ein angenehmes Raumgefühl und bringt eine Seitenansicht, die durch die gestreckte Dachform mehr an ein Coupé als an eine Limousine erinnert. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die breite C-Säule, die weich in die Kofferraumdeckel übergeht. Einziges optisches Highlight: eine kleine Spoilerlippe am Rand des Gepäckfachs. Mit dem durchaus beeindruckenden Vorderwagen kann das 407-Heck allerdings nicht mithalten. Die Form der Heckleuchten und der nach außen gewölbte untere Teil des Hecks kennt man bereits vom Audi A4 und dem Chrysler Neon.

Solider Innenraum

An Emotionen gespart haben die Entwickler im Innenraum. Das Interieur des Peugeots ist mit hochwertigen Materialien ausgekleidet, übersichtlich und geschmackvoll eingerichtet. Dominiert wird das Cockpit von der breiten Mittelkonsole mit ihrem großen Bildschirm. Das Multifunktionsdisplay hält, je nach Ausstattung, Daten von Klimaanlage, Navigationssystem, Bordcomputer, Audio-Anlage und Autotelefon bereit. Wer sich seinen 407 allerdings mit vielerlei Elektronik voll stopft, muss im Gegenzug mit einem ganzen Wust von Knöpfen und Bedienelementen leben.

Enger Fond

Hinter den Vordersitzen zeigt sich der 407 von zwei völlig unterschiedlichen Seiten. Durch die breiten Türen mit den ungewöhnlich großen Seitenfenstern ist das Einsteigen eine feine Sache. Wo man bei anderen Fahrzeugen dieser Größe grundsätzlich mit der Schulter am nach hinten abfallenden Dach hängen bleibt, landet man im neuen Peugeot berührungsfrei auf den hinteren Sitzen. Dort muss man sich allerdings mit einem eingeschränkten Platzangebot abfinden. Die breiten und groß dimensionierten Vordersitze sind für Fahrer und Beifahrer eine tolle Sache. Bei größer gewachsenen Vorderleuten wird es eng für die Knie der Mitfahrer auf den hinteren Plätzen.

Vier Triebwerke zum Start

Zum Start im Frühjahr 2004 stehen für den 407 vier Motoren zur Verfügung. Neben drei Benzinern (136 bis 210 PS) nagelt auf Wunsch auch ein 136 PS starker Selbstzünder unter der Haube. Per Partikelfilter vom störenden Diesel-Ruß befreit, erreicht das Triebwerk die Euro-4-Norm und sichert seinem Besitzer damit eine nicht unerhebliche Steuerbefreiung. Gegen später wird es dann sogar einen Sechszylinder-Diesel mit 2,7 Litern Hubraum geben. Geschaltet wird per manuellem Fünf- und Sechsgang-Getriebe. Die neue Sechsgang-Automatik bleibt dem Top-Benziner (V6 mit drei Litern Hubraum) vorbehalten.

Gegen Ende 2004 wird die 407-Baureihe durch einen Kombi ergänzt. Der 407 SW bekommt wie sein kleiner Bruder, der 307 SW, ein großes Glasdach sowie ein variables Sitzsystem.

Jochen Knecht

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.