HOME

IAA Nutzfahrzeuge: Dicke Dinger gehen immer

Während der Autoabsatz stagniert, explodieren die Verkäufe bei den Nutzfahrzeugen. Selbst ein kleiner Konjunkturknick kann das nur kurzfristig ändern: Immer mehr in Osteuropa produzierte Waren werden auf Lastern importiert.

Von Christoph M. Schwarzer

Bis zum Horizont reicht die Schlange der schweren Lastwagen auf der rechten Spur der A2. Denn dort ist der Osten. Die Fahrbahn hält das nicht lange aus. Und es kommt zu katastrophalen Unfällen. Trotzdem: "Die rechte Spur ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland notwendig", sagt Professor Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen. Und prophezeit in seiner aktuellen Nutzfahrzeug-Studie zur IAA in Hannover zwar eine kurzfristige Nachfragedelle, langfristig aber wieder einen kräftigen Zuwachs bei kleinen und großen Lastern.

Westeuropa ist satt

Für Lkw und Busse sieht er in den EU 15-Staaten, also dem vom ehemaligen US-Verteidigungsminister Rumsfeld so genannten "Old Europe" im Westen, eher eine Sättigung des Marktes. Bis 2010, so Dudenhöffer, werden eine konjunkturelle Schwäche und die Folgen der US-Immobilienkrise die Nachfrage schwächen. Die treffen zwar grundsätzlich auch Osteuropa und Russland. Dort können sie die explodierende Nachfrage aber nur bremsen.

Die Zuwachsraten in den EU 12, den neueren Mitgliedern der Europäischen Union im Osten, sowie in Russland sind immens. Selbst im vergleichsweise schwachen Jahr 2008 haben die Verkäufe mit insgesamt 335.000 Fahrzeugen aller Klassen noch um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Dabei wächst vor allem das Segment der ganz dicken Brummis über 16 Tonnen.

Neue Standorte im Osten

Alles nur neue Elefanten für die rechte Spur? Nein, widerspricht Ferdinand Dudenhöffer, sie sind die logische Folge der Verlagerung von immer mehr Produktionsstandorten nach Osteuropa. Preisgünstige Teile werden dort gebaut, um sie in Bochum und Rüsselsheim zu verbauen. "Ohne die Lkw gibt es ein Kostenproblem für deutsche Fabriken", sagt Dudenhöffer und ergänzt, dass die gesamte Logistikbranche weiter auf dem Vormarsch sei.

Trend: Sprit sparen bei den Nutzis

Neben dem Ost-Boom wird wegen der steigenden Kraftstoffkosten die Entwicklung neuer Spartechniken bei der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover im Vordergrund stehen. Gerade für Stadtbusse kommt der Hybrid, der auf den ewigen Überlandfahrten der 40-Tonner wenig Sinn machen würde. Gleichzeitig werden heute schon immer mehr neue Laster mit einem Stickstoff-Katalysator ausgerüstet. Mit einer Harnstoffeinspritzung, bei Mercedes höflich AdBlue und SCR-Kat genannt, kann das gesundheitsschädliche Abgas herausgefiltert werden. Eine Entwicklung, die in Diesel-Pkw erst mit der Abgasnorm Euro 6 im Jahr 2014 auf breiter Front eingeführt werden wird.

Sind Nutzfahrzeuge am Ende ökologischer? Für sich genommen schon. Eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) aus dem Jahr 2005 sieht zumindest beim Personentransport den Reisebus an erster Stelle – vor Bahn, Pkw und Flugzeug. Das UBA arbeitet zurzeit an aktuellen Werten, lässt aber durchblicken, dass sich an der Reihenfolge nichts grundsätzlich ändern wird. 27 Liter Diesel pro 100 Kilometer für das Mercedes-Busflagschiff Travego sind eben eine Ansage. Und das inklusive aufwändiger Abgasfilter.

Die Masse macht’s

Fast genau so gut steht ein moderner 40-Tonner da, der um 30 Liter Diesel schluckt. Ein Superwert, wenn man die Kilos und die Strecken sieht. Ein mieser Wert, wenn man die Gesamtbilanz betrachtet. Denn die stetig wachsende Masse der Lkws macht’s: 70 Prozent des Dieselsprits in Deutschland fließen in sie hinein. Und das, obwohl gerade die Riesen-Trucks Tanks haben, die einen Zwischenstopp im deutschen Transitland längst überflüssig machen. Die Kostenbilanz von Waren, die durch ganz Europa gekarrt werden, mag positiv sein. Zum Beispiel weil die Lohnkosten in Rumänien noch niedrig sind. Wenn die Krabben zum Pulen aber über Gibraltar nach Marokko gekarrt werden, um dann an den Ladentheken zwischen Flensburg und Oberstdorf auszuliegen, ist zumindest die Ökobilanz schlecht.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.