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TOKYO MOTOR SHOW: Deutsche Autobauer erobern Tokio

Mit stolzgeschwellter Brust können in diesen Tagen die deutschen Autobauer über die Tokyo Motorshow schlendern. Ausgerechnet beim einstigen Angstgegner Japan trumpfen die Deutschen ganz groß auf.

Mit stolzgeschwellter Brust können in diesen Tagen die deutschen Autobauer über die Tokyo Motorshow schlendern. Ausgerechnet beim einstigen Angstgegner Japan trumpfen die Deutschen ganz groß auf. Während der Tokio Motor Show unterstreichen die Hersteller BMW, Mercedes, VW aber auch zahlreiche Zulieferer ihre derzeit unumstrittene technologische Führungsrolle im internationalen Automobilbau. Vom einstigen Gejagten sind sie nach einer tiefen Krise zum Anfang der 90er Jahre mittlerweile zum Jäger geworden.

Japan in der Krise

Japan steckt inzwischen selbst in der Klemme. Die gesamte Volkswirtschaft stagniert seit Jahren. Die Zahl der Firmenpleiten liegt auf dem dritthöchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Von den zehn größten Autobauern Nippons sind nur noch Toyota und Honda unabhängig, bei den anderen haben amerikanische, deutsche oder französische Autokonzerne das Steuer übernommen.

Strategischer Schlüsselmarkt

Der japanische sowie der gesamte asiatisch-pazifische Raum mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten ist nun zum strategischen Schlüsselmarkt für die deutsche Automobilindustrie geworden. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) ist Japan für die Kfz-Hersteller und Zulieferer »Made in Germany« bereits zum größten außereuropäischen Exportland nach den USA geworden. Der Handelsbilanz-Überschuss allein dieser Branche mit Japan erreichte 2000 rund 900 Millionen DM. »In den ersten sieben Monaten diesen Jahres sind daraus schon 935 Millionen DM geworden«, betonte VDA-Präsident Bernd Gottschalk in Tokio.

Diesel-Boom verschlafen

Vor zehn Jahren sah die Welt noch anders aus: 1991 wurden noch 578 000 Autos direkt von Japan nach Deutschland verschifft, 2000 waren es lediglich noch 244 000. Da der hohe Yen-Kurs keine Preisvorteile mehr zulässt und die fernöstlichen Manager den Diesel-Boom verschliefen, müssen die japanischen Anbieter in Deutschland seit zwei Jahren einen dramatischen Absatzrückgang hinnehmen.

Zukunftsmarkt China

Der große Zukunftsmarkt in Asien ist allerdings China. Die Nachfrage wird im laufenden Jahr mit 700 000 Pkw doppelt so hoch sein wie 1997. »Eine weitere Verdoppelung in den nächsten fünf Jahren ist durchaus realistisch«, prognostiziert Gottschalk. Auf diesem Wachstumsmarkt befinden sich deutsche Hersteller ebenfalls in einer herausragenden Position, allein VW/Audi mit zwei Produktionsstandorten dominiert dort unangefochten das Autogeschäft mit 52 Prozent. In die Fertigungsanlagen sollen in den kommenden fünf Jahren fast 3,5 Milliarden DM investiert werden, um mit neuen Modellen den Vorsprung auszubauen. Auch BMW steht derzeit mit Peking in aussichtsreichen Verhandlungen über den Bau einer Autofabrik.

Zulieferer im Kommen

Damit steigen auch die Chancen der deutschen Zulieferindustrie auf dem einst weit abgelegenen Kontinent Fuß zu fassen. Selbst die bislang abgeschotteten Netzwerke der japanischen Autokonzerne beginnen mit zunehmend internationaler Ausrichtung zu bröckeln. Nissan, Mitsubishi und selbst Toyota sind für leistungsfähige ausländische Zulieferer keine geschlossenen Wagenburgen mehr. VDA-Vize-Präsident und Karmann-Chef Rainer Thieme fordert deshalb seine Zuliefer-Kollegen auf, Chancen wie die Tokio Motor Show stärker zu nutzen.

»Die Japaner schlagen zurück«

Doch es gibt auch warnende Stimmen, angesichts der aktuellen Hochstimmung nicht in Übermut zu verfallen. »Die Japaner schlagen zurück«, ist man in der Branche überzeugt. In den fernöstlichen Entwicklungs- und Forschungslabors werde derzeit ebenfalls hart gearbeitet. »Wir dürfen uns nicht auf den Erfolgen ausruhen«, mahnt Thieme, der im VDA die Gruppe der Zulieferer vertritt.

In Europa haben die japanischen Autobauer mit 14 Fertigungsstätten in zehn Ländern die Produktion in den vergangenen fünf Jahren bereits auf 1,35 Millionen Einheiten fast verdoppelt. Vor allem Toyota werde seine Globalisierungsanstrengungen mit Nachdruck fortsetzen, prophezeit VDA-Präsident Gottschalk. Dies zeige auch die jüngste Standortentscheidung für Frankreich.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.