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Games-Dienst Onlive: Angriff auf die Spielkonsolen

Wer aufwendige Videospiele richtig genießen will, muss bislang in eine teure Xbox oder Playstation investieren. Doch ein Angreifer sagt den hochgezüchteten Konsolen von Microsoft und Sony das baldige Ende voraus.

Von Arndt Ohler

In den letzten Wochen vor dem ersten großen Test gibt sich Onlive noch verschlossener als zuvor. "Die interne Testphase läuft. Mehr kann ich dazu nicht sagen", sagt eine Sprecherin. Auf der Videospielmesse E3 in Los Angeles taucht das Unternehmen erst gar nicht als Aussteller auf. Eine Pressekonferenz zumindest? "Wir machen während der E3 nichts für die Presse."

Die Geheimniskrämerei ist verständlich, viel steht auf dem Spiel: Onlive steckt in den letzten Vorbereitungen für ein Angebot, das die Branche revolutionieren kann. Spätestens Ende des Jahres sollen Kunden gegen Gebühr grafisch aufwendige Spiele auf einfachen Computern oder Fernsehern nutzen können. Spielkonsolen wie Microsofts Xbox 360, Sonys Playstation 3 sowie hochgezüchtete Computer seien dann überflüssig, versichert das Unternehmen auf seiner Website, man benötige lediglich eine schnelle Internetanbindung. Spiele liefern Branchengrößen wie Electronic Arts (EA), Ubisoft oder THQ.

Der Chef des französischen Videospielherstellers Ubisoft, Yves Guillemot, prognostiziert eine Zeitenwende: "Wir werden mehr Kunden für die Videospielindustrie gewinnen, aber sie werden nicht nur Konsolen nutzen, sondern auch die Geräte, die unter den Fernsehern stehen", sagt der Franzose mit Bezug auf digitale Empfänger, sogenannte Settop-Boxen.

Konsolenhersteller verlieren Lizenzgebühren

Die Konsolenhersteller könnten damit einen Gutteil ihres lukrativen Videospielgeschäfts verlieren. Für technisch ausgefeilte Titel wie Rennspiele blieb Kunden bislang kaum eine andere Wahl als die Xbox 360 oder die Playstation 3: Mit ihren speziellen Grafikchips und schnellen Prozessoren bieten die Konsolen die flüssigste und detailreichste Darstellung. Als Konsequenz müssen alle Videospielhersteller einen großen Teil ihrer Spiele über diese beiden Plattformen verkaufen. Die Konsolenhersteller kassieren für jeden Titel Lizenzgebühren. Diese Zahlungen sowie Umsätze mit eigenen Titeln sind ihre Haupteinnahmequelle.

Nicht nur Onlive gefährdet das System. Unternehmen wie Apple, King.com, Gameduell und Electronic Arts bieten ebenfalls Onlinespiele an. Häufig werben sie um Kunden, die bisher selten oder gar nicht am Bildschirm spielen. Bei dieser Zielgruppe sind noch ganz andere Wachstumsraten möglich als in der Gemeinde der eingeschworenen Videospieler.

Im Angebot sind bisher meist einfache, leicht zu steuernde Spiele, die sich über Webbrowser wie Firefox oder den Internet Explorer nutzen lassen. Mit der Ausbreitung schneller Internetleitungen können Spielentwickler inzwischen aber auch komplexere Inhalte über das Netz schicken. Ab Herbst wird EA zum Beispiel seine populäre Golfspielsimulation "Tiger Woods PGA Tour" als browserbasiertes Spiel gegen Gebühr im Internet anbieten.

Auch das Geschäft mit tragbaren Konsolen wie Nintendos DS oder Sonys Playstation Portable wird schwieriger. Apple bietet mittlerweile Hunderte von Spielen für das iPhone und den iPod zum Herunterladen an. Konkurrent Nokia hat seine Handymarke N-Gage wiederbelebt und verkauft ebenfalls Spiele. Das senkt die Motivation, sich eine tragbare Konsole zu kaufen.

Mit Sorge beobachten Microsoft und Sony den Angriff von Onlive auf ihre letzte Bastion. Weniger betroffen ist Nintendo. Dessen Wii-Konsole ist nicht so leistungsstark, ihren Reiz macht die ungewöhnliche Spielsteuerung aus, die auch viele Gelegenheitsspieler anspricht.

Spiel-Strom von Hochleistungsrechnern

Bei Onlive laufen die Spiele zentral auf Hochleistungsrechnern. Diese komprimieren Bilder und Daten und liefern sie per Internet auf den PC oder Fernseher. Die Nutzer können nahezu ohne Verzögerung das Spielgeschehen erleben und darauf reagieren. "Die Technik wird für die allermeisten Spiele funktionieren", sagt Michael Pachter, Analyst bei der Investmentbank Wedbush Morgan Securities, der Onlive bereits ausprobiert hat.

Konzerne wie EA und Ubisoft unterstützen das neue Angebot, da es ihnen gleich mehrere Vorteile bringt. Sie haben mehr Freiheit und können die Konsolenproduzenten als Zwischenhändler ausschalten. Zudem lösen Dienste wie Onlive ein Problem: Wenn Spiele nur auf den Servern laufen, kann niemand mehr Raubkopien anfertigen oder mit gebrauchten Spielen handeln.

"Onlive ist im besten Interesse der Spieleanbieter. Die Konsolenhersteller macht es dagegen nicht froh", sagt Analyst Pachter. Was auf Microsoft und Sony zukommt, wird sich bald zeigen: Vor dem Sommer will Onlive in den USA eine Testphase starten. Mit der Geheimniskrämerei ist es dann vorbei.

FTD
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.