HOME

Facebook-Börsengang: Das 50-Milliarden-Netzwerk

Facebook geht an die Börse. Doch ist das Netzwerk wirklich 50 Milliarden Dollar wert? Und kommen auch Privatanleger an Aktien? Das Wichtigste zum Börsengang des Jahres.

Von Christoph Fröhlich und Martin Hintze

Die Börse wird blau: Facebook hat die Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Das soziale Netzwerk strebt eine Bewertung von mehr als 50 Milliarden Dollar an und würde sich damit auf einen Schlag in die erste Liga der börsennotierten US-Unternehmen katapultieren. Schon zum Start wäre Facebook mehr wert als Konzerne wie BMW, Daimler oder Bayer. Werden die von Analysten geschätzten 100 Milliarden Dollar erreicht, wäre es sogar so viel wert wie die Deutsche Telekom (37 Milliarden), der Energieriese Eon (33 Milliarden) und die Deutsche Bank (31 Milliarden) zusammen.

Es ist der größte Börsengang eines Internetunternehmens aller Zeiten. 2011 wagten 19 Internetfirmen den Schritt auf das Börsenparkett und sammelten so insgesamt 6,6 Milliarden Dollar von Investoren ein - so viel wie seit dem Platzen der Dotcom-Blase vor zehn Jahren nicht mehr. Dazu gehörten beispielsweise der Schnäppchendienst Groupon, das Karrierenetzwerk Linked-In und der Spieleentwickler Zynga. Doch sie alle verblassen gegen Facebook.

Googles Start an der Wall Street im Jahr 2004 wirkt mit 1,7 Milliarden Dollar im Vergleich zum blauen Riesen geradezu mickrig. Doch ähnlich wie Facebook heute galt der Suchmaschienriese zur damaligen Zeit als überbewertet. Mittlerweile erreicht Google einen Marktwert von 187 Milliarden Dollar. Die Messlatte für Facebook ist also hoch.

Warum ist Facebook so viel wert?

845 Millionen Mitglieder versammeln sich in dem größten sozialen Netzwerk der Welt, noch in diesem Jahr soll es laut Gründer Mark Zuckerberg die Milliardenmarke knacken. Nirgendwo verbringen die Internetnutzer mehr Zeit: Laut dem Branchenverband Bitkom surfen auch deutsche Internetnutzer rund 16 Prozent ihrer Online-Zeit auf Facebook.

Für die Zukunftsmärkte ist das Unternehmen gut gewappnet: Der Finanzdienstleister Privco hat analysiert, dass bereits jeder dritte Smartphone-Nutzer unterwegs Facebook nutzt – Tendenz steigend. Mit innovativen Diensten wie dem Videochat oder der kürzlich veröffentlichten Timeline (in Deutschland Chronik) beweist das Unternehmen Kreativität, auch die Kooperation mit großen Mediendiensten wie Simfy oder Netflix kommt den Nutzern zugute – und hält sie im Facebook-Kosmos.

Diese treue Anhängerschaft lässt sich das Zuckerberg-Imperium fürstlich entlohnen: Nach Angaben des Marktforschers Comscore steigerte das Netzwerk seinen Anteil an Werbeanzeigen im US-Markt von 21 auf 28 Prozent. Damit wird mehr als jedes vierte Banner auf amerikanischen Websites bei Facebook geschaltet. Zum Vergleich: Microsoft und Google kommen jeweils nicht einmal über fünf Prozent hinaus.

Wie verdient Facebook Geld?

Neben Werbung setzt Facebook auch Geld mit Browser-Spielen um. Besonders beliebt sind die Games des US-Spieleherstellers Zynga, der im Dezember an die Börse ging (Wert: eine Milliarde Dollar). Kaufen die Nutzer in Spielen wie Farmville oder Mafia Wars spezielle Gegenstände oder neue Figuren, verdient Facebook kräftig mit: 30 Prozent der Einnahmen wandern direkt in die eigene Geldbörse. So erwirtschaftete das soziale Netzwerk im vergangenen Jahr einen Gewinn von knapp einer Milliarde Dollar, der Umsatz lag bei 3,7 Milliarden - ein Plus von 88 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das ist für ein kostenloses Internetportal mehr als ansehnlich, dennoch zweifeln einige Experten an einer Bewertung jenseits der 50 Milliarden Dollar. Facebooks Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), also das Verhältnis von aktuellem Börsenkurs und tatsächlich erwirtschaftetem Gewinn, liegt bei rund 50 - bei steigendem Aktienkus wird es sogar noch höher. Zum Vergleich: Das derzeit höchste KGV im Dax hat der deutsche Konsumgüterkonzern Beiersdorf, der unter anderem Nivea vertreibt, mit 23. Allerdings hatten die Konkurrenten Google und Apple vor wenigen Jahren auch hohe Werte von 100 beziehungsweise 200. Bei Internet- und Hightech-Unternehmen gehen Investoren eine Wette auf die Zukunft ein. Das Wachstum ist weit dynamischer als in traditionellen Branchen, daher sind höhere Bewertungen für die Unternehmen am Anfang gerechtfertigt. Geht die Wette auf, sinkt das KGV dann enorm. So wird Google heute mit dem Verhältnis 19 bewertet, Apple - wertvollster Konzern der Welt - nur noch mit 13. Damit sind beide günstiger als der Niveahersteller.

Wie kann man sich Aktien kaufen?

Facebook hat den Börsengang zunächst nur beantragt. Weder die Anzahl der auszugebenden Wertpapiere noch der Preis für die einzelne Aktie sind bisher bekannt. Bis zum eigentlichen Börsengang, der erst in einigen Monaten erwartet wird, wird Facebook die Informationen noch nachreichen. Bis dahin können sich institutionelle Anleger wie Banken und Versicherungen die Wertpapiere vormerken lassen. Im Fall der Facebook-Aktien ist davon auszugehen, dass die Nachfrage weit größer ist als das Angebot. Das heißt: Nur ein kleiner Teil der interessierten Privatanleger wird schon bei der Ausgabe zum Zug kommen. Die meisten werden sich gedulden müssen, bis die Papiere an der Börse gehandelt werden. Erst Recht, wenn sie nicht aus den USA kommen: Bei Google waren ausländische Privatanleger ausgeschlossen.

Ein Hinweis für interessierte deutsche Anleger: Die Papiere über die Bank direkt an der New York Stock Exchange oder an der Hightech-Börse Nasdaq zu kaufen, ist in der Regel teurer. Hinzu kommen mögliche Währungsschwankungen. Sinnvoller ist es zu warten, bis Facebook auch in Deutschland gelistet ist, was für größere Unternehmen aus den USA die Regel ist. Die Umsätze im Xetra-System werden hoch genug sein, um die Papiere zu einem vernünftigen Kurs zu erwerben.

Die Investoren wetten darauf, dass Facebook eines Tages die nächste zündende Multimilliarden-Dollar-Idee hat, mit der Mark Zuckerberg sein Internetangebot zum nächsten Google macht. Der Werbe- und Suchmaschinenriese kann als gutes Vorbild dienen: Google gab seine Aktien 2004 zu je 85 US-Dollar aus, heute liegt der Kurs bei gut 580 Dollar. Eine Steigerung von fast 600 Prozent.

Erhalten Aktionäre dann Mitspracherecht bei Facebook?

Zuckerberg hält laut Börsenprospekt rund 28 Prozent der Firmenanteile. Das gesamte Management rund um Sheryl Sandberg, und David Ebersmankommt auf insgesamt 70 Prozent, der Rest liegt bei externen Investoren. Allerdings haben nicht alle Aktien das gleiche Stimmrecht. Der Firmenchef selbst hält Aktien der Klasse B mit zehn Stimmen, während Anleger beim Börsengang A-Aktien mit nur einer Stimme erhalten werden. Damit sichert sich Zuckerberg auch in Zukunft die Kontrolle über sein Lebenswerk Facebook. Weil andere Anteilseigner ihm ihre Stimmen übertragen haben, kommt er momentan auf 57 Prozent aller Stimmrechte.

Gibt es Risiken?

Wie bei fast allen Internetunternehmen ist das Risiko vergleichsweise hoch – die möglichen Gewinne aber auch. "Facebook muss das nächste Google werden, nicht das zweite AOL", sagt ein Banker. Google hat es bereits geschafft: Jahrelang konnte der Suchmaschinenriese die enorm hohe Reichweite nicht in bare Münze verwandeln. Dann eroberten die Gründer Larry Page und Sergey Brin den weltweiten Online-Werbemarkt. Das Ergebnis: 38 Milliarden Dollar Umsatz im vergangenen Jahr, 2003 war es lediglich eine Milliarde.

AOL dagegen konnte die hohen Erwartungen zum Höhepunkt des New-Economy-Hypes Anfang des Jahrtausends nicht erfüllen: Der einst führende Anbieter von Webzugängen und E-Mail-Diensten ist seit Jahren ein Sanierungsfall und musste Tausende Arbeitsplätze streichen.

Wer profitiert am meisten von dem Börsengang?

Vor allem große Anteilseigner profitieren von dem Börsengang, wie Microsoft (1,5 Prozent) oder der russische Mailprovider mail.ru (2,3 Prozent). Der größte Gewinner ist in jedem Fall Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Er gründete das soziale Netzwerk vor acht Jahren, um Noten für die schönsten Studentinnen auf dem Harvard-Campus zu vergeben. Heute gilt der "Mann des Jahres" (Time Magazin) als einer der jüngsten Milliardäre der Welt. Sein Vermögen wird auf 28 Milliarden Dollar geschätzt, bei einem erfolgreichen Börsengang könnte es noch steigen. Er verdient an den 845 Millionen Mitgliedern - längst nicht mehr nur, um Mädels zu benoten.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.