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Konkurrenz für Spotify: Apple Music wagt den Sprung auf Android-Smartphones

Mit Apple Music griff Apple im Sommer Spotify und Co. an - aber bisher nur auf dem iPhone. Jetzt sind auch Android-Smartphones dran. Doch was taugt die App?

Apple Music hat 6,5 Millionen Kunden

Apple Music hat 6,5 Millionen zahlende Kunden. Jetzt ist es auch für Android-Smartphones verfügbar

Mit dem iPod revolutionierte Apple einst das Musikgeschäft, dank des einfachen Kaufes bei iTunes machte das Unternehmen den legalen Musikkauf im Internet attraktiv. Dann kamen die Streamingdienste wie Spotify - und stießen Apple vom Thron. Mit Apple Music versucht der Konzern sich den zurückzuholen. Und geht dazu nun einen wichtigen Schritt: Endlich gibt es den Streamingdienst auch für Android-Smartphones.

Denn auch wenn Apple mit seinen iPhones immer noch unglaublich erfolgreich ist: Auf 80 Prozent aller Smartphones läuft weiterhin Android. Kein Wunder also, dass man auf diesen riesigen Markt nicht verzichten will. Entsprechend wurde es allgemein nur als eine Frage der Zeit angesehen, bis Apple seinen Streamingdienst auch für Android herausbringt. Jetzt ist es soweit: Die schlichte App ist jetzt im Google Play Store herunterladbar, Voraussetzung ist Android 4.3.

Noch fehlen Features

Beim Design hat sich Apple viel Mühe gegeben, die App an Android anzupassen. Das sagte Apples Software-Chef Eddy Cue dem Techblog Techcrunch. Der Versuch ist gelungen, die App ist sehr schick gestaltet, wirkt auf einem Android-Smartphone aber nicht wie ein Fremdkörper. Auch die Benutzerführung klappt recht intuitiv. Noch handelt es sich um eine Beta-Version. Die meisten Features wie die kuratierten Playlists, der Radio-Sender Beats1, die Vorschläge auf Basis des eigenen Geschmacks und die 30 Millionen Songs stehen schon jetzt bereit. Musikvideos fehlen noch, sie sollen bald folgen.

Der Preis beträgt wie bei der Version für iOS 9,99 Euro im Monat für eine einzelne Lizenz sowie 14,99 Euro für die Familienlizenz für sechs Geräte. Wer erst einmal reinschnuppern will, darf den Dienst zunächst drei Monate kostenlos nutzen, muss dann aber selbst kündigen. Um Apple Music zu nutzen, braucht man einen gültigen iTunes-Account. Wer früher einmal Musik bei Apple gekauft hat, etwa für den iPod, bekommt die dann gleich in Apple Music angezeigt.

Vorstoß in neue Gefilde

Bisher hat Apple gerade einmal zwei Apps für das Konkurrenzsystem Android entwickelt: eine zur Steuerung der Box Beats Pill+ und eine, die beim Umzug vom Android-Smartphone auf das iPhone helfen soll. Warum also jetzt der Sprung auf Android? Vermutlich soll so schlicht die Nutzerbasis von Apple Music erhöht werden. Denn obwohl Apple nach eigenen Angaben rund 6,5 Millionen zahlende Kunden für seinen Streamingdienst gewinnen konnte, sind das immer noch deutlich weniger als die knapp 20 Millionen, die Branchenprimus Spotify vorweisen kann. Ob die Strategie aufgeht, muss sich zeigen. Schließlich zahlt selbst auf iOS-Geräten nur ein Bruchteil der Hunderten von Millionen iPhone-Besitzern für den Dienst - obwohl er dort in die Musik-App eingebaut ist. Ob die Android-Nutzer sich nun reihenweise die Apple-Music-App herunterladen und dann auch für das Abo zahlen, steht noch in den Sternen.