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3D Touch : So funktioniert der Drück-mich-Bildschirm des iPhone 6s

Ab Freitag steht das neue iPhone 6s im Handel. Die bemerkenswerteste Neuerung ist der 3D-Touch-Bildschirm. Wir erklären, wie das Display funktioniert.

Ab Freitag stehen die beiden neuen Apple-Smartphones - das iPhone 6s und das iPhone 6s Plus - im Handel. Optisch hat sich nicht viel getan, die größte Neuerung der 2015er-Generation ist ohne Zweifel der neue 3D-Touch-Bildschirm. Denn erstmals erkennt das Smartphone-Display nicht nur, ob ein Nutzer auf den Bildschirm drückt, sondern auch, wie. Je nach Stärke löst das Gerät andere Aktionen aus.

Apple-Nutzer kennen eine ähnliche Technik - dort heißt sie Force Touch - bereits aus der Apple Watch und dem neuen Macbook. Allerdings ist sie im iPhone 6s deutlich mächtiger: Während die Apple Watch nur zwei Zustände (Tippen und starkes Drücken) unterscheiden kann, erkennt das iPhone verschiedene Phasen und reagiert schneller.

Homescreen Schnellauswahl

Am praktischsten ist 3D Touch auf dem Homescreen. Um ein Selfie zu knipsen, musste man bisher erst auf das Kamera-Symbol drücken, dann zur Frontkamera wechseln und dann den Auslöser betätigen.

Beim iPhone 6s muss man nur fest auf das Kamera-Symbol drücken, anschließend öffnet sich ein Schnellmenü mit mehreren Optionen (Selfie, Video aufnehmen, Slow-Mo-Video aufnehmen, Foto). Klickt man auf den Selfie-Button, aktiviert sich automatisch die Frontkamera und man kann direkt loslegen. Die Zeitersparnis ist nicht immens, die Funktionen gehen aber leichter von der Hand.

Beinahe jede Standard-App von Apple bietet solche Funktionen. Ein fester Druck auf die Nachrichten-App öffnet etwa die drei häufigsten Kontakte, denen man direkt eine Mitteilung schicken kann. Bei der Maps-Anwendung klappt sich eine Liste mit Vorschlägen wie "Navigiere mich nach Hause", "Markiere meine Position" oder "Verschicke meinen Standort" aus. Bis zu vier Menüpunkte können in einer Schnellauswahl angezeigt werden. Leider kann man die Quick Actions nicht selbst festlegen. Und: Man erkennt nicht, welche App Zusatzoptionen anbietet und welche nicht. Es bleibt einem nichts anderes übig, als es bei jeder einzelnen App auszuprobieren. Das müsste intuitiver sein.

Peek und Pop

Anders funktioniert 3D Touch innerhalb einer App, dort gibt es die beiden neuen Features Peek ("kurzer Blick") und Pop ("ausklappen"). Ein Beispiel: Öffnet man das E-Mail-Programm und drückt leicht auf eine Nachricht, startet sich eine Vorschau. Drückt man fest, öffnet sich die Vorschau bildschirmfüllend, sodass man direkt auf die Mail antworten kann. Ähnlich kann man mit einem leichten Druck auf einen Link in einer Mail eine Vorschau der dahinterliegenden Webseite starten.

Theoretisch ermöglicht 3D Touch auch völlig neue Konzepte in Games - allerdings fehlen hier bislang noch überzeugende Beispiele. Bislang gibt es nämlich nur ein Spiel mit 3D-Touch-Unterstützung, das Actionspiel "Warhammer 40.000: Freeblade". Darin kann der Spieler via 3D Touch festlegen, ob er mit dem Kampfroboter eine Rakete abschießen oder lieber schnell die Waffe wechseln will.

Bislang gibt es noch keine spektakulären Anwendungsszenarien für 3D Touch. Vor allem bei Games wird der Hirnschmalz von externen Entwicklern gefragt sein. Innovativ ist die Technik aber auf jeden Fall. Und nicht nur Apple glaubt an die Zukunft der druckempfindlichen Bildschirme: Huawei hat vor wenigen Wochen auf der IFA bereits das erste Android-Smartphone mit Force-Touch-Display vorgestellt. Es erscheint allerdings erst im kommenden Jahr. Bis dahin wird sich auch zeigen, ob die Technik wirklich einen Mehrwert bietet oder nur ein Gimmick ist.

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