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Superschiff: "Aqua" von Sinot – die erste Luxusyacht der Welt mit Wasserstoffantrieb

Die 120 Meter lange "Aqua" von Sinot verbrennt weder Öl noch Gas, sie wird von Wasserstoff bewegt. Doch fraglich bleibt, ob das Luxus-Schiff auf diese Weise ökologisch unbedenklich wird.

Mit ihrer nach vorn eilenden Kiellinie erinnert die "Aqua" an Formen des 19. Jahrhunderts.

Mit ihrer nach vorn eilenden Kiellinie erinnert die "Aqua" an Formen des 19. Jahrhunderts.

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Das niederländische Designbüro Sinot ist für die Entwürfe zukunftsweisender Luxus-Yachten bekannt. Im vergangenen Jahr haben sie die Superyacht "Aqua" auf einer Fachmesse in Monaco vorgestellt. Abgesehen von dem atemberaubenden Design, bietet die "Aqua" eine technische Besonderheit: Sie wird komplett mit Wasserstoff angetrieben und kann mit einer Tankfüllung 6000 Kilometer zurücklegen.

Medienberichten zufolge soll Microsoft-Gründer Bill Gates die Superyacht im Wert von etwa 600 Millionen Euro bestellt haben. Die Berichte waren offenbar falsch, Sinot hat sie dementiert. 

Wasser ist das einzige Nebenprodukt des Antriebs

Der Marinedesigner Sander Sinot sagte anlässlich der Vorstellung: "Bei der Entwicklung der Aqua haben wir uns vom Lebensstil eines anspruchsvollen, zukunftsorientierten Eigners, der flüssigen Vielseitigkeit des Wassers und der Spitzentechnologie inspirieren lassen, um dies in einer Superyacht mit wirklich innovativen Eigenschaften zu kombinieren." 

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Luxusyacht: "Aqua" von Sinot - edle Luxusyacht der Welt mit ökologischem Antrieb
Mit ihrer nach vorn eilenden Kiellinie erinnert die "Aqua" an Formen des 19. Jahrhunderts.

Mit ihrer nach vorn eilenden Kiellinie erinnert die "Aqua" an Formen des 19. Jahrhunderts.

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Die luxuriösen Annehmlichkeiten der Yacht sind gut sichtbar. Die modernste Installation ist aber unter Deck versteckt. Dort werden zwei vakuumversiegelte 28-Tonnentanks auf minus 253 Grad gekühlt, um den Wasserstoff flüssig zu halten. Verflüssigter Wasserstoff wird mithilfe von Brennstoffzellen in elektrische Energie umgewandelt, wobei Wasser das einzige Nebenprodukt ist. Der Strom wiederum treibt die Schiffsmotoren an. Dank des elektrischen Antriebs wird die Yacht sehr leise unterwegs sein. "Stellen Sie sich die "Aqua" auf offener See vor, wenn Wasser nur mit Wasser bewegt wird", schwärmte Sander Sinot.

Evolution der "Nature"

Die raumhohen Fenster der Kabinen bieten einen Panoramablick auf das Meer und viel natürliches Licht. Die Kabine des Eigners liegt direkt auf der Längsachse der Yacht und bietet so eine Sichtlinie bis hin zum Aussichtsraum am Bug. Der Eigner besitzt einen eigenen Pavillon an Bord mit großem Badezimmer, einem Ankleideraum und einem privaten Spa-Bereich. Das Innendesign der "Aqua" ist eine Weiterentwicklung der "Nature" von Sinot. (Lesen Sie zu diesem Entwurf: "Nature"- Diese Super-Yacht verbindet Luxus mit Natur). Außen unterscheidet sich die abgerundete Form der "Aqua" allerdings stark vom Pagoden-Design der "Nature". Mit dem Wasserstoffantrieb wird die Idee einer Superyacht im Einklang mit dem Meer auf die Spitze getrieben.

Der "Sunday Telegraph" berichtet, dass die Yacht über einen zusätzlichen Dieselgenerator verfüge, für den Fall, dass sich in einem Hafen kein Wasserstoff nachtanken lasse. Das Blatt schreibt weiterhin, dass die "Aqua" eine Geschwindigkeit von 20 Knoten erreichen kann und vermutlich im Jahr 2024 fertiggestellt werde. Das 120 Meter lange Schiff besitzt fünf Decks und hat Räume für nur 14 Gäste. Außerdem sind 31 Besatzungsmitglieder an Bord. Der ökologische Fußabdruck dieser Form des Reisens dürfte trotz des Wasserstoffantriebs verheerend sein, denn allein der Bau einer 120 Meter langen Yacht wird sehr viel Energie verschlingen. Der Ökoantrieb ist da kaum mehr als ein Trostpflaster. Aber für das Klimagewissen gibt es an Bord Feuerschalen, die mit einem brennbaren Gel gefüllt werden, sodass weder Holz noch Kohle verbrannt werden.

Quellen: SinotTelegraph
 

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