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Sauger im Test: iRobot i/7+ - die neue Luxusklasse der Robotersauger

Der neue i/7+ von Roomba kommt dem perfekten Haushaltshelfer sehr nahe. Das schlaue Gerät bleibt nie stecken und dank der einzigartigen Basisstation, muss man sich nie wieder die Finger schmutzig machen.

Keine Angst vor dicken Teppichen.

Keine Angst vor dicken Teppichen.

stern

Die Firma Roomba iRobot führt technisch beim Thema Saugroboter – immer im heftigen Kampf mit den Modellen von Neato beziehungsweise Vorwerk. Die kalifornische Firma Neato gehört inzwischen der deutschen Traditionsmarke Vorwerk.

In dem schnelllebigen Markt der schlauen Sauger hat sich Roomba fast drei Jahre lang Zeit gelassen, das Top-Modell zu erneuern. Wir haben den neuen Supersauger nun ausgiebig getestet.

Die kurze Fassung: Wir sind begeistert. Dabei ist der Haushalt auch ohne das neue Testgerät gut mit Robotern versorgt. Eine Ebene saugt der alte Top-Sauger von iRobot, der 980, die andere ein nagelneuer Botvac D7 Connected von Neato.

Der neue i/7+ ist eine Klasse für sich

Zentrale Verbesserung ist die große Basisstation, an der der Sauger andockt. Hier wird die Maschine nicht nur mit Strom aufgetankt, die Station saugt mit einem eigenen Motor den aufgesammelten Schmutz in einen größeren Auffangbehälter mit Staubbeutel.

Saugroboter: iRobot i/7+ verspricht keine dreckigen Hände mehr beim Entleeren
Eigentlich sollte der Roboter laufen, wenn man nicht im Haus ist.

Eigentlich sollte der Roboter laufen, wenn man nicht im Haus ist.

Hersteller

Hier kommt iRobot den Kundenwünschen entgegen. Auch wir haben im Gespräch mit dem Roomba-Chef Colin Angle bemängelt, dass das Leeren der kleinen Staubbox im Sauger eine schmutzige und eklige Angelegenheit ist – insbesondere wenn Hundehaare das Behältnis täglich füllen.

Einmal im Monat Beutel wechseln

Im Testhaushalt dauert es bei täglichen Reinigungen etwa 14 Tage bis der Beutel voll ist. Doch hier werden große Flächen mit Teppichen abgearbeitet, dazu kommen jede Menge Hundehaare und Dreck, der durch die Terrassentüren vom Garten in die Wohnung getragen wird. Nach unserer Schätzung muss der Beutel in einer Etagenwohnung ohne Hund höchstens einmal im Monat gewechselt werden. Das Fach mit dem Beutel befindet sich etwa auf Kniehöhe, dadurch wirkt die Station im Raum sehr präsent, doch man kann den Beutel mit einer einfachen Handbewegung wechseln, ohne auf den Knien herumrutschen zu müssen. Gerade für ältere Personen eine Erleichterung.

Die Basisstation saugt den Roboter kraftvoll leer, das macht Krach wie eine startende Turbine, es hält den Roboter selbst aber auch sehr sauber. Sonst wollen derartige Geräte häufiger ausgebürstet und ausgesaugt werden. Die "Clean Base Automatic Dirt Disposal Unit"  kostet allerdings auch 300 Euro Aufpreis. Ohne Unit gibt es den i7 für 899 Euro.

Das Geld für die Station ist gut angelegt. Sonst muss man jeden zweiten Tag den Roboter selbst leeren, und das ist immer damit verbunden, dass man mit den Fingern mit Staub und Schmutz in Berührung kommt. Auch Allergiker werden die Station zu schätzen wissen.  Die Philosophie von iRobot sieht vor, dass das Gerät einmal eingerichtet wird, aber dann ohne menschliches Zutun und unbemerkt seinen Dienst verrichtet. Nur einmal im Monat den Beutel wechseln, kommt dem schon sehr nahe.

iRobot i/7+ blieb nie stecken

Der nächste Punkt ist: Wie häufig bleibt der Roboter stecken? Das hängt stets davon ab, wie clever die Roboter sind und wie anspruchsvoll die Einrichtung. Unser Testhaushalt gehört zu den anspruchsvollen Aufgaben. Da liegen Hundespielzeug und Stromkabel auf dem Boden. Vasen und Skulpturen warten in den Ecken und der Grundriss ist so kompliziert, dass Besucher manchmal nicht den Ausgang finden.

Bisher ist der i/7+ nicht ein einziges Mal in eine Sackgasse gefahren. Das haben wir noch nie erlebt. Zudem agiert der Roboter umsichtig und geht schonend mit der Einrichtung um. Er fährt gar nicht erst in einen Engpass und muss sich daher auch nicht mit wilden Manövern aus einer Klemme befreien. Hinzu kommt ein weiterer Bonuspunkt. Anders als der 980 des gleichen Herstellers wird das neue Gerät nun auch mit langflorigen Teppichen (Shaggy, 3,5 Zentimeter Flor) fertig und saugt sie klaglos ab.

Zur Schmutzaufnahme nutzt der iRobot zwei sich gegenläufig drehende Gummiwalzen. Die neue Generation ist robuster als die Walzen der Vorgänger. Diese konnten von langen Haaren und Fäden stranguliert und zerschnitten werden. Das Bürstensystem von Neato/Vorwerk bürstet aus Teppichen, so unser Eindruck, noch mehr Haare und Fasern als die Gummiwalzen des iRobots. Der Nachteil ist allerdings, dass die Bürstenhaare sehr schnell stark verschmutzen. Den Dreck muss man dann mit Handarbeit wieder abrupfen.

Akku muss nachladen

Einziges Manko des i/7+ beim Reinigen: Der Akku dürfte etwas stärker sein. Ohne aufzuladen schafft der i/7+ etwa 60 Quadratmeter Reinigungsfläche, wenn er "anstrengende" Teppiche absaugen muss. 60 Quadratmeter Reinigungsfläche entsprechen etwa 75 Quadratmetern Wohnfläche. In einem größeren Haus muss die Maschine zwischendurch Kraft schöpfen. Die Zeit für eine Gesamtreinigung verlängert sich durch das Aufladen enorm. Einmal während des Einkaufengehens komplett Saugen funktioniert nicht. Für Berufstätige ist das natürlich nicht entscheidend.

Bei der Software hat der neue Roomba auch Fortschritte gemacht. Nun kann das Gerät die Karten-Grundrisse von bis zu zehn Wohnungen anfertigen und speichern. Das ist für alle Besitzer eines mehrgeschossigen Hauses eine große Erleichterung, weil jedes Stockwerk eine eigene Karte benötigt.

Avancierte Software

Die Karten können mit Sperrzonen editiert werden, in dem nicht gesaugt wird. In der jetzigen Version ist das etwas hakeliger, als beim Neato, das Problem dürfte bei einem Software-Update allerdings behoben werden. Außerdem kann jeder Raum einen Namen erhalten. Diese Namen machen die Steuerung mit Alexa und dem Google-Assistenten leichter, weil die Besitzer jetzt einfach sagen können "Hey Google, saug die Küche", und der i/7+ weiß, welcher Raum gemeint ist. Gleichzeitig kann man so den Roboter dauerhaft vom Kinderzimmer fernhalten, damit er nicht die Legosammlung wegsaugt.

Per Software sind viele Spielereien möglich. So kann das Gerät jeden Tag Küche und Flur saugen, das Schlafzimmer aber nur am Donnerstag. Wir nutzen diese Features nicht. Im Alltag benötigt auch dieser schlaue Roboter offene Türen, denn noch kann er sich nicht selbst Eintritt verschaffen. Ist die Tür zum Bade- oder Schlafzimmer geschlossen, wird dort nicht gesaugt.

Fazit

Mit Absaugstation kostet der i/7+ 1199 Euro. Drei Beutel kosten ebenfalls 20 Euro. Doch seine Fähigkeiten sind das Geld wert. Das Gerät bleibt nie stecken und geht sehr schonend mit der Einrichtung um. Einzigartig ist der Komfort der Basisstation.

Wenn man allerdings nicht so viel Geld ausgeben will oder sich an der manuellen Entleerung des Roboters nicht stört, sollte man sich das Flaggschiff von Neato ansehen. Abgehen von der Station ist der Botvac D7 Connected nicht merklich schlechter als der i/7+. Und den Botvac bekommt man für unter 600 Euro – inklusive einer empfehlenswerten Garantie von fünf Jahren.

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