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Krisenvorsorge Preppen mit Powerboxen – so schützen Sie sich vor dem Black-Out des Stromnetzes

Strom aus der Kiste. Ein Gerät wie die Delta 2 von Ecoflow versorgt Licht, Phone und Labtop über viele Tage.
Strom aus der Kiste. Ein Gerät wie die Delta 2 von Ecoflow versorgt Licht, Phone und Laptop über viele Tage.
© stern
Was tun, wenn der Strom ausfällt, man aber elektrische Geräte hat, die man nicht abschalten darf? Powerboxen helfen, einen temporären Zusammenbruch der Versorgung zu überbrücken. Und auch für ein längeres Strom-Aus gibt es eine Lösung.

Die Angst vor dem Blackout beherrscht die Diskussion. Experten und Politiker versichern gern, ein echter Blackout sei in Deutschland unwahrscheinlich, doch wenn man auf Details achtet, beruhigen diese Statements nicht. Es wird gesagt, ein bundesweiter Blackout werde nicht kommen, regionale Stromausfälle könne man hingegen nicht ausschließen. Insbesondere dann, wenn viele Haushalte wegen Problemen beim Gas auf Elektroheizungen umsteigen, kann das Netz lokal kollabieren. Für die Anwohner ist es nur ein kleiner Trost, dass ihr Stromausfall regional begrenzt bleibt.

Wieviel Strom wird benötigt?

Wie sieht das Szenario aus, wenn man ein paar Stunden oder gar Tage ohne Strom auskommen muss? Das wirkt sich individuell sehr unterschiedlich aus. Die einen müssen nur leichte Entbehrungen ertragen – sie sitzen dann bei Kerzenschein zusammen, der TV und der PC bleiben aus. Ein kleines Abenteuer. Das kann aber auch ganz anders sein. Etwa wenn in der häuslichen Pflege medizinische Geräte laufen müssen. Wenn der Jäger drei Kühltruhen mit Wild in der Garage stehen hat oder ein Restaurant einen Kühlraum betreibt. Auch Aquarien oder Terrarien sind auf durchgehende Stromzufuhr angewiesen. Die Folge: Die einen können Vorsorge betreiben, die anderen müssen es.

Wegen der Furcht vor dem Stromausfall explodiert der Markt der Powerboxen – sie sind der wichtigste Baustein, um einen temporären Ausfall des Netzes abzufangen. Kurz gesagt, sind das Akkus mit Anschlüssen für 230 Volt Wechselstrom, USB und 12 Volt Gleichstrom. Diese Boxen gibt es in verschiedenen Größen- und Preisklassen. Zuerst muss man definieren, was das Gerät leisten soll. Wenn man nur das Smartphone, eine LED-Laterne und den Laptop wieder aufladen möchte, reicht ein Gerät, das 500 Wattstunden speichern kann. Kostenpunkt etwa 500 Euro – jenseits der Krise kann man es als mobile Stromversorgung bei einem Festival oder einer Strandparty einsetzen.

Möchte man hingegen über längere Zeit ein 230-Volt-Gerät betreiben, kommt man nicht um eine Box mit 2000 Wattstunden herum. Diese Box kann dann nonstop 20 Stunden lang 100 Watt abgeben. Dabei muss leider auch den Eigenverbrauch der aktiven Box noch abziehen. Für noch größeren Bedarf – etwa bei den oben erwähnten Terrarien oder medizinischen Geräten – muss man entweder die 2000er-Box mit zusätzlichen Akkus ausstatten oder gleich zu einer Box der 4000er-Größe greifen. Dann bewegt man sich aber auch in der Preisregion von 4000 Euro. Wenn man dann überhaupt noch so eine Box ergattern kann. Noch größere Speichersysteme sind nicht mehr beweglich und müssten fest mit der Haushaltselektrik verbunden werden. Eine mobile Box kann sich jeder Mieter zulegen.

Generator für noch mehr Strom

Bei etwa 4000 Wh-Speicher ist bei mobilen Speichern auch wegen des Gewichts das Ende der Fahnenstange erreicht. Auch wenn man nur einzelne Geräte via Verlängerungskabel damit betreibt, ist die Menge an Strom endlich. Sobald kontinuierlich stärkerer Strom entnommen wird, wird auch die größte Box einen dreitägigen Stromausfall nicht überbrücken können. Einen Mix aus LED-Licht, Handy- und Laptopversorgung hält sie sicher über eine Woche lang durch. Wer also viel Strom verbraucht und den nicht abschalten kann, steht vor einem Dilemma. Eine Lösung wäre es, einfach noch mehr Akkus oder weitere Boxen zu kaufen. Oder sich Gedanken, darum zu machen, wie wieder Strom in die Box hineinkommt.

Eine naheliegende und sympathische Idee sind Solarpanel – wenn man die Möglichkeit hat, sie aufzustellen. So erweitert sich die Box zu einem eigenen kleinen Stromnetzwerk. Diese Panel gibt es als mobile Taschen, die stationären starren Module sind allerdings deutlich günstiger. Das Problem hier: Fotovoltaik liefert im Sommer den meisten Strom, doch ein Blackout in Deutschland ist im Winter am wahrscheinlichsten. Für diese Vorsorge sind Solarpanel eine schöne Ergänzung, aber keine sichere Bank. Die sichere Methode ist ein Generator, der mit Benzin betrieben wird. Entleert sich die Box, arbeitet er eine Weile und lädt sie wieder auf. Von Firmen wie Ecoflow gibt es eigene Generatoren, die automatisch mit der Box zusammenarbeiten und weniger Umwandlungsverluste erzeugen. Kostenpunkt für einen Generator: ab 1000 Euro. Wer so ein Tandem mit einem Fremdgenerator betreibt, muss es vor dem Notfall ausprobieren. Die smarten Boxen arbeiten nur mit Wechselstrom zusammen, der eine "saubere" Sinuskurve liefert.

Für den Generator braucht man einen Standort im Freien und wenn es nur ein Balkon ist. Dann ist man auf der sicheren Seite. Bei der Umwandlung von Benzin in Strom und dem Speichern im Akku entstehen Verluste, doch der Brennwert von nur einem Liter Benzin beträgt etwa 11.000 Wattstunden. Ein 20 Liter Kanister enthält brutto also über 200.000 Wattstunden. Bei der Umwandlung in Strom reduziert sich der Wert gewaltig, aber er macht doch deutlich, dass man nur mit portablen Akkus nicht in diese Region kommt.

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Keine Heizung mit Akkustrom 

Mit einer Box – ob klein oder groß – kann man einzelne Stromverbraucher betreiben, aber eines wird nicht funktionieren: Man kann vernünftigerweise keine Wärme und Hitze aus dem Strom der Box gewinnen, wenn sie mehr als ein paar Stunden durchhalten soll. Ein Heizlüfter zieht etwa 2000 Watt – er saugt die stärkste Box Ruckzuck leer. Auch mit einem Notsystem von Akku plus Generator kann man maximal die elektronischen Komponenten einer Öl- oder Pelletheizung speisen, man kann aber nicht den Wärmeträger ersetzen. Zum Kochen und zum Heizen kann man auf einen Campingkocher und einen Gasofen für Innenräume ausweichen. Sie werden mit Propangasflaschen gespeist.

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