HOME

US-Raketenabwehr: Viel Lärm um einen Schirm mit Löchern

Umstrittener Raketenschild: Die Ankündigung Moskaus, mit militärischen Mitteln auf das Abwehrsystem in Osteuropa zu reagieren, haben die USA als "kriegerische Rhetorik" verurteilt. Doch ist der Schild das Säbelrasseln wirklich wert? stern.de erklärt seine Macken.

Von Udo Lewalter

Es ist ein Traum, den das amerikanische Militär schon seit Jahrzehnten träumt: ein Hightech-Schutzschild gegen Raketenangriffe feindlicher Mächte. Doch trotz größter Anstrengungen konnte noch kein Abwehrsystem das leisten, was es versprach. Selbst das unter der Reagan-Regierung mit 110 Milliarden US-Dollar finanzierte SDI-Programm - im Weltall installierte Laserwaffen - scheiterte kläglich. Seit 1995 läuft die Entwicklung eines neuen Abwehrsystems, das derzeit in Alaska erprobt wird und bis 2011 nach dem Willen der Amerikaner auch in Osteuropa installiert werden soll. Um einen möglichen Raketenangriff des Iran oder eines so genannten Schurkenstaates wie Syrien abzuwehren, würden verbunkerte Raketenabschussbasen in Polen und Radaranlagen in Tschechien aufgestellt werden. Die Verträge mit Tschechien sind mittlerweile unterzeichnet.

Die Reaktion Russlands auf den Vertragsschluss kam prompt: Notfalls wolle das Land mit militärischen Mitteln gegen den Aufbau eines solchen Schildes vorgehen, heiß es aus dem russischen Außenministerium in Moskau. Für die USA ist das jedoch nur "kriegerische Rethorik", Russland wolle die amerikanischen Partner in Europa nervös machen, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Gleichzeitig hoffe die US-Regierung, dass Moskau seine Position noch einmal überdenke. Schließlich stelle das Abwehrsystem für Russland keine Gefahr dar.

Aber, jenseits aller politischer Hakeleien, wie funktioniert das System eigentlich - wenn es funktioniert?

Simples Prinzip, kompliziert in der Umsetzung

Vereinfacht funktioniert das System nach dem Prinzip "Erfassen - Berechnen - Vernichten": Den Start einer gegnerischen Rakete erkennen Frühwarnsatelliten im All mittels hochsensibler Infrarotkameras. Sie verzeichnen die enorme Antriebswärme, also den Schweif oder den Feuerstrahl des startenden Flugkörpers. Die Informationen werden in Sekundenbruchteilen an die Radarstationen am Boden weitergeleitet. Deren Funkwellen erfassen die Flugobjekte mit hoher Präzision: Gegenstände von nur einem Meter Größe werden erkannt - und das noch in einer Höhe von bis zu 40 Kilometern.

Nachdem die gegnerische Rakete erfasst wurde, errechnen Hochleistungs-Computer deren Flugbahn. Mithilfe des Radars werden die Abfangraketen dann im letzten Schritt zum Ziel geleitet. Trotz modernster Technik ist eine erfolgreiche Abwehr des Geschosses jedoch alles andere als sicher. Anhand des dreiphasigen Flugverlaufs der feindlichen Langstreckenrakete lässt sich aufzeigen, warum der amerikanische Abwehrschirm so löchrig ist.

Startphase

In der Startphase bietet eine aufsteigende Rakete theoretisch ein gutes Ziel, da sie sich auf einer vorausberechenbaren Bahn bewegt. Die brennenden Triebwerke der Trägerrakete können zudem sehr leicht von Infrarotsensoren erfasst werden. Problematisch ist in dieser Phase allerdings das kurze Zeitfenster für einen Angriffsschlag. Bis zum Eintritt in die zweite Flugphase bleiben nur drei bis fünf Minuten. So müssten laut Dr. Wolfgang Liebert, Physiker des Forschungsbundes Naturwissenschaft, Abrüstung und internationale Sicherheit (Fonas), die Abwehrgeschosse schon im näheren Umfeld des Iran starten, um die mit 15.000 Kilometern pro Stunde in die Höhe schnellende Rakete zu zerstören.

Mittlere Flugphase

Die längste der drei Flugphasen dauert je nach Reichweite der Rakete 15 bis 25 Minuten. Zunächst löst sich die Antriebseinheit ab, der winzige Gefechtskopf bewegt sich jetzt in einer Höhe von bis zu 1200 Kilometern mit mehr als 20.000 Kilometern pro Stunde antriebslos durch das All. Attrappen, so genannte Tauschkörper, werden ausgesondert. Die kleinen Ballons, die dem echten Geschoss optisch gleichen, sollen das Erfassen des echten Gefechtskopfes erschweren.

In dieser zweiten Phase würden die in Polen stationierten Abwehrraketen starten. Sie verfügen über manövrierbare, 50 Kilogramm schwere Flugkörper. Diese so genannten "Hit to kill vehicles" sollen, vom Radar gelenkt, den gegnerischen Gefechtskopf präzise ansteuern und vernichten können - das behauptet das amerikanische Militär. Wolfgang Liebert bezweifelt dies: "Das ist bildlich gesprochen wie der Schuss einer Gewehrkugel auf eine andere Gewehrkugel. Einen solch kleinen Flugkörper im All zu erwischen, ist eine neue technische Herausforderung". Dies belegen auch die Tests der Amerikaner. "Nur die Hälfte der Probeläufe sind erfolgreich verlaufen", sagt Dr. Jürgen Altmann vom Institut für Experimentelle Physik der Universität Dortmund. "Und das bei sehr wohlwollenden Versuchsanordnungen", fügt der Wissenschaftler hinzu. So habe der angebliche Feind in der Simulation beispielsweise keine Attrappen ausgestoßen.

Endphase

In einer Höhe von zehn Kilometern tritt der Gefechtskopf schließlich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 3600 Kilometern pro Stunde wieder in die Erdatmosphäre ein. Die Täuschkörper sind jetzt verschwunden, was die Chancen auf einen Abschuss verbessert. Auch der Einsatz von leichten und schnellen Abwehrwaffen ist nun möglich. Und doch ist ein Abschuss in dieser Phase nahezu unmöglich, behauptet Liebert. Zum einen sei der Flugkörper beinahe am Ziel - nur wenige Sekunden blieben noch für eine erfolgreiche Abwehr. Zum anderen hätte das entsprechende Schutzsystem, die steinalte Patriot-Flugabwehr, bereits im Israel-Irak-Konflikt versagt.

Auf Europa könnte es Strahlen-Trümmer regnen

Doch nicht nur die Zuverlässigkeit des Schutzschildes bereitet den Experten Sorgen. Selbst bei einem Abschuss droht Gefahr - eine Rakete könnte in Tausende Stücke zersplittern. Im Fall eines nuklearen Sprengkopfes wäre der verstrahlte Stahlregen für weite Landstriche Europas fatal, weiß Liebert. Noch verheerender könnten die Folgen eines Treffers in der Startphase der Langstreckenrakete sein: "Mit 95-prozentiger Sicherheit wird hier die große Trägerrakete getroffen. Der Sprengkopf fliegt dann einfach weiter - im Zweifel sogar noch bis ins All. Und er würde wieder runterkommen - irgendwo in Europa oder sonstwo würde er explodieren".

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.