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ROM: Zimmer frei?

Katharina Schäder in Rom auf Zimmersuche

Katharina Schäder in Rom auf Zimmersuche

Altissimo, am allerhöchsten, seien die Lebenshaltungskosten für Studenten in Rom, vor allem die Mieten. So steht es in meinem italienischen Uniführer. Nur Venedig und Mailand können sich in Italien mit den römischen Mieten messen. Hier muss ich also eine Unterkunft finden.

»Zimmer frei für Mädchen deutscher oder angelsächsischer Herkunft in großzügiger Wohnung«, lautet die Anzeige für meinen ersten Versuch. Die Vermieterin ist Deutsche und wohnt in einer Eigentumswohnung ganz in der Nähe meines Instituts. Das hört sich nicht schlecht an. Obwohl 850.000 Lire (850 Mark) im Monat im Vergleich zu den Leipziger Billigmieten schwer verdaulich ist.

Politik und Plüsch

Während mir Signora P. ein frappé al caffè - einen eisgekühlten Cappucino - auftischt, stellt sich heraus, dass sie ursprünglich aus Dresden stammt. »Und ich studiere in Leipzig!« sage ich erfreut und hoffe, damit punkten zu können. Aber da habe ich mich schwer geschnitten. Das könne sie nicht verstehen, sagt Signora P. - oder besser Frau P. - spitz. Wie können man dort leben, zusammen mit all diesen Kommunisten? Sie sei dort so schnell wie möglich weg. Na ja, versuche ich die Wogen zu glätten, hier in Rom lebe es sich bestimmt besser. Frau P. zieht die Stirn kraus: Jetzt, wo Berlusconi an der Macht sei, schon. Vorher hätten sie und ihr Mann ja schon kurz davor gestanden, das Land zu verlassen. Sie sage nur: Die Kommunisten. Ob ich jetzt das Zimmer sehen wolle?

Die in der Anzeige und am Telefon angekündigten Biedermeier-Ausstattung besteht aus zwei riesigen, mit rotem Plüsch gepolsterten französischen Betten und einer Schrankwand. Vom Stil her alles eher Barock als Biedermeier - Gelsenkirchener Barock. Warum sie ein 12 Quadratmeter großes Einzelzimmer mit vier Schlafplätzen ausgestattet hat, hat mir Frau P. nicht gesagt, wohl aber, dass ich in ihrer Wohnung keine Besucher empfangen dürfe. Für die waren die Betten also nicht bestimmt.

Frau P. will wissen, ob ich schon von den Ereignissen beim G8-Gipfel in Genova gehört hätte. Ich erzähle, dass die deutschen Zeitungen über Genua ganz andere Dinge berichteten als die italienischen. Und dass ich sehr geschockt sei. Endlich stimmt mir Frau P. mal zu. Auch sie sei geschockt: Wer hätte schließlich gedacht, dass Gorbatschow noch einmal eine internationale Verschwörung auf die Beine stellen würde?

Ihren Redestrom kann nur das Telefon unterbrechen, das gut alle zehn Minuten klingelt. Frau P. hebt ab, hört kurz zu und antwortet dann immer knapp: »Mi dispiace. Das Zimmer ist leider schon vergeben.« Wobei sie mir stets einen wissenden Blick zuwirft.

Versuch in der Vorstadt

»È straniera? Sind Sie Ausländerin?« fragt mich die Stimme am anderen Ende misstrauisch, nachdem ich mit Not die Frage zusammengestoppelt habe, ob das Zimmer in der 3er-Studentinnen-WG noch frei sei. »Das Zimmer ist schon vermietet,« antwortet die Stimme kühl auf mein Geständnis, dass ich Deutsche bin, und legt auf.

Normalerweise würde ich in der Wohnung dieser voreingenommenen Frau gar nicht mehr wohnen wollen. Doch angesichts der Tatsache, dass mein Hotel 50.000 Lire pro Nacht kostet, meine Ersparnisse schwinden und die Plätze unter den schönsten Brücken verdammt besetzt aussehen, lasse ich es auf einen weiteren Versuch ankommen.

Eine Bekannte ruft für mich bei der Vermieterin an. Sie suche eine Wohnung für eine Freundin der Familie, eine junge Deutsche, sehr seriös. Ob das Zimmer aus der Anzeige schon vergeben sei? Diesmal gibt die Vermieterin bereitwillig Auskunft über Ausstattung, Miete und Lage der Wohnung. Voll möbliert, für einen Spottpreis von 600.000 Lire im Monat und nur sechs U-Bahn-Stationen von der Uni entfernt. Das hört sich gut an.

Doch dann stellt sich heraus: Auf die sechs U-Bahn-Stationen folgt noch eine »kurze« Busfahrt. Genauer gesagt, bis zur Endhaltestelle des Linienbusses. Fahrzeit: 70 Minuten. Und dann noch zehn Minuten zu Fuß durch eine eher einsame Vorstadt mit Betonblöcken. Ob unter der Engelsbrücke noch ein Platz für mich frei ist? (ks)

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(