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Fett oder Kohlenhydrate?: Gesunde Ernährung: Warum Low Carb auch keine Lösung ist

Welche Ernährung perfekt ist, darüber streiten sich Wissenschaftler seit jeher. In einer aktuellen Übersichtsarbeit gehen Experten der Frage auf den Grund, welches das optimale Verhältnis aus Fett und Kohlenhydrate für eine gesunde Ernährung ist. 

Ist Low Carb die Lösung?

Ist Low Carb die Lösung?

Getty Images

Über die Frage, was man am besten essen sollte, um gesund zu leben und überflüssige Pfunde zu verlieren, zerbrechen sich wohl viele Menschen in der westlichen Welt den Kopf. Kein Wunder also, dass sich Ernährungsratgeber nach wie vor wie warme Semmel verkaufen. Dass jeder neue Ernährungshype Anhänger findet, der den Schlüssel zum ausgewogenen Gewicht verspricht, ist ebenso wenig verwunderlich.

Auch die Wissenschaft beschäftigt sich mit der perfekten Ernährung. Und vor allem mit dem optimalen Verhältnis von Fett und Kohlenhydraten. Aber: Sie widersprechen sich auch, und auf eine goldene Regel konnten sich Ernährungswissenschaftler bislang nicht einigen. In der aktuellen Ausgabe des Magazins "Science" ist nun eine große Übersichtsarbeit erschienen. Darin werten Experten rund um den Mediziner David S. Ludwig Studien aus, welches Verhältnis aus Fett und Kohlenhydraten für eine gesunde Ernährung optimal wäre.

In diesen Punkten sind sich Wissenschaftler einig

Um eins vorweg zu nehmen: Es gibt sie nicht, die eine Formel, die eine goldene Regel, nach der man bemessen kann, wie viel Olivenöl in die Sauce und wie viel Pasta auf den Teller gehören. 

Ernährung: Diese vermeintlich gesunden Lebensmittel sind überbewertet
Wer an Zöliakie erkrankt ist, muss peinlich genau darauf achten, dass kein Lebensmittel mit Gluten kontaminiert ist. Was das für einen Betroffenen heißt, können Sie hier lesen. Für alle anderen aber gilt: Glutenfreies Brot ist nicht gesünder und normales Brot wird keinen negativen Effekt auf den Körper haben.

Wer an Zöliakie erkrankt ist, muss peinlich genau darauf achten, dass kein Lebensmittel mit Gluten kontaminiert ist. Was das für einen Betroffenen heißt, können Sie hier lesen. Für alle anderen aber gilt: Glutenfreies Brot ist nicht gesünder und normales Brot wird keinen negativen Effekt auf den Körper haben.

Es gibt aber Punkte, in denen sich sich die Wissenschaftler einig sind. Unter anderem:

  1. Industriell hergestellte Transfette sind schädlich. Die stecken vor allem in Fast Food und Fertiggerichten wie Pommes Frites, Fischstäbchen, aber auch in Donuts, Keksen und Croissants. Wissenschaftler sind sich einig: Wer gesund leben will, sollte davon die Finger lassen.
  2. Ziehen Sie unverarbeitete Kohlenhydrate wie ganze Früchte, Gemüsesorten wie Brokkoli, grüner Salat, Hülsenfrüchte immer stark verarbeiteten Kohlenhydraten, wie in Weißbrot oder Süßigkeiten enthalten sind, vor.
  3. Wer auf Kohlenhydrate verzichten will, sollte diese nicht unbedingt mit Proteinen oder tierischen Produkten kompensieren, sondern auf Nüsse, Samen und Avocados setzen.
  4. Wer schnell abnehmen will, der sollte wenig Kohlenhydrate und viel Fett zu sich nehmen. Eine Form davon ist beispielsweise die ketogene Ernährung. Die setzt auf High-Fat-Low-Carb, aber in einer extremen Form. Man isst sich gewissermaßen an Fetten satt. Dass es bei dieser Ernährungsform einen Abnehmerfolg gibt, darin sind sich die Forscher einig. Auch dass es Hinweise darauf gibt, dass eine Ketodiät für Diabetiker sinnvoll sein könnte. Eine unerwünschte Nebenwirkung: Der Jo-Jo-Effekt ist bei dieser Diät nicht ausgeschlossen. US-Mediziner gehen sogar noch weiter: Sie raten von der Diät indes ab. Warum? Dazu können Sie mehr hier lesen.

Genuss gehört auch zu einer gesunden Ernährung

In vielen Punkten sind sich Wissenschaftler aber weiter uneinig. Was unter anderem auch daran liegt, dass Ernährung und deren Auswirkung nicht nur auf Fett und Kohlenhydrate heruntergebrochen werden kann. Denn auch äußere Einflüsse wie Umwelt, soziales Umfeld und natürlich auch die Genetik sind von Bedeutung. Ernährung ist und bleibt individuell: Je nach Alter, Geschlecht und Fitnessgrad hat ein Mensch einen individuellen Nährstoffbedarf. Das bedeutet ein Teenager hat einen ganz anderen Ernährungsplan als beispielsweise Hochleistungssportler, Schwangere und Ältere eine anderen Bedarf als Büroangestellte. Zudem: Gesund und ausgewogen zu essen ist oftmals auch eine Frage des Geldes. Wer auf saisonales Gemüse setzt, kommt günstiger weg, als beim Kauf von Superfoods wie Chia-Samen oder Acai-Beeren.

Verrückt machen sollte man sich weder von Ernährungsratgebern noch von neuen Studien. Am Ende muss man für sich selbst entscheiden, welche die perfekte Ernährung für einen ist. Bis dahin gilt: Genießen Sie Ihr Essen auch. 

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