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So schmeckt Asien Genuss aus Indien: Rezept für ein veganes Auberginen Tikka Masala

Auberginen Tikka Masala
Geschmorte Auberginen in einer fein-würzigen Masalapaste – serviert mit Reis oder frischem Naan-Brot ein wahrlicher Hochgenuss
© haoliang / Getty Images
Die indische Küche ist ein Fest für die Geschmacksnerven. Kein anderes Land bietet eine so große Bandbreite an Gewürzen, Aromen und Kochstilen. Veganes Tikka Masala mit Auberginen lässt Sie kulinarisch in das Land der Gegensätze reisen.

An kalten Herbsttagen reisen Sie mit diesem veganen Auberginen Tikka Masala in das Land der Farben und Gewürze. Genauer gesagt geht es nach Südindien: Die Küche in Chettinad, einer Region im südindischen Tamil Nadu, ist bekannt für ihre vegetarischen und veganen Speisen. Schon seit dem 18. Jahrhundert importieren die Bewohnerinnen und Bewohner zahlreiche Gewürze aus Burma, Nepal und Südostasien. So wurde die regionale Küche seither von den Einflüssen der jeweiligen Landesküchen geprägt.

Was bedeutet "Tikka Masala"?

In seiner ursprünglichen Form ist "Tikka" ein indisches Currygericht mit marinierten Fleischstücken, die vor dem Kochen des Currys im Ofen gebacken werden. Als "Masala" hingegen werden unterschiedliche Gewürzmischungen der indischen Küche bezeichnet. Übersetzen lässt sich das hinduistische Wort mit "Zutaten" oder "Gewürze". Masala kennt man demnach als Bestandteil in den Namen beliebter indischer Gewürzmischungen – beispielsweise "Garam Masala", "Chat Masala" oder "Tandoori Masala". Auch in der Namensgebung indischer Teemischungen wie zum Beispiel beim "Chai Masala" wird der Begriff verwendet.

"Chicken Tikka Masala": Ein britisches Nationalgericht

Angelehnt ist dieses vegane Rezept am beliebten Gericht "Tikka Masala", besser bekannt als "Chicken Tikka Masala". Anders als vermutet stammt dieses jedoch nicht aus Indien, sondern aus Großbritannien und ist hier als Teil der britisch-indischen Fusionsküche entstanden. Auf der Insel erfreut sich das Gericht großer Beliebtheit und ist in so gut wie jedem Restaurant oder Pub erhältlich – kein Wunder, dass es sogar zu den britischen Nationalgerichten gezählt wird.

Der genaue Ursprung des Gerichts findet sich in der Nachkriegszeit in Großbritannien. Hier wurde die Speise entwickelt, um indisches Essen mit englischen Essgewohnheiten in Einklang zu bringen. Über Entstehungszeit und -ort des Gerichts kursieren die unterschiedlichsten Mythen.

Einer weit verbreiteten Version zufolge entstand es, als ein indischer Koch einem englischen Gast das traditionelle Chicken Tikka, demzufolge gegrillte marinierte Hähnchenstücke, servierte. Da in der englischen Küche im Allgemeinen zum Fleisch gravy, eine Art Bratensauce, gereicht wird, erschien dem Gast das Gericht zu trocken. Dem indischen Koch blieb nichts anderes übrig, als eine Sauce aus Tomatensuppe und indischen Gewürzen zu improvisieren. Was an dieser Geschichte wirklich wahr ist, wird wohl nie endgültig geklärt werden – in jedem Fall erfreut sich Tikka Masala seither großer Beliebtheit, ganz egal ob in England, Indien oder in zahlreichen anderen Ländern dieser Erde.

Die indische Küche: Ein Fest der Gewürze

Tikka Masala schmeckt sehr würzig, aber nicht scharf. Das Aroma ist vordergründig durch Koriander bestimmt. Typische Gewürze der indischen Küche – vor allem Kreuzkümmel, Ingwer und Zimt – runden den Geschmack ab. Als Beilage werden zum Gericht typischerweise Reis oder Naan-Brot als Beilage gereicht.

Die indische Küche ist vor allem eines: vielseitig. Indien zählt zu den größten Ländern der Welt, hier treffen zahlreiche Kulturen und Geschmäcker aufeinander, geographische und klimatische Gegebenheiten tragen zur Vielfalt der Speisen bei. Zudem spielen kulturelle und religiöse Einflussfaktoren eine große Rolle. So ist im Hinduismus besonders der Verzehr von vegetarischen Speisen verbreitet. Rindfleisch ist – aufgrund der Heiligkeit der Kuh – ein absolutes Tabu. Hähnchenfleisch erfreut sich hingegen in allen Gesellschaftsschichten, unabhängig von der Religion, größter Beliebtheit.

Grob lässt sich die indische Küche in die vier Himmelsrichtungen aufteilen. Die nordindische Küche, welche in Europa am meisten verbreitet ist, zeichnet sich durch Speisen aus dem Lehmofen aus. Berühmte Beispiele sind das Tandoori-Chicken oder aber das klassische Naan-Brot. Zudem werden im Norden verhältnismäßig viele Milchprodukte verarbeitet: Neben Ghee, einem bekannten indischen Butterschmalz, wird mit Vorliebe Joghurt tu den Speisen gereicht.

Im Süden hingegen wird vor allem – statt Weizen – Reis verzehrt, häufig in Kombination mit sehr scharfen, vegetarischen Currys oder verarbeitet zu Reispfannkuchen. Im Westen und Osten Indiens stehen konträr dazu Fisch und Schalentiere regelmäßig auf dem Speiseplan.

Grundbestandteile der verschiedenen Landesküchen sind aber ähnlich: Neben Reis und Getreide kommen vor allem Hülsenfrüchte zum Einsatz. Besonders bekannt ist Indien aber für seine Gewürzmischungen. Bockshornkleesamen, Kurkuma, Curryblätter, Kreuzkümmel, Fenchelsamen, Gewürznelken, Muskat, Zimt, Ingwer, Chili, Koriander und Kardamom geben den Speisen ihr typisches Aroma, sind jedoch nicht nur für Gerichte, sondern auch für Getränke wie den beliebten Chai-Tee von immenser Bedeutung.

Die indische Küche kategorisiert sechs Geschmäcker: süß, sauer, salzig, würzig, bitter und zusammenziehend. Eine Mahlzeit in Indien gilt dann als ausgeglichen, wenn all diese Geschmäcker Bestandteil des Essens sind – ein schwer zu erreichendes Ziel.

Veganer Genuss 

Die Grundnote des veganen Auberginen Tikka Masalas erreichen wir durch Zugabe der typischen Tikka Masala Paste: Gewürze wie Kurkuma, Paprikapulver, Cayennepfeffer, Kreuzkümmel und Zimt sorgen für das passende Aroma. Frischer Ingwer, Knoblauch und Koriander ergänzen dieses und sorgen, zusammen mit Tomatenmark und Kokosraspeln, für den typischen Tikka Masala-Geschmack.

Statt Hähnchen kommt nun jedoch die Aubergine zum Einsatz. Ihre fleischartige Konsistenz stellen eine hervorragende pflanzliche Alternative dar. Da das Nachtschattengewächs viel Flüssigkeit enthält, sollte es zuvor gesalzen und kurz stehen gelassen werden. So verliert es den Großteil seiner Flüssigkeit. In der Pfanne kocht die Aubergine dann nicht im ausgetretenen eigenen Saft, nimmt weniger Fett auf und erhält ein milderes Aroma sowie eine weichere Konsistenz. Zusammen mit Zucchini, Kichererbsen und einer wunderbar cremigen Sauce entsteht ein Geschmacksensemble der ganz besonderen Art.

Serviert wird das Tikka Masala mit Reis oder frischem Naan-Brot.

Rezept für ein veganes Auberginen Tikka Masala

Zutaten

  • 800 Gramm Aubergine
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 1 getrocknete Chilischote
  • 2 Esslöffel Paprikapulver rosenscharf
  • 2 Teelöffel Cayenne Pfeffer
  • 1 Teelöffel Meersalz
  • eine Messerspitze Muskatnuss
  • 0,5 Teelöffel Kurkuma
  • 0,5 Teelöffel Anis
  • 1 Teelöffel Ceylon-Zimt
  • 0,5 Teelöffel gemahlener Kardamom
  • 1,5 Teelöffel gemahlener Kreuzkümmel
  • etwas Pfeffer
  • 2 Esslöffel Kokosraspeln
  • 2 Esslöffel gemahlene Mandeln
  • 4 Esslöffel Tomatenmark
  • 4 Esslöffel Erdnussöl
  • 1 Handvoll frischer Koriander
  • 1 mittelgroße Zucchini
  • 1 Zwiebel
  • 2 Dosen Kokosnussmilch (2 mal 400 Mililiter)
  • 1 Dose Kichererbsen (400 Gramm)
  • 300 Gramm Reis, Trockengewicht (Alternativ: Frisches Naan-Brot)
  • Salz und Pfeffer
  • etwas Koriander zum Garnieren
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Zubereitung

  1. Die Aubergine waschen, halbieren und in Würfel schneiden. Etwas Salz hinzugeben und ziehen lassen, so verliert das Gemüse an Wasser.
  2. Knoblauch und Ingwer schälen und in kleine Stücke schneiden, die Chilischote zerkleinern und alles miteinander in einer Schüssel vermengen.
  3. Die Gewürze, Kokosraspeln, gemahlene Mandeln sowie Tomatenmark und Erdnussöl hinzugeben und verrühren, bis eine sämige Masse entsteht.
  4. Den frischen Koriander waschen, trockenschütteln, die feinen Blättchen abzupfen und hacken. Ebenfalls zur Paste hinzugeben und vermengen.
  5. Zucchini und Zwiebeln kleinschneiden und im Wok dünsten. Die Paste hinzugeben und leicht anrösten. Mit der Kokosmilch ablöschen. Die Kichererbsen hinzugeben und leicht köcheln lassen.
  6. In der Zwischenzeit einen Topf mit Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Den Reis nach Anleitung garen.
  7. Das ausgetretene Wasser der Auberginen abgießen und die Aubergine in einer separaten Pfanne anbraten. Sobald die Aubergine eine leichte Bräune hat, diese zu den übrigen Zutaten geben.
  8. Mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken und zusammen mit Reis oder frischem Naan-Brot sowie etwas Koriander servieren.

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