Sachsen-Anhalts Finanz- und Wirtschaftsminister Michael Richter hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ein Investor die Krise beim Unternehmen Domo Chemicals in Leuna löst. "Ich hoffe, dass man jemanden findet, aber das hängt von vielen Themen ab", sagte der CDU-Politiker.
Insolvenzverwalter Lucas Flöther will bis April einen Investor für die deutschen Standorte von Domo Chemicals finden. Zuletzt gab es mehrere Interessenten. Das Chemieunternehmen hatte Ende des vergangenen Jahres für seine drei deutschen Tochterfirmen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg Insolvenz angemeldet und erklärt, die Produktion sofort stoppen zu müssen.
Wenige Tage später schaltete sich das Land Sachsen-Anhalt ein und entschied, den Betrieb vorerst am Laufen zu halten. Laut der Anordnung dürfen die Domo-Anlagen aus Sicherheitsgründen noch nicht vollständig heruntergefahren werden. Solange das so ist, bleibt das Unternehmen laut Flöther verkäuflich.
Zweistelliger Millionenbetrag für Notbetrieb
Gleichzeitig stellt sich das Land Sachsen-Anhalt inzwischen jedoch auch auf ein Herunterfahren ein. Wenn kein Investor gefunden werde, werde man Anfang April die Anlagen herunterfahren, sagte Richter. Bisher habe das Land für den Notbetrieb einen zweistelligen Millionenbetrag aufgewendet, so der Finanzminister.
Auch Dow Chemical hatte vor einigen Monaten bekanntgegeben, dass ein Teil seiner Anlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen (Sachsen) Ende 2027 geschlossen werden soll. Wirtschaftsstaatssekretärin Stefanie Pötzsch sagte nun, dass es mit dem Unternehmen weitere Gespräche gibt. Dow sei an der Lösungsfindung beteiligt, so Pötzsch.
Besonders kritisch ist die geplante Schließung des sogenannten Steamcrackers in Böhlen, einer zentralen Anlage, die aus Rohbenzin chemische Grundstoffe herstellt und am Anfang der chemischen Wertschöpfungskette steht. Es wird befürchtet, dass eine Abschaltung viele angeschlossene Unternehmen in der Region betreffen könnte.