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Nahrungsergänzungsmittel: Das ABC der Wellness- und Anti-Aging-Präparate

Mit Hilfe von Pillen und Pülverchen fit und leistungsfähig bleiben - dass so etwas geht, suggeriert eine wachsende Auswahl an Anti-Aging- und Wellness-Präparaten. Doch welche helfen wirklich?

Helfen Tabletten, um die müden Zellen wieder in Form zu bringen?

Helfen Tabletten, um die müden Zellen wieder in Form zu bringen?

Anti-Aging und Wellness sind mehr als nur kurzzeitige Trends. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein neues Präparat auf den Markt kommt, von dem behauptet wird, dass es ein wahrer Jungbrunnen sei. Das trifft genau den Nerv der Zeit. Wir werden immer älter - aber so aussehen, das wollen wir nicht. Jeder möchte bis ins hohe Alter möglichst gesund, faltenfrei und geistig leistungsfähig bleiben.

Dazu braucht der Körper eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Ist der Bedarf nicht gedeckt, kommt es zu Mangelerscheinungen, die sich auf den ganzen Körper auswirken - nicht zuletzt als unliebsame Alterserscheinungen.

In der Theorie scheint alles ganz einfach: Wenn der Mangel an Hormonen, Vitaminen und anderen Substanzen die Haut fahl und schlaff erscheinen lässt, hilft der Ersatz aus der Pillenschachtel, die müden Zellen wieder in Form zu bringen.

Die Realität sieht anders aus: Da weder Anti-Aging noch Wellness geschützte Begriffe sind, verbergen sich hinter den Methoden und Präparaten die verschiedensten Ansätze - wissenschaftlich bestätigte, aber auch solche, die auf ein schnelles Geschäft aus sind. Im schlimmsten Fall bewirken die Mittel genau das Gegenteil des Gewünschten: Der Körper nimmt Schaden.

Stoppen lässt sich der Alterungsprozess ohnehin nicht, aber zumindest hinauszögern. Besser als jede Pille ist allerdings eine gesunde Ernährung mit genügend Flüssigkeit. Ausreichend Schlaf und Entspannung sowie Bewegung und Sport fördern die Selbstheilungskräfte des Körpers. Besteht allerdings ein grundsätzlicher Mangel an bestimmten Substanzen, lässt sich das mit manchen Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen.

Welche Stoffe empfehlenswert sind und was Sie besser nicht kaufen sollten, sagt Ihnen dieses Lexikon: von A wie Aloe vera bis Z wie Zink.

Nicole Simon

Hinweis: Die Übersicht ist ein Auszug aus dem Ratgeber "Antiaging- und Wellness-Präparate", herausgegeben von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der komplette Ratgeber (zweite Auflage 2008) bewertet 59 Wirkstoffe auf 96 Seiten im Pocketformat. Sie können das Buch für 4,90 Euro zuzüglich der Versandkosten auf der Website der Verbraucherzentrale NRW oder per Telefon unter der Nummer 01805 - 00 14 33 (14 Cent pro Minute aus dem Festnetz).

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Aloe vera

Aloe vera

Aloe vera ist ein in der Wüste wachsendes Liliengewächs. Die Pflanzen für hier verkaufte Produkte - meist Aloe vera Barbadensis Miller - stammen überwiegend aus den USA, Mittel- und Südamerika, Spanien und Australien. Saft (Gel) wird aus den dickfleischigen Blättern der Pflanzen (ganz oder geschält) gepresst. Bittere und abführende Stoffe (Anthrachinone) müssen sorgfältig abgetrennt werden, wobei es zu einem Wirkstoffverlust kommen kann. Der frische Saft ist sehr empfindlich gegenüber Sauerstoff, muss also stabilisiert beziehungsweise konserviert werden, zum Beispiel mit ätherischen Ölen oder Antioxidantien wie Vitamin C, Kaliumsorbat (E 202) oder Natriumbenzoat (E 211).

In den Blättern wurden - in geringer Konzentration - mehr als 200 verschiedene Inhaltsstoffe nachgewiesen. Die meisten dieser Stoffe sind auch in heimischem Obst und Gemüse enthalten. Ausgelobtes Vitamin C stammt nicht aus der Aloe vera, sondern wurde als Konservierungsmittel zugesetzt.

Effekte

Aloe vera wird traditionell äußerlich zur Hautpflege (Antifaltencreme) und für eine beschleunigte Wundheilung bei oberflächlichen Wunden eingesetzt. Zu den wundheilenden Wirkungen liegen allerdings widersprüchliche Ergebnisse aus der Forschung vor. Innerlich wurde es früher als Abführmittel verwendet. Die stark abführend wirkenden Anthrachinone dürfen aber in Aloe-vera-Saft oder -Gel nicht enthalten sein. Die versprochenen Heilwirkungen auf verschiedene Krankheiten bei Einnahme des Gels beruhen auf einzelnen Erfahrungsberichten und sind nicht durch unabhängige wissenschaftliche Studien nachgewiesen. Für die angeblichen besonderen Eigenschaften des enthaltenen Acemannan existieren nur Zell-Experimente, die keinen Rückschluss auf Heilwirkungen beim Menschen zulassen. Die wenigen Versuche an Menschen beschränken sich auf die äußere Anwendung auf der Haut.

Achtung!

Bei empfindlichen Personen kann das Gel Magen-Darm- oder Nierenreizungen sowie allergische Reaktionen verursachen. Auch die Konservierungsstoffe E 202 und E 211 können Allergien auslösen. Bei unsauberer Trennung können in der Blattrinde enthaltene Anthrachinone in das Gel gelangen. Sie wirken stark abführend, sind krebserregend und schädigen das Erbgut. Von der Einnahme von Aloe-vera-Gel wird unter anderem bei Hämorrhooiden, Darmverschluss und akut entzündlichen Darmerkrankungen abgeraten.

Einkaufstipps

Die Qualität eines Aloe-vera-Produktes ist schwer einzuschätzen. Der Preis sagt darüber nicht unbedingt etwas aus. Das Siegel des "International Aloe Science Council" (IASC) setzt nachprüfbare Qualitätsstandards für Aloe-vera-Rohstoffe und Fertigerzeugnisse. Es garantiert die Verwendung von reinem Gel und eine eindeutige Kennzeichnung der Produkte, zum Beispiel in Bezug auf Inhaltsstoffe sowie auf die Menge des verwendeten Aloe-vera-Gels.

Das Siegel für geprüfte Qualität des Instituts Fresenius, Taunusstein, belegt lediglich eine bestimmte, nicht näher definierte Qualität, kann aber leicht mit einem Wirksamkeitsnachweis verwechselt werden. Für die Hautpflege scheint der frische Pflanzensaft die stärkste Wirkung zu haben: Von einer mehrere Jahre alten Pflanze jeweils ein äußeres Blatt abschneiden und das Gel herausdrücken. Der Rest des Blattes hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen.

Volker Clausen und Angela Clausen

Antioxidantien

Antioxidantien

Antioxidantien sind Stoffe, die die Wirkung von Sauerstoff, also die Oxidation, unterbinden. Zu ihnen gehören ganz unterschiedliche Substanzen, zum Beispiel Vitamine wie Vitamin E, Spurenelemente wie Selen oder sekundäre Pflanzenstoffe wie Beta-Carotin, Lutein, Lycopin, Anthocyane, Quercetin oder OPC.

Antioxidantien sind natürlicherweise in praktisch allen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Außerdem werden sie in der Lebensmittel-Industrie eingesetzt, um das Ranzigwerden von Fetten oder das Braunwerden von angeschnittenen Äpfeln zu verhindern. Zu den bekanntesten mit Antioxidantien angereicherten Lebensmitteln gehören die ACE-Säfte. ACE ist die Kurzform für drei antioxidativ wirkende Vitamine: (Pro)-Vitamin A, Vitamin C und Vitamin E.

Effekte

Antioxidantien machen sogenannte freie Radikale im Körper unschädlich, die die Zellwände, Zellbestandteile und auch den Zellkern mit seinen Erbinformationen schädigen können. Die Radikale entstehen im Körper zum Beispiel bei der Bereitstellung von Energie oder bei der Immunabwehr. Antioxidantien helfen dem Körper, sich gegen freie Radikale zu wehren, bestehende Krankheiten können sie jedoch nicht heilen.

Achtung!

Einzelne Antioxidantien haben sich in der Vergangenheit als gesundheitsschädlich herausgestellt: Beta-Carotin ist für bestimmte Bevölkerungsgruppen nicht empfehlenswert, von Selen sollten Sie keine großen Mengen einnehmen. Gerade bei den antioxidativen sekundären Pflanzenstoffen ist bisher nichts über die Langzeitwirkung bekannt. Isolierte Antioxidantien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder angereicherten Lebensmitteln sollte man deswegen weder regelmäßig noch in größeren Mengen aufnehmen. Natürliche Lebensmittel sind nicht nur sicherer, sie sind oft auch wirkungsvoller.

Einkaufstipps

Am besten genießen Sie täglich fünf Portionen verschiedener Obst- und/oder Gemüsesorten, die von Natur aus einen hohen Gehalt an Antioxidantien haben. Außerdem sind entsprechende Saftmixe im Handel erhältlich.

Volker Clausen und Angela Clausen

Bioflavonoide

Bioflavonoide

Flavonoide gehören mit etwa 5.000 Vertretern zu der größten Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe.

Sie kommen in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln, vor allem in der Schale, vor. Man unterscheidet die gelb gefärbten Flavonole, die rötlich-violetten Anthocyane, und die Flavanole im grünen Tee oder in Kakao. Besonders bekannt sind Quercetin und OPC. Bis heute ist es nicht möglich, Zufuhr-Empfehlungen zu geben.

Effekte

Flavonoide gehören zu den wirksamsten Antioxidantien. Deswegen wird ihnen eine Anti-Aging-Wirkung zugesprochen.

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass Männer mit einer hohen Flavonoidzufuhr durch pflanzliche Lebensmittel ein geringeres Risiko für Herzinfarkt hatten, hingegen solche mit einer geringeren Zufuhr ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Achtung!

Bislang ist unklar, ob die kurzfristige Einnahme von isolierten Flavonoiden positive Auswirkungen auf den Menschen hat. Aufgrund der Unwägbarkeiten möglicher Neben- und Wechselwirkungen mit Medikamenten sollte aber auf eine Langzeiteinnahme dieser Stoffe besser verzichtet werden.

Einkaufstipps

Flavonoide sind wichtige Pflanzenbestandteile, die in unserer Nahrung nicht fehlen dürfen. Vielfalt wird durch einen vielfarbigen, an Obst und Gemüse reichen Speiseplan erzielt. Stammen Obst und Gemüse aus der Saison, enthalten sie - bedingt durch die längere Reifung - einen deutlich höheren Anteil an sekundären Pflanzenstoffen. Wir empfehlen drei Handvoll Gemüse und zwei Handvoll Obst pro Tag - eventuell eine Portion durch ein Glas Saft ersetzen. Gut waschen, möglichst nicht schälen.

Volker Clausen und Angela Clausen

Brottrunk

Brottrunk

Der Brottrunk ist in Anlehnung an ein altes russisches Volksgetränk - Kwass - entstanden. Es handelt sich um ein praktisch alkohol- und kohlensäurefreies, leicht natur-trübes, gelbliches Getränk. Es wird durch Milchsäuregärung aus Biovollkornbrot hergestellt. Brottrunk kann unverdünnt getrunken werden, schmeckt jedoch sehr sauer. Vor allem der Geruch ist nicht jedermanns Sache. Verfeinerte Varianten sind mit Apfelsaft, Zuckerrübensirup oder Molke geschmacklich aufgebessert.

Effekte

Brottrunk ist ein typisches Gesundheitsgetränk, von dem sich manch einer den Erhalt seiner Jugend verspricht. Der Trunk enthält zwar eine Reihe von Mineralstoffen, jedoch nicht so viel, dass er einen nennenswerten Beitrag zur Mineralstoffversorgung oder der Knochenstabilität leisten könnte. Die während der Gärung gebildete Milchsäure wirkt jedoch verdauungsfördernd. Möglicherweise werden während des Gärungsprozesses, ähnlich wie bei Sauerkraut, noch weitere Stoffe gebildet, die positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Achtung!

Zugesetzter Sirup und andere Zutaten können Brottrunk deutlich kalorienreicher machen. Auf die Nährwertkennzeichnung achten! Normaler Brottrunk liefert etwa 7,7 Kilokalorien pro 100 Milliliter, Fett und Kohlenhydrate sind nur in Spuren enthalten.

Einkaufstipps

Brottrunk, der zusätzlich Molke enthält, weist einen höheren Mineralstoffgehalt aus. Auch hier auf die Zutatenliste achten. Gegebenenfalls normalen Brottrunk kaufen und selbst geschmacklich verbessern.

Volker Clausen und Angela Clausen

DHEA

DHEA

DHEA steht für De-Hydro-Epi-Androsteron, ein vom Körper aus Cholesterin gebildetes Prohormon, aus dem die Sexualhormone Testosteron und Östrogen entstehen.

Die Bildung von DHEA nimmt ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich ab, bis auf etwa 20 Prozent der ursprünglichen Menge in höherem Lebensalter. Männer produzieren weniger DHEA als Frauen. Morgens sind die Spiegel höher als abends.

Effekte

DHEA hat außer der beschriebenen Zwischenproduktfunktion praktisch keine physiologischen Wirkungen. Es unterbindet keine Alterserscheinungen oder -krankheiten. Es verhindert weder Wechseljahrsbeschwerden noch verbessert es die geistige und sexuelle Leistungsfähigkeit.

Zur Anti-Aging-Therapie ist DHEA nicht geeignet. Wenn kein Mangel vorliegt, bessern sich weder körperliche Leistungsfähigkeit oder Muskelkraft noch die Lebensqualität. Die Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker stufte die Anwendung Ende 2006 als "Quacksalberei" ein.

Achtung!

Aufgrund der mangelnden Daten wird das Risiko einer gesundheitsschädigenden Wirkung deutlich höher eingeschätzt als ein möglicher Nutzen. Beschrieben sind bisher Herzrhythmusstörungen. Frauen müssen mit einer gewissen Vermännlichung - zum Beispiel mit Haarausfall oder einer tieferen Stimme - rechnen.

Hormonabhängige Krebsformen, zum Beispiel Brust- oder Prostatakrebs, können durch zusätzliches DHEA in ihrem Wachstum gefördert werden. Von einer Einnahme wird abgeraten. In den USA lassen sich übrigens Händler vom Kunden eine Erklärung unterschreiben, die sie von allen Haftungsansprüchen freistellt.

Einkaufstipps

DHEA ist genauso wie Melatonin pharmakologisch wirksam und in Europa als Nahrungsergänzungsmittel nicht erlaubt. Vor Einkäufen in Übersee, zum Beispiel via Internet, kann nur gewarnt werden. Als Arzneimittel ist es lediglich Bestandteil in einem - umstrittenen - zu spritzenden Präparat gegen Wechseljahrsbeschwerden. Ein Import von DHEA aus dem Ausland ist nur bei ärztlicher Verschreibung und nur durch eine Apotheke erlaubt.

Volker Clausen und Angela Clausen

Folsäure

Folsäure

Folsäure ist ein B-Vitamin. Zu unterscheiden ist zwischen der in Lebensmitteln natürlich vorkommenden Folsäure, den so genannten Folaten, und der zur Nahrungsergänzung verwendeten synthetisierten Folsäure. Reich an Folsäure

Da Folate wasserlöslich, licht- und hitzeempfindlich sind, hängt der Gehalt in Lebensmitteln von der Zubereitung ab. Außerdem werden zahlreiche Cerealien, Brotbackmischungen, Kochsalz, Milchprodukte und Erfrischungsgetränke mit synthetischer Folsäure angereichert.

Für die Zufuhrberechnung werden sogenannte Folat-Äquivalente zugrunde gelegt. Die in Deutschland zur Vorsorge empfohlene Zufuhr beträgt 400 Mikrogramm natürliche Folate - beziehungsweise 0,4 Milligramm Folat-Äquivalente - oder 200 Mikrogramm Folsäure pro Tag. Diese Menge wird wahrscheinlich von vielen Menschen nicht erreicht.

Effekte

Folat ist an der Blutbildung beteiligt und wichtig für alle Wachstums- und Entwicklungsprozesse. Eine ausreichende Folatzufuhr senkt den Homocystein-Spiegel. Unklar ist, ob ein erhöhter Spiegel tatsächlich ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist oder nur ein Symptom. Derzeit laufen dazu mehrere Studien. Unklar ist ebenso, ob ein erhöhter Folat-Spiegel dem Dickdarmkrebs vorbeugen kann.

Achtung!

Von natürlichem Nahrungsfolat geht keinerlei Risiko aus. Für synthetische Folsäure gibt es bisher keine systematischen toxikologischen Langzeit-Untersuchungen. Große Mengen, mehr als ein Milligramm, können zu Juckreiz und Krämpfen der Atemmuskulatur führen, bei Epileptikern können sie Krämpfe auslösen. Ab fünf Milligramm Folsäure täglich kann ein Vitamin-B12-Mangel maskiert werden - ein Risiko vor allem für ältere Menschen.

Bei sehr großen Folsäuremengen - aber etwa 15 Milligramm - sind Schlaflosigkeit, Schwermut, Nervosität, Überaktivität, Übelkeit, Blähungen und allergische Reaktionen festgestellt worden. Möglich wäre auch die Förderung von bestimmten Krebsarten, wenn bereits Vorschädigungen vorhanden sind.

Da es noch sehr viele Wissenslücken gibt, ist eine Nahrungsergänzung mit Folsäure möglicherweise nicht für alle Menschen geeignet. Die tägliche Gesamtzufuhr von synthetischer Folsäure aus angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln sollte einen Milligramm nicht übersteigen. Es gibt Wechselwirkungen mit Acetylsalicylsäure, Antikrebs- und Schlafmitteln.

Einkaufstipps

Nahrungsergänzungsmittel sollten pro Tagesdosis bis 200 Mikrogramm Folsäure - das entspricht 400 Mikrogramm Folat-Äquivalenten - und zusätzlich Vitamin B12 enthalten. In angereicherten Lebensmitteln sind höchstens 200 Mikrogramm pro Tagesverzehrsmenge angebracht.

Mit Folsäure angereichertes Kochsalz liefert bei üblicher Verwendung 100 bis 200 Mikrogramm Folsäure täglich. Keinesfalls auf dem Speiseplan fehlen sollten aber grüne Gemüse und andere natürliche Folatquellen. Diese liefern weitaus mehr Inhaltsstoffe als nur dieses Vitamin.

Volker Clausen und Angela Clausen

Gelée Royale

Gelée Royale

Gelée Royale, auch Königinfuttersaft genannt, ist die Dauernahrung für das bis zu fünfjährige Leben der Bienenkönigin und wird als Sekret in den Kopfdrüsen der Arbeitsbienen gebildet. Es enthält alle für die Entwicklung einer Bienenkönigin wichtigen Nährstoffe, außerdem Enzyme und Bienenhormone.

Gelée Royale gilt als Symbol von Vitalität, Leistungs- und Lebenskraft. Die Gewinnung des Saftes bedeutet großen Stress für das Bienenvolk und ist nicht besonders naturnah. Gelée Royale ist sehr teuer. Es wird im Handel in Trinkampullen, in Kapseln pur oder in Kombination mit Honig, Blütenpollen, Ginseng, Johanniskraut, Lecithin, und Vitaminen angeboten.

Effekte

Herausragend ist nur der Gehalt an B-Vitaminen, die für ein stabiles Nervenkostüm, schöne Haut und Haare zuständig sind. Allerdings ist die Aufnahmemenge bei Beachtung der üblichen Dosierempfehlungen für Gelée Royale so gering, dass sie nur bei einer starken Vitaminunterversorgung eine Bedeutung hätte.

Achtung!

Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die positive Wirkungen von Gelée Royale bestätigen könnten. Berichte über eine Verbesserung des Wohlbefindens sind in der Regel Einzelberichte und nicht das Ergebnis kontrollierter Studien. Wer sich krank fühlt, sollte lieber zunächst zusammen mit dem Arzt die Ursache ermitteln.

Einkaufstipps

Wer Gelée Royale probieren möchte, sollte vor dem Kauf fragen, woher das Produkt kommt und ob es auf Rückstände von Schadstoffen kontrolliert wurde. Bienenprodukte aus osteuropäischen und asiatischen Ländern enthalten häufig Rückstände von Medikamenten oder Pflanzenschutzmitteln.

Ein Preisvergleich ist nur möglich, wenn in den Produkten gleiche Mengen Gelée Royale enthalten sind. Deswegen sollten Sie den Gelée-Royale-Anteil in der Zutatenliste beachten. Ist ein solcher nicht angegeben, sollten Sie besser auf das Produkt verzichten.

Volker Clausen und Angela Clausen

Ginkgo

Ginkgo

Ginkgo, vielmehr Zubereitungen der Blätter des Ginkgo-Baums (Ginkgo biloba), werden seit Jahrhunderten in der asiatischen Heilkunde verwendet. Der Ginkgo-Baum wird mit Aktivität und Lebenskraft in Verbindung gebracht.

Die wichtigsten Wirkstoffe in den Blattextrakten sind sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, zum Beispiel Quercetin, und Terpenoide. Außer in Arzneimitteln gibt es Ginkgo-Extrakte in Nahrungsergänzungs-Mitteln sowie in Lebensmitteln wie Marmelade, Senf, Bonbons, Wellness-Wässern und -Erfrischungsgetränken. Versprochen werden Wellness, Entspannung, Anti-Aging und Vitalität. Nur der in Arzneimitteln verwendete Extrakt ist genau definiert und untersucht, nicht jedoch die für Lebensmittel verwendeten Zubereitungen. In Lebensmitteln könnten also andere Zubereitungen oder sehr kleine Mengen von Ginkgo als Aromen eingesetzt werden.

Effekte

Ginkgo-haltige Produkte werden in unterschiedlichen Dosierungen und mit unterschiedlichen Extrakten angeboten. Beworben werden sie meist als hilfreich bei Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Bei zugelassenen Arzneimitteln werden unter anderen folgende Anwendungsgebiete genannt: Beschwerden beim dementiellen Syndrom wie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie Ohrengeräusche.

Studien belegen für diese Arzneimittel die Förderung der Durchblutung und eine bessere Energieversorgung der Gehirnnervenzellen. Diese alleine bewirkt aber nicht automatisch eine bessere Gehirnleistung. Die Bedeutung von Ginkgo als Antioxidans ist noch unklar. Es gibt derzeit keine Beweise für positive gesundheitliche Wirkungen von Ginkgo als Zutat in Lebensmitteln einschließlich Nahrungsergänzungs-Mitteln.

Achtung!

Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und/oder Durchfälle. Auch Allergien oder Überempfindlichkeiten sind möglich, vor allem, wenn mehr als fünf Mikrogramm pro Gramm (parts per million) Ginkgolsäuren enthalten sind. Ginkgo-haltige Präparate können die Blutungsbereitschaft erhöhen. Deswegen sollten Ginkgo-Produkte nicht zusätzlich eingenommen werden zu Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen, wie zum Beispiel Acetyl-Salicyl-Säure (ASS). Außerden sollten Ginkgo-Präparate spätestens 36 Stunden vor einer Operation abgesetzt werden. Diabetiker sollten beim Verzehr von Ginkgo-haltigen Produkten besondere Vorsicht walten lassen und mit ihrem Arzt darüber sprechen.

Einkaufstipps

Arzneipflanzen wie Ginkgo, egal in welcher Zubereitung, haben eigentlich in Lebensmitteln nichts zu suchen, da eine unkontrollierte Zufuhr unter Umständen ein schwer kalkulierbares Risiko darstellt. Die in Lebensmitteln enthaltenen Mengen sind meist sehr gering, Ginkgo dient oft nur als Geschmacksgeber.

Für Nahrungsergänzungs-Mittel mit Ginkgo, speziell aus dem Ausland, gibt es derzeit noch keine eindeutigen Vorschriften, die Rechtssprechung ist kontrovers. Wer ein Ginkgo-haltiges Arzneimittel nehmen will, sollte das vorher mit Arzt und Apotheker kritisch besprechen. Diese kennen die Mittel, die ihre Wirksamkeit in klinischen Studien nachgewiesen haben.

Volker Clausen und Angela Clausen

Ginseng

Ginseng

Ginseng (Panax ginseng) beziehungsweise die Wurzel der Staudenpflanze wird seit mehr als 5.000 Jahren in Ostasien als Universalheilmittel verwendet. Alternativ - weil preiswerter - wird auch der Sibirische Ginseng (Taigawurzel, Eleutherococcus) eingesetzt. Ginseng ist ein pflanzliches Arzneimittel und wird als Tonikum, in Kapseln und Pastillen allein oder zusammen zum Beispiel mit Gelée Royale oder Vitaminen verkauft. Zunehmend findet Ginseng aber auch Verwendung in Lebensmitteln wie Wellnessdrinks und Nahrungsergänzungen.

Effekte

Die Pharmazie ordnet Ginseng in die Gruppe der Adaptogene ein. Diese Stoffe sollen die Anpassungsfähigkeit des Organismus gegenüber inneren und äußeren Störungen verbessern. Die Ergebnisse der wenigen wissenschaftlichen Studien zeigen keine relevante Förderung der körperlichen oder geistigen Leistungskraft insbesondere bei älteren Personen. Zur Immunstimulation gibt es widersprüchliche Ergebnisse.

In der vorgeschriebenen Gebrauchsinformation wird als Anwendungsgebiet für das Tonikum die Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühl sowie nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit angegeben. Als Dosis werden 100 bis 300 Milligramm eines auf Ginsenoside standardisierten Trockenextrakts beziehungsweise ein bis zwei Gramm Ginsengwurzel empfohlen.

Achtung!

Bekannte Nebenwirkungen: Durchfall, Hautreaktionen, Bluthochdruck, östrogenartige Wirkungen und psychische Veränderungen. Ginseng darf bei Diabetes mellitus nicht beziehungsweise nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Da Ginseng auch noch nach Tagen in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, zum Beispiel bei Mitteln zur Blutgerinnungshemmung, treten kann, sollten Arzt und Apotheker über die Ginseng-Einnahme informiert werden, wenn regelmäßig Medikamente - auch nicht verschreibungspflichtige - eingenommen werden. Ginseng sollte mindestens eine Woche vor Operationen abgesetzt werden. Er darf maximal drei Monate eingenommen werden, dann sollte eine Pause von mindestens einem Monat erfolgen.

Einkaufstipps

Ginseng-Arzneimittel sind frei verkäuflich erhältlich. Lediglich Mittel, die auch der Rekonvaleszenz dienen, sind apothekenpflichtig.

Gebrauchshinweise unbedingt beachten! Da zum Teil Fälschungen angeboten werden, sollte Ginseng nur aus vertrauenswürdiger Quelle bezogen werden. Ginseng ist in Lebensmitteln wie Wellness-Getränken für eine Wirkung meist viel zu gering dosiert, Mengenangaben müssen nicht gemacht werden, wenn der Stoff lediglich als Aroma zugesetzt wird. Außerdem gibt es keine Vorschriften über die Art - und damit Wirksamkeit - des Extrakts wie bei Arzneimitteln. In der Regel bedeutet das: Sie geben viel Geld aus, aber die Wirkung bleibt aus.

Volker Clausen und Angela Clausen

Knoblauch

Knoblauch

Knoblauchpräparate werden mit oder ohne weitere Zusätze überwiegend in Form von Kapseln mit öligen Auszügen und Trockenpulver oder als Dragees aus Trockenpulver angeboten. Die enthaltenen Knoblauchmengen sind sehr unterschiedlich. Umgerechnet entsprechen die empfohlenen Tagesdosen etwa einem bis sechs Gramm Knoblauchzehen pro Tag.

Effekte

Frischer Knoblauch wirkt desinfizierend und verdauungsfördernd. Er verbessert die Fließeigenschaften des Bluts, senkt den Blutfett- und Cholesterin-Spiegel und beugt möglicherweise Krebs vor. Für Knoblauchpräparate konnten, wenn überhaupt, nur sehr leichte Blutfettsenkungen ermittelt werden, maximal fünf Prozent.

Achtung!

Knoblauchpräparate dürfen bei Blutgerinnungs-Störungen und Blutungsneigung nicht eingenommen werden. Nebenwirkungen können Blutdruckabfall, Veränderungen des Geruchs von Atem und Haut und Überempfindlichkeits-Reaktionen sein. Knoblauchpräparate können die Wirkung von bestimmten Medikamenten - etwa solchen gegen Bluthochdruck oder zur Blutverdünnung - verstärken und müssen mindestens sieben Tage vor einer Operation abgesetzt werden.

Einkaufstipps

In Deutschland sind Knoblauchpräparate noch als Arzneimittel eingestuft, während sie in der übrigen EU als Nahrungsergänzungs-Mittel gelten. Für Knoblauchpräparate ist keine Standardisierung, also kein Mindestgehalt an bestimmten Stoffen, vorgeschrieben. Je nach Herstellungsverfahren sind nicht sämtliche Inhaltsstoffe des frischen Knoblauchs enthalten.

Volker Clausen und Angela Clausen

Kombucha

Kombucha

Kombucha ist ein mostartiges, kohlensäurehaltiges Getränk. Dazu wird gezuckerter Tee mithilfe von Tee- oder Kombucha-Kulturen vergoren. Je nach Zubereitung und Gärdauer enthält er bis zu zehn Prozent Zucker. Bei der Gärung bilden sich neben Kohlendioxid verschiedene Säuren: Essig-, Milch- und Gluconsäure. Zudem entsteht Alkohol, etwa 0,1 bis 2 Prozent.

Selbst hergestellter Kombucha enthält lebende Mikroorganismen, und zwar eine Kombination aus verschiedenen Hefen und säureproduzierenden Bakterien. Kombucha war ursprünglich Bestandteil der asiatischen Volksmedizin. Bei uns ist der Teepilz vor allem in Naturkostläden und Reformhäusern erhältlich, wird aber vielfach auch von Hand zu Hand weitergegeben.

Als Fertiggetränk ist Kombucha im Lebensmittel- und Getränkehandel zu finden.

Effekte

Kombucha gilt als jahrtausendealter Jungbrunnen und Lebenselixier und soll laut Werbung für das "Wohlbefinden aus dem Einklang von Körper und Seele" sorgen. Die gesundheitlichen Wirkungen von Kombucha sind mit denen anderer fermentierter Lebensmittel, wie Sauermilchprodukten, vergleichbar, deren lebende Mikroorganismen positiv auf die Darmflora und möglicherweise auf das Immunsystem wirken können. Der Umfang dieser probiotischen Wirkung bei Kombucha ist jedoch unbekannt.

Industriell hergestellter Kombucha wird aus Gründen der Haltbarkeit meist pasteurisiert, die Mikroorganismen damit abgetötet und unwirksam. Wissenschaftlich nachgewiesen sind für Kombucha lediglich leicht abführende und schwach antibakterielle Wirkungen, die auf den Gehalt an Essig- und Milchsäure zurückzuführen sind.

Achtung!

Kombucha ist bei sachgemäßer Herstellung ein unbedenkliches Erfrischungsgetränk, wobei der Gehalt an Alkohol und Koffein sowie gegebenenfalls der an Zucker beachtet werden muss. Kombucha ist kein Heilmittel.

Einkaufstipps

Kombucha sollten Sie einkaufen, wenn Ihnen das Getränk schmeckt. Wer auf zusätzliche Wirkungen hofft, sollte nur Produkte mit lebenden Kulturen kaufen. Bei selbst hergestelltem Kombucha muss besonderer Wert auf die Zubereitungshygiene gelegt werden. Mit Fremdkeimen - insbesondere mit Schimmelpilz-Giften - verunreinigter Kombucha kann vor allem für Personen mit Immunschwäche problematisch sein.

Volker Clausen und Angela Clausen

Lecithin

Lecithin

Lecithin (Phosphatid-Cholin) gehört zu den Phospholipiden, das sind fettähnliche Substanzen. Es ist Bestandteil aller Zellmembranen, ob pflanzlich, tierisch oder menschlich, und besonders viel in Knochenmark, Gehirn, Leber und Herz enthalten. Es wird vom Körper selbst hergestellt.

In Lebensmitteln ist es natürlicherweise enthalten, zum Beispiel in Leber, Hühnerei, Fisch, Soja, Erdnüssen, Vollkorn, Kartoffeln und Milch. Als zugesetzter Emulgator E 322 wird es zum Beispiel Margarine oder Backwaren beigemischt.

Pro Tag werden ein bis drei Gramm Lecithin mit Lebensmitteln aufgenommen. Zur Nahrungsergänzung gibt es Lecithin in Form von Granulat, Tonikum oder Kapseln, oft in Kombination mit #Ginseng#, Vitaminen, Fischöl oder Borretschöl.

Effekte

Lecithin ist nicht nur ein wichtiger Zellwandbaustein, es ist auch an der Reizübertragung im Nervensystem beteiligt. Eine Verbesserung der Lern- und Gedächtnisleistung durch große Mengen zusätzliches Lecithin, etwa 13,5 Gramm pro Tag, ist wissenschaftlich belegt.

Unklar ist aber, inwieweit altersbedingte Vergesslichkeit dadurch gelindert oder der Alzheimer-Erkrankung vorgebeugt werden kann. Bei bereits vorhandenem Alzheimer ist kein positiver Effekt feststellbar.

Achtung

Lecithin-Tonika können Alkohol enthalten. Lecithin-Präparate liefern meist ein Gramm Soja-Lecithin pro Tag. Im Vergleich zu der mit Lebensmitteln aufgenommenen Menge erscheint das nicht sehr bedeutend. Eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten könnte möglicherweise mehr bringen.

Einkaufstipps

Kaufen Sie nur Produkte mit genauer Zutatenliste und angegebenem Lecithin- beziehungsweise Cholin-Gehalt, damit Sie die Möglichkeit haben, Preise zu vergleichen. Kombinationsprodukte erscheinen nicht sinnvoll.

Volker Clausen und Angela Clausen

Lutein

Lutein

Lutein zählt zu den Carotinoiden, einer großen Gruppe verschiedener Pflanzenfarbstoffe. Zusammen mit Zeaxanthin und Beta-Cryptoxanthin gehört es zu einer Untergruppe, den Xanthophyllen. Es ist in der Natur weit verbreitet, zum Beispiel in Blättern, Blütenblättern, Orangenschalen oder Eidotter. Besonders luteinhaltige Lebensmittel sind grüne Gemüse wie Spinat, Grünkohl oder Brokkoli, aber auch Mais. Lutein ist hitzeempfindlich. Isoliert aus Brennnesseln oder Algen wird es als orange-gelber Lebensmittelfarbstoff, dem Xanthophyll oder E 161b, für Butter und Teigwaren, beim Backen und als Futterzusatz bei der Eierproduktion für besonders gelbe Eidotter verwendet.

Effekte

Lutein ist ein Antioxidans. Lutein und Zeaxanthin wirken möglicherweise vorbeugend gegen eine altersbedingte Sehschwäche, die Macula-Degeneration. Dabei handelt es sich um eine Rückbildung des Gelben Flecks in der Netzhaut des menschlichen Auges. Dieser Fleck enthält besonders viele Sehzellen und ist für die Farbwahrnehmung wichtig. Eine ausreichende Menge von Lutein und Zeaxanthin schützt diesen Teil des Auges wie eine Art natürlicher Sonnenbrille vor zu starken Lichteinflüssen. Es gibt aber noch keine wissenschaftlichen Studien, die eine positive Wirkung von isoliertem Lutein belegen.

Achtung!

Bisher sind keine negativen Wirkungen von größeren Mengen Lutein bekannt. Das kann aber einfach daran liegen, dass es noch keine entsprechenden Untersuchungen gibt. Von anderen Carotinoiden wie Beta-Carotin hingegen ist bekannt, dass größere Mengen gesundheitsschädlich sein können.

Einkaufstipps

Luteinhaltige Nahrungsergänzungs-Mittel sollten Sie nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen. Lassen Sie sich ein preisgünstiges Produkt vom Apotheker nennen. Empfehlenswert ist eher reichlich Gemüse, vorzugsweise aus der Saison, damit der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen möglichst hoch ist.

Volker Clausen und Angela Clausen

Magnesium

Magnesium

Magnesium ist ein Mineralstoff. Es ist Bestandteil des Chlorophylls, grünes Gemüse enthält daher viel Magnesium. Gute Quellen sind außerdem Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie verschiedene Mineralwässer. Magnesiumverbindungen werden in kleinen Mengen auch als Zusatzstoffe - E 470b, E 504, E 530 - eingesetzt. Empfohlen werden 310 Milligramm für Frauen und 400 Milligramm Magnesium pro Tag für Männer. Der Bedarf ist bei Stress, in großer Hitze und beim Leistungssport erhöht. Ein Defizit ist bei längeren Magen-Darm-Erkrankungen, hohem Alkoholkonsum und häufigem Abführmittelgebrauch möglich.

Effekte

Magnesium ist Kofaktor in vielen Enzymen. Zudem ist es an der Energiebereitstellung des Körpers beteiligt. Eine wesentliche Aufgabe besitzt es bei der Muskelkontraktion und der Weiterleitung von Nervenreizen. Daraus erklären sich die bekannten Muskelkrämpfe bei Magnesiummangel. Magnesium wird von Ärzten bei Herz-Rhythmus-Störungen und akutem Herzinfarkt eingesetzt. Eventuell können große Magnesium-Mengen auch vorbeugend bei Migräne helfen, Sie sollten dies aber mit Ihrem Arzt besprechen. Ein positiver Einfluss von zusätzlichem Magnesium auf das Leistungsvermögen im Fitnessbereich wird neuerdings infrage gestellt.

Achtung!

Bei der Verwendung von Magnesium in Nahrungsergänzungs-Mitteln besteht ein mäßiges Risiko für unerwünschte Wirkungen. Dabei kann es zu einem abführenden Effekt kommen bis hin zu Durchfällen, Übelkeit und Bauchkrämpfen. Personen mit Nierenstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen inklusive erhöhtem Blutdruck sollten zusätzliches Magnesium nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen.

Einkaufstipps

Die Aufnahme von Magnesium aus Nahrungsergänzungs-Mitteln und angereicherten Lebensmitteln - nicht aber aus normalen Lebensmitteln - sollte langfristig höchstens 250 Milligramm pro Tag betragen und auf mindestens zwei Portionen verteilt werden. Angereicherte Lebensmittel oder Getränke sollten nicht mehr als 15 bis 28 Milligramm Magnesium pro 100 Kilokalorien beziehungsweise 22,5 Milligramm pro 100 Milliliter enthalten.

Gut verfügbar sind Magnesium-Citrat, -Lactat, -Chlorid, -Sulfat und -Aspartat sowie Magnesiumoxid: Die genauen Verbindungen stehen auf der Zutatenliste. Angereicherte Lebensmittel sollten nicht dauerhaft mit maximal dosierten Nahrungsergänzungs-Mitteln kombiniert werden.

Volker Clausen und Angela Clausen

Melatonin

Melatonin

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon. Es wird in der Zirbeldrüse im Gehirn aus Serotonin gebildet - vor allem in der Dunkelheit, deshalb sind die Melatonin-Spiegel des Nachts höher als tagsüber. Das Hormon steuert den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers. Mit zunehmendem Alter wird weniger Melatonin produziert. Unklar ist aber, ob dieser Rückgang Ursache oder Folge des Alterns ist.

Effekte

Melatonin ist schlaffördernd, weswegen es gern illegal zur Verkürzung des Jetlags angeboten wird. Eine Anti-Aging-Wirkung und die Vorbeugung vor im Alter häufigen Erkrankungen wie Krebs, Alzheimer, Depressionen, Herz-Kreislauf-Problemen und Sehstörungen - genauer: des Katarakts - sind lediglich aus Tierversuchen abgeleitet, bei denen die Tiere einem künstlichen Melatoninmangel ausgesetzt wurden.

Achtung!

Die unkontrollierte Einnahme ist mit nicht kalkulierbaren Risiken verbunden, zumal es keine guten Langzeit-Untersuchungen gibt. Nebenwirkungen könnten das Zentralnervensystem, das Herz-Kreislauf-System, den Zuckerstoffwechsel oder auch das Immunsystem betreffen. Bekannte Nebenwirkungen sind zu niedriger Blutdruck, Albträume, Schlafstörungen und Bauchschmerzen. Außerdem könnten Konzentrationsvermögen und Aufmerksamkeit leiden, die Fahrtüchtigkeit ist dann beeinträchtigt. Da der Körper das Melatonin von außen zugeführt bekommt, könnte er möglicherweise die eigene Produktion einstellen. Probleme mit Melatonin könnte es auch für Epileptiker und Parkinsonkranke und bei Einnahme von Blutgerinnungs-Hemmern geben.

Einkaufstipps

Seit Januar 2008 ist Melatonin in der EU ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel gegen bestimmte Schlafstörungen. Melatonin gibt es zwar auch als Nahrungsergänzungs-Mittel aus Übersee, diese Produkte sind aber europaweit illegal. Wer von einem solchen Angebot, zum Beispiel aus dem Internet, Gebrauch machen will, sollte bedenken, dass es keine Qualitätssicherung gibt, die Produkte Fälschungen sein können, man keine Haftungsansprüche bei eventuellen Schäden hat und der Zoll die Ware beschlagnahmen darf.

Volker Clausen und Angela Clausen

Noni

Noni-Saft

Noni- oder auch Morinda-Saft ist der Saft der etwa kartoffelgroßen Frucht des indischen Maulbeerbaums Morinda citrifolia. In Polynesien werden Wurzeln, Rinde und Blätter des immergrünen Baums als Naturheilmittel angesehen. Die Frucht wird dort verzehrt, nicht aber der hier angebotene, leicht bitter und faulig schmeckende Saft. Ohne die Zugabe von weiterem Fruchtsaft oder Aroma ist er kaum genießbar. Noni-Saft ist in Europa als neuartiges Lebensmittel zugelassen. Pro Tag sollten nicht mehr als 30 Milliliter getrunken werden.

Effekte

Über die Inhaltsstoffe des Saftes sowie der Früchte und deren Wirkungen gibt es kaum verlässliche Angaben. Die Hersteller bewerben Noni-Saft mit dem Inhaltsstoff "Proxeronin, eine Vorstufe des körpereigenen Alkaloids Xeronin". Diese Substanzen sollen für besondere Jugendlichkeit zuständig sein, sind in der Fachliteratur aber nicht zu finden. Nach EU-Angaben hat Noni-Saft keinerlei gesundheitliche oder andere Vorzüge gegenüber anderen Fruchtsäften. In der Homöopathie werden nur die antrachinon-haltigen Wurzeln als Durchfallmittel sowie zur Senkung des Blutdrucks eingesetzt. Umstrittene klinische Studien stellten eine schmerzstillende Wirkung des Wurzelextrakts fest, nicht aber des Safts.

Achtung!

Noni-Saft ist weder giftig noch besonders #allergen#. Große Verzehrmengen bis 600 Milliliter pro Tag sind wahrscheinlich unbedenklich, trotzdem wird empfohlen, nicht mehr als die vom Vertreiber genannten 30 Milliliter pro Tag zu trinken. Grund für diese Empfehlung sind vereinzelte Vorfälle, die zu Leberkomplikationen geführt haben. Wer Noni-Produkte verwendet, sollte wie bei allen Nahrungsergänzungs-Mitteln unbedingt seinen Arzt darüber informieren.

Einkaufstipps

In Europa ist Noni-Saft allein oder als Zutat in Fruchtsaftgetränken erlaubt, Noni-Kapseln dürfen hier nicht verkauft werden. Pasteurisierter Direktsaft ist teurer als Saft aus Konzentrat. Der Noni-Gehalt in verschiedenen Saft-Mix-Getränken ist sehr unterschiedlich, muss aber in der Zutatenliste in Prozent angegeben werden. Ist keine Prozentangabe vorhanden, wurde Noni nur als Aroma in winzigen Mengen zugesetzt.

Volker Clausen und Angela Clausen

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren

Die Omega-3-Fettsäuren Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosa-Pentaen-Säure (EPA) und Docosa-Hexaen-Säure (DHA) sind lebensnotwendige Fettsäuren, die wir über die Nahrung aufnehmen müssen. EPA und DHA sind in fettreichen Meeresfischen enthalten, zum Beispiel in Makrele, Hering, Thunfisch oder Lachs, ALA in Pflanzenölen, etwa in Raps-, Walnuss-, Lein- und Perilla-Öl.

Die wünschenswerte tägliche Menge wird auf 0,5 Prozent der Gesamtkalorien geschätzt, bei durchschnittlichen 2.400 Kilokalorien entspricht dies etwa 1,3 Gramm ALA pro Tag - soviel ist zum Beispiel in 15 Milliliter Rapsöl enthalten. Alternativ werden zwei Fischmahlzeiten pro Woche - zusammen 200 bis 250 Gramm - empfohlen, davon eine Mahlzeit mit fetthaltigem Meeresfisch.

Aus heutiger Sicht ist besonders das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren wichtig, es sollte fünf zu eins betragen. Bisher werden oft zu viel Omega-6-Fettsäuren gegessen. Neuerdings enthalten viele Margarinen mehr Omega-3-reiche Fette. Außerdem werden DHA und EPA in einigen angereicherten Lebensmitteln - zum Beispiel in Eiern - und, meist als Fischöl, in Kapseln verkauft.

Effekte

Omega-3-Fettsäuren schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verbessern die Fließeigenschaft des Blutes, sind gefäßerweiternd, hemmen die Blutgerinnung und verhindern so die Verstopfung der Gefäße. Außerdem wirken sie entzündungshemmend und beeinflussen den Fettstoffwechsel des HDL-Cholesterins und der Triglyceride positiv.

Positive Effekte auf rheumatische Gelenkerkrankungen, auf Schuppenflechte, Neurodermitis und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen werden diskutiert. Für eine Verringerung des Krebsrisikos gibt es keine sicheren Belege. Eine allgemeingültige Mengenempfehlung zur Vorbeugung von Erkrankungen ist bisher nicht möglich.

Achtung!

Ob niedrig dosierte Fischölkapseln als Nahrungsergänzungs-Mittel tatsächlich wirken, ist bislang unklar. Die positiven Studienergebnisse beziehen sich auf hoch dosierte Fischölkapseln, die als Arzneimittel verkauft werden.

Höher dosierte Produkte können zu verlängerter Blutgerinnung, Übelkeit, Erbrechen, Schwierigkeiten bei der Einstellung eines Diabetes führen. EPA kann den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen. Omega-3-Kapseln nicht ohne Rücksprache mit dem Hausarzt einnehmen! Seefisch und Pflanzenöle sind in dieser Hinsicht nebenwirkungsfrei.

Einkaufstipps

Omega-3-Fettsäure-Kapseln enthalten meist Fischöl, pflanzliche Varianten Perilla-, Lein- oder ein Mikroalgen-Öl. Kapseln sind als Nahrungsergänzungs-Mittel und als Arzneimittel erhältlich. Nahrungsergänzungs-Mittel sind bei gleicher Dosierung preislich oft günstiger. Kapseln enthalten bis zu 900 Milligramm Lachsöl, das entspricht 100 bis 300 Milligramm Omega-3-Fettsäuren. Es sollte nicht nur die Ölmenge der Kapseln angegeben sein, sondern auch der Anteil der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Sonst ist kein Vergleich möglich.

Die Produkte sollten zudem Vitamin E enthalten, um die ungesättigten Fettsäuren zu schützen. Auf angereicherte Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren ohne konkrete Mengenangabe verzichten Sie besser, da Vergleiche unmöglich sind. Wir empfehlen regelmäßigen Fischverzehr, Rapsöl und Margarine mit Omega-3-reichen Fetten.

Volker Clausen und Angela Clausen

OPC

OPC

OPC ist die Abkürzung für oligomere Proantho-Cyanidine. Gewonnen werden sie meist aus Traubenkern- oder Traubenschalen-Extrakten. OPC gehören zu den Bioflavonoiden. Einige Hersteller bieten OPC aus Pinien an, das so genannte Pycnogenol. OPC finden sich auch in Kombination mit ACE, #Vitamin C oder Q10.

Effekte

OPC haben eine sehr starke antioxidative Wirkung, etwa 20-mal stärker als Vitamin C. Möglicherweise verstärken sie zusätzlich die Wirkung von antioxidativen Vitaminen wie C oder E. Unklar ist, ob OPC-Produkte überhaupt positive Auswirkungen auf den Menschen haben und wie viel tatsächlich aufgenommen werden kann. Eine sinnvolle Dosis ist bisher nicht bekannt.

Achtung!

Positive Wirkungen auf die Arterienwände, auf Besenreiser-Krampfadern, die Durchblutung, die Hautglättung, das Bindegewebe, auf die Sehkraft oder auf Entzündungen, Allergien und auf einen verlangsamten Alterungsprozess sind nicht belegt. In der Regel handelt es sich um einzelne Erfahrungsberichte.

Aussagekräftige Studien müssen die Wirkung des jeweiligen Produkts belegen können, nicht nur die eines einzelnen Wirkstoffs. Mögliche negative Effekte einer Langzeiteinnahme sind derzeit nicht abzuschätzen. Eine kurzzeitige Einnahme dürfte unschädlich sein.

Einkaufstipps

Es gibt keine "echten" oder "Original"-OPC. Allerdings kann jeder Hersteller seine Extrakte mit einem anderen Verfahren gewinnen, es gibt keine Standardmethode. Angegeben wird in der Regel der Gehalt an Traubenkernextrakt, der oft fälschlich mit dem OPC-Gehalt gleichgesetzt wird. Mengenempfehlungen sind nicht möglich - und auch nicht angeraten. Wer Traubenextrakte verwenden möchte, sollte auf solche mit zusätzlichen isolierten Vitaminen verzichten. Insgesamt sind Weintrauben, Traubensaft oder auch Traubenkernöl die sicherere Alternative.

Volker Clausen und Angela Clausen

Phytoöstrogene

Phytoöstrogene

Phytoöstrogene, auch Pflanzenhormone genannt, sind sekundäre Pflanzenstoffe, die im menschlichen Körper ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen wirken. Es handelt sich um eine sehr heterogene Stoffgruppe.

Zu ihr zählen die Coumestane mit der höchsten östrogenen Aktivität (in Alfalfa-, Klee- und Sojasprossen, Erbsen, Gartenbohnen), die Lignane (Leinsamen, Vollkorngetreide, Kürbiskerne, Kirschen, Äpfel, Möhren, Zwiebeln) und die Isoflavone (Sojaeiweiß, Rotklee, Hülsenfrüchte, Pflaumen, Bier). Als Nahrungsergänzungs-Mittel werden isolierte Isoflavone aus Soja oder Rotklee verkauft. Beworben werden sie als natürliche Variante für Frauen in den Wechseljahren, als Alternative zur umstrittenen Hormonersatz-Therapie.

Es gibt keine allgemein empfohlene tägliche Aufnahmemenge. In Europa werden meist zwei bis fünf Milligramm Phytoöstrogene täglich verzehrt, in Asien 15 bis 40 Milligramm pro Tag.

Effekte

Es wurde vermutet, dass Phytoöstrogene Wechseljahrsbeschwerden, bestimmte hormonabhängige Krebsarten (Brust-, Prostata-), Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das Osteoporose-Risiko positiv beeinflussen können.

Die wenigen vorliegenden Studien lassen jedoch allenfalls einen geringfügigen Einfluss erkennen: Hitzewallungen und andere Wechseljahrs-Symptome werden kaum reduziert, zur Annahme eines Schutzes vor Osteoporose ist die Datenlage nicht ausreichend. Ein Schutz vor Brustkrebs ist nur bei frühkindlicher Einnahme möglich und wird bei Erwachsenen nicht mehr erreicht.

Achtung!

Isolierte oder angereicherte Isoflavone können das Brustdrüsengewebe verändern und damit möglicherweise die Entwicklung von Brustkrebs fördern. Ein besonderes Risiko besteht für Frauen in und nach den Wechseljahren bei längerfristiger Einnahme. Daneben können Isoflavone auch die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen, eine leichte Unterfunktion kann verstärkt werden. Über die Langzeitsicherheit der Produkte ist nichts bekannt. Hinzu kommt, dass einige Produkte bis zum Zehnfachen dessen enthalten, was in Asien üblicherweise verzehrt wird. Isoflavone heben die Wirkung des Brustkrebsmedikaments Tamoxifen auf, die Einstellung des Schilddrüsenhormons Thyroxin wird erschwert.

Einkaufstipps

Wer die Einnahme von Soja- oder Rotklee-Isoflavonen ausprobieren möchte, sollte das auf jeden Fall vorher mit seinem Arzt besprechen. Dabei sollte auch über eine sinnvolle Dosierung gesprochen werden. Alternativ bietet sich die Aufnahme phytoöstrogenhaltiger Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, deren Keimlinge, Bohnen, Getreide, Früchte und Gemüse an. Besonders günstig ist eine Kombination von Sojamilchprodukten mit Leinsamen, aber auch Joghurt mit Leinsamen ist geeignet.

Volker Clausen und Angela Clausen

Präbiotika

Präbiotika

Präbiotika oder Prebiotika sind spezielle Ballaststoffe. Wichtigste Vertreter sind Oligofructose und Inulin. Es sind unverdauliche Kohlenhydrate, die zu 95 Prozent den Dickdarm erreichen und erst dort, wie andere wasserlösliche Ballaststoffe auch, zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut werden. Präbiotika werden Getreide- und Milchprodukten, aber auch Wurst zugesetzt.

In Milchprodukten erfolgt die Anreicherung meist in Kombination mit Probiotika, speziellen Milchsäurebakterien.

Effekte

Präbiotika fördern das Wachstum von Milchsäurebakterien im Darm und erzielen dadurch indirekt positive gesundheitliche Wirkungen. Sie steigern die Aufnahme von Kalzium und Magnesium aus der Nahrung. Sie helfen bei Verstopfung und normalisieren die Darmtätigkeit. Für wirklich relevante Ballaststoffeffekte müssen mindestens 15 Gramm Inulin pro Tag oder 7 bis 20 Gramm Oligofructose pro Tag über mindestens zwei Wochen aufgenommen werden.

Durch die Fähigkeit zur Wasserbindung können Präbiotika die Sättigungswirkung von Lebensmitteln verbessern - vorausgesetzt, es sind genügend enthalten.

Achtung!

Tagesmengen von 10 bis 20 Gramm sind meist nebenwirkungsfrei. Bei Aufnahme mit fester Nahrung werden bis zu 30 Gramm vertragen, bei empfindlichen Personen können schon unter 10 Gramm pro Tag zu Blähungen oder Durchfällen führen.

Einkaufstipps

Kaufen Sie nur Produkte, bei denen der Gehalt an Inulin oder Oligofructose auch quantitativ angegeben ist. Ersatzweise kann der Ballaststoff-Gehalt herangezogen werden. Die Empfehlung für die tägliche Ballaststoff-Aufnahme beträgt 30 Gramm. Denken Sie daran, dass eine längerfristige tägliche Aufnahme nötig ist, um eine Wirkung zu erzielen.

Volker Clausen und Angela Clausen

Probiotika

Probiotika

Probiotika sind spezielle Milchsäurebakterien. Sie sind besonders widerstandsfähig gegenüber Verdauungssäften, sodass eine größere Zahl als bei normalen Milchsäurebakterien den Dickdarm erreicht. Je nach Hersteller werden verschiedene Probiotika verwendet, bekannte Stämme sind unter anderem Bifidobacterium (BB) lactis, BB12, Bifidus Digestivum Essensis, Lactobacillus (Lb.) acidophilus, Lb. casei, Lb. casei shirota, LA5, LC1, Lb. Goldin und Gorbach (LGG).

Probiotische Bakterien werden oft mit Präbiotika kombiniert, da diese ein guter Nährstoff für Probiotika sind. Probiotika werden als Anreicherung in Lebensmitteln, vor allem in Joghurt angeboten. Als Arzneimittel (Tabletten, Kapseln, Pulver) gibt es sie in isolierter Form zum unmittelbaren Verzehr.

Effekte

Bei Gesunden sorgen Probiotika - je nach Stamm - für eine günstige Zusammensetzung der Darmflora. Sie verhindern unspezifische Magen-Darm-Beschwerden und können Erkältungen verkürzen oder lindern. Einzelne Stämme helfen bei Verstopfung. Nachgewiesen ist eine Aktivierung der Immunabwehr, was aber auch für normalen Jogurt mit lebenden Bakterien gilt. Positive Wirkungen sind bekannt bei bestimmten Durchfall-Erkrankungen, die durch Antibiotika oder Rota-Viren ausgelöst werden. Probiotika helfen auch bei Milchzucker-Unverträglichkeit und bei bestimmten allergischen Erkrankungen wie Neurodermitis oder Heuschnupfen.

Trotzdem sind noch zahlreiche Fragen ungeklärt: Welche langfristigen Auswirkungen hat die regelmäßige oder unregelmäßige Zufuhr der verschiedenen probiotischen Stämme in den verschiedenen Produkten? Was passiert bei einer unregelmäßigen Zufuhr von zu geringen Bakterienmengen? Klar ist: Jeder Bakterienstamm hat seine ganz eigene Wirkungsweise.

Achtung!

Um überhaupt zu wirken, müssen in einem Produkt mindestens eine Million Bakterien pro Gramm Joghurt, besser noch 100 Millionen bis eine Milliarde, enthalten sein, und zwar bis zum Ende der Haltbarkeit. Eine langfristige Wirkung kann nur bei regelmäßigem täglichem Verzehr immer desselben Stamms erreicht werden - und jeder Stamm wirkt etwas anders. Die individuelle Wirkung ist nicht vorhersehbar.

Menschen mit einem schlechten Immunstatus, beispielsweise HIV-Infizierte oder sehr alte Personen, sollten vorher mit ihrem Arzt sprechen. Schädigende Wirkungen von probiotischen Lebensmitteln sind nicht bekannt.

Einkaufstipps

Durch entsprechende Qualitätssicherung enthalten probiotische Lebensmittel nach Herstellerangaben heute auf jeden Fall eine ausreichende Keimzahl. Optimal wäre eine Angabe zur Keimzahl auf der Verpackung. Aussagen wie "wissenschaftlich geprüft" sagen nichts über die Wirksamkeit eines Bakterienstammes aus. Fragen Sie beim Hersteller nach, was überprüft wurde: der Geschmack, das Aussehen, die Sicherheit oder die Wirksamkeit? Wurde das Produkt auf Wirksamkeit getestet oder der Bakterienstamm?

Volker Clausen und Angela Clausen

Q10

Coenzym 10

Q10, auch Coenzym Q10 oder Ubichinon genannt, kann der gesunde Körper in ausreichender Menge selbst produzieren. Außerdem kommt der Stoff in praktisch allen Lebensmitteln vor. Wichtigste Quellen sind Fleisch und Geflügel, Hülsenfrüchte, Soja, Nüsse sowie bestimmte pflanzliche Öle aus Soja, Raps oder Sesam.

Die tägliche Aufnahmemenge über Lebensmittel wird auf 2 bis 20 Milligramm geschätzt. Ein behandlungsbedürftiger Mangel an Coenzym Q10 oder daraus resultierende körperliche Mangelerscheinungen sind nicht bekannt.

Effekte

Q10 ist daran beteiligt, in den Zellen Energie bereitzustellen. Außerdem ist Q10 ein wichtiges Antioxidans für Zellwände und kann oxidiertes Vitamin E wieder gebrauchstüchtig machen.

Unklar ist, inwieweit Q10 am Alterungsprozess beteiligt ist. Zwar nimmt die Konzentration in der Muskulatur, vor allem im Herz, mit zunehmendem Alter ab, vermutlich ist das aber nicht auf eine Einschränkung der Produktion zurückzuführen, sondern auf Veränderungen in den Zellen.

Durch eine zusätzliche Q10-Zufuhr soll die Energieversorgung des Herzens verbessert werden. Bewiesen ist das bisher aber nur für bestimmte Herzerkrankungen, die mit großen Dosen von Q10 therapiert werden. Eine Steigerung der Leistungsfähigkeit und der Gesundheit sowie die Stärkung der Abwehrkräfte bei Menschen konnten durch Studien nicht bewiesen werden.

Achtung!

Bei großen Mengen Q10 von 300 Milligramm pro Tag können nach mehrwöchiger Anwendung Appetitverlust, Übelkeit, Durchfälle oder allgemeines Unwohlsein auftreten. Bei gesunden Sportlern wurden nach mehreren Tagen intensiven Trainings und 120 Milligramm Q10 täglich Zellschäden festgestellt. Möglicherweise führt das Coenzym 10 in hohen Dosen zur Bildung von freien Radikalen. Ähnliches ist auch von antioxidativen Vitaminen wie A, C oder E bekannt. Langzeitstudien liegen nicht vor.

Einkaufstipps

Nahrungsergänzungs-Mittel sollten nicht mehr als 30 Milligramm Q10 pro Tagesdosis enthalten. Größere Mengen sollten Sie wie ein Arzneimittel ansehen und entsprechend vorsichtig sein. Grundsätzlich ist eine gezielte zusätzliche Zufuhr als Nahrungsergänzungs-Mittel nicht notwendig.

Volker Clausen und Angela Clausen

Selen

Selen

Selen ist ein essenzielles Spurenelement. Tiere reichern Selen aus Futter und Wasser im Körper an, sodass tierisches Eiweiß in Form von Fleisch, Fleischwaren und Eiern die wichtigste Selenquelle für Menschen in Mitteleuropa darstellt. Selenreiche pflanzliche Lebensmittel sind Nüsse, Sesamsamen und Steinpilze sowie importiertes Getreide aus Nordamerika.

Bis heute ist nicht bekannt, wie hoch der Selenbedarf des Menschen ist. Als wünschenswert wird eine Zufuhr von 30 bis 70 Mikrogramm pro Tag geschätzt. Problematisch ist die Selenversorgung bei Veganern.

Effekte

Selen ist wichtiger Bestandteil von vielen Enzymen. Diese wirken zum Beispiel antioxidativ, aktivieren und deaktivieren die Schilddrüsenhormone oder verbessern die Immunabwehr. Die Verhütung bestimmter Krebserkrankungen durch zusätzliches Selen konnten Studien nicht bestätigen.

Eine vorbeugende Wirkung gegen Herzinfarkt ist nicht gesichert. Selen und Vitamin E ergänzen sich in ihrer Schutzwirkung gegen Fettoxidation. Kleine Mengen Vitamin C fördern die Aufnahme von Selen, während sehr hohe Mengen die Aufnahme behindern.

Achtung!

Selen ist ein hochgiftiges Element. Die Grenze zwischen gut und giftig ist schnell überschritten. So verdreifacht sich das Diabetes-Risiko bei einer regelmäßigen Einnahme von 200 Mikrogramm. Höhere Mengen bis 300 Mikrogramm pro Tag sollten daher nur durch einen Arzt verordnet werden.

Einkaufstipps

Aus Sicherheitsgründen sollten Nahrungsergänzungs-Mittel nicht mehr als 30 Mikrogramm Selen pro Tagesdosis enthalten. Geeignet sind Natriumselenit, Natriumhydrogenselenit und Natriumselenat, nicht jedoch Selenomethionin oder Selenhefe. Diese Angaben finden Sie in der Zutatenliste auf der Packung. Ausländische Lebensmittel mit Selenanreicherungen sollten Sie besser vermeiden. Bereits eine Paranuss deckt den Tagesbedarf an Selen.

Volker Clausen und Angela Clausen

Spirulina

Spirulina

Spirulina ist eine spiralförmige Süßwasser-Mikroalge, die heute meist aus Wasserfarmen stammt. Sie zählt zu den Blaualgen. Sie besteht zu 60 Prozent aus Eiweiß und enthält eine Reihe von Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders herausgestellt wird der hohe Gehalt an Chlorophyll und Beta-Carotin.

Das enthaltene Vitamin B12 ist für Menschen nicht verwertbar. Spirulina wird als Zutat in Lebensmitteln, vor allem Getränken, aber auch sprühgetrocknet in Tablettenform und als Pulver angeboten.

Effekte

Spirulina enthält wie alle nicht tierischen Lebensmittel auch sekundäre Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien wirken und möglicherweise das Immunsystem stimulieren. Daraus leitet sich die angebliche Anti-Aging-Wirkung ab. Klinische Studien mit Menschen existieren praktisch nicht, die meisten Angaben beruhen auf Tierversuchen mit Ratten und Mäusen.

Achtung!

Manche Menschen reagieren allergisch auf Spirulina. In einem solchen Fall muss die Einnahme sofort abgebrochen werden.

Die vorgeschlagene Dosierung ist meist nicht ausreichend, um tatsächlich ernährungsphysiologisch bedeutende Mengen der enthaltenen Nährstoffe aufzunehmen.

Einkaufstipps

Es gibt keine Qualitätsstandards für Spirulina-Produkte. Produkte vor allem aus Asien sind schon häufiger durch verbotene radioaktive Bestrahlung aufgefallen. Je nach Herkunft können Spirulina-Produkte mit Schwermetallen wie Blei, Cadmium oder Quecksilber belastet sein. Kaufen Sie nur rückstandskontrollierte Ware aus hiesigen Geschäften.

Sind tatsächlich relevante Nährstoffmengen im Produkt enthalten, können Sie das der Nährwert-Kennzeichnung auf der Verpackung entnehmen. Achten Sie dabei auf die enthaltene Menge pro Tagesdosis, nicht pro 100 Gramm.

Volker Clausen und Angela Clausen

Zink

Zink

Zink ist ein essenzielles Spurenelement. Es ist vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Muskelfleisch, Geflügel, Hartkäse, Innereien und Fisch, aber auch in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen enthalten. Eine ungenügende Zinkversorgung ist selbst bei ausschließlich pflanzlicher Kost selten.

Für den Zinkbedarf gibt es bisher nur einen Schätzwert, empfohlen werden sieben Milligramm täglich für Frauen und zehn Milligramm für Männer.

Effekte

Zink hat eine Schlüsselrolle bei der Bildung von Körpereiweiß und Bindegewebe (Kollagen), wirkt im Nervensystem und ist an Wundheilung und Immunabwehr, Insulinspeicherung und der Regulation des Säure-Basen-Haushalts beteiligt. Außerdem ist es Bestandteil einiger Verdauungsenzyme.

Ein leichter Zinkmangel äußert sich in Immunschwäche, Haarausfall, verzögerter Wundheilung und einer Abschwächung oder Veränderung der Geruchs- und Geschmacksnerven.

Die Beseitigung dieser Symptome wird oft mit einer Anti-Aging-Wirkung gleichgesetzt. Die Hoffnung, Zink könnte zusammen mit Lutein einer altersbedingten Sehschwäche, der Macula-Degeneration, entgegenwirken, konnte bisher nicht bestätigt werden. Möglicherweise ist das Gegenteil der Fall.

Achtung!

Zink gehört zu den Nährstoffen mit hohem Risiko. Die unkontrollierte Einnahme von Zink als Ergänzungsprodukt kann zu chronisch überhöhten Zinkspiegeln mit Vergiftungs-Erscheinungen führen. Die massive Erhöhung kommt durch die Blockade und den dadurch bedingten Mangel an anderen Mineralstoffen, vor allem KupferEisen und Kalzium, zustande.

Einkaufstipps

Der Zinkgehalt in Nahrungsergänzungs-Mitteln sollte maximal 2,25 Milligramm pro Tagesdosis betragen. Mit Zink angereicherte Lebensmittel sollten Sie auf keinen Fall mit zinkhaltigen Nahrungsergänzungs-Mitteln kombinieren.

Volker Clausen und Angela Clausen