70. Eurovision Song Contest
Welche schrägen Acts sind dabei?

Akylas tritt für Griechenland an.
Akylas tritt für Griechenland an.
© Imago images/ANP / Paul Bergen

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Zum 70. Eurovision Song Contest werden wieder schrille Looks erwartet. Welche schrägen Acts sorgen diesmal für Aufsehen?

Der Eurovision Song Contest feiert 2026 in Wien sein 70. Jubiläum. Neben den großen Gewinnern lebt der Wettbewerb seit jeher von jenen Acts, die mit schrägen Kostümen, wilden Ideen und maximaler Eigenwilligkeit Musikgeschichte schreiben. Welche Acts könnten dieses Mal für Aufsehen sorgen?

Cosmó für Österreich

Aufgewachsen im burgenländischen Grenzland zwischen Ungarn und Österreich, lebt Cosmó (19) laut "Eurovision.com" heute in Wien - und will beim 70. Eurovision Song Contest die Bühne seiner Heimat zum Brodeln bringen. Der Künstlername ist dabei Programm: Er steht für Weltoffenheit und die Faszination des Sängers fürs Universum. Einem breiteren Publikum bekannt wurde Cosmó bereits 2022, als er das Finale von "The Voice Kids" erreichte. Beim ESC verfolgt er ein klares Ziel: das Publikum zum Tanzen bringen.

Neben einem blauen Stern auf dem rechten Auge als Markenzeichen zeigte sich der Sänger bereits beim Vorentscheid mit Glitzertop und legte eine Tanz-Performance zu seinem Song "Tanzschein" hin, die jeder ESC-Fan zum Finale parat haben sollte.

Akylas für Griechenland

Akylas tritt für Griechenland im ersten Halbfinale am 12. Mai an. Bekannt wurde er 2024 mit seiner Single "Atelié", nachdem seine Coverversionen auf TikTok viral gegangen waren und sowohl das Publikum als auch die Musikbranche auf ihn aufmerksam gemacht hatten. Am Musikgymnasium in Serres lernte er Musiktheorie, Gesang und Komposition, in Thessaloniki verfeinerte er seine Bühnenpräsenz durch Theaterworkshops. Er steht für einen multikulturellen, zeitgemäßen Sound mit griechischem Charakter. Beim ESC will er diesen Spagat auch international unter Beweis stellen.

Sein Auftritt beim griechischen Vorentscheid mit seinem Beitrag "Ferto" verspricht in jedem Fall ein optischer Hingucker zu werden: Akylas zeigte sich mit Mütze und kuscheligen Fell-Stiefeln.

Lavina für Serbien

Harte Gitarren beim ESC? Lavina machen es möglich. Die sechsköpfige Metal-Band aus Niš in Serbien, die im ersten Halbfinale mit "Kraj Mene" antritt, wurde Mitte 2020 gegründet und legte bereits 2022 mit dem Debütalbum Odyssey los. Seitdem tourte die Gruppe ausgiebig durch Europa und spielte unter anderem beim Sziget Festival und beim Eurosonic.

Ihr Sound wurzelt laut "Eurovision.com" in einem breiten Spektrum von Metal- und Rockeinflüssen, geprägt von einer dramatischen, poetischen Ausdrucksweise, die ihre Musik ebenso wie ihre Bühnenauftritte durchzieht. Ob das ESC-Publikum bereit ist für diesen Auftritt, wird sich zeigen. Es wird wohl vor allem düster, wie ihr Vorab-Auftritt mit schwarzen Outfits und Schwert-Mikrofon zeigt.

Lion Ceccah für Litauen

Wer Lion Ceccah, einer der Acts im ersten Halbfinale, einmal auf der Bühne gesehen hat, vergisst ihn so schnell nicht. Dafür wird wohl auch seine Performance beim ESC sorgen. Der aus Vilnius stammende Bühnen- und Performancekünstler ist Komponist, Songwriter, Verfechter der Drag-Kultur und Experte für Musiktheater. Den ersten größeren Durchbruch erzielte er 2017 bei "X Factor", wo sein Auftritt für erhebliches öffentliches Aufsehen sorgte.

Bei der nationalen litauischen Vorauswahl für den ESC 2025 belegte er mit dem Song "Drobė" den zweiten Platz. Ein Jahr später trat er erneut an - diesmal mit dem Sieg. Zu "Sólo Quiero Más" zeigte er sich auf der Bühne im schwarzen Anzug und im Silber funkelnden Ganzkörper-Look.

Alexandra Căpitănescu für Rumänien

Ein provokanter Auftritt steht für Alexandra Căpitănescu an. 2023 gewann sie "The Voice of Romania" und wurde über Nacht landesweit bekannt. Mit dem ESC-Song "Choke Me" wird sie in Wien zunächst im zweiten Halbfinale am 14. Mai an den Start gehen. Dass der Songtitel "Würg mich", der mehrmals im Lied wiederholt wird, die Verharmlosung von sexueller Strangulation fördert, wies die Sängerin von sich. Es gehe vielmehr um emotionalen Druck, Zweifel und innere Konflikte von jungen Künstlern.

Auf der Bühne kombiniert sie nach Einschätzung von Fans und Kritikern künstlerische Präzision mit roher Emotion - eine Mischung, die sie auch bei Auftritten auf Großfestivals wie dem Electric Castle unter Beweis gestellt hat. Beim ESC soll die nächste elektrisierende Show im dunklen Leder-Look folgen.

Look Mum No Computer für Großbritannien

Schräg wird es auch bei Look Mum No Computer. Der britische Elektro-Künstler, experimentelle Songwriter und Erfinder eigenwilliger Musikmaschinen trat erstmals 2014 als Frontmann der Indie-Rock-Band Zibra in Erscheinung - inklusive Auftritt beim Glastonbury Festival 2015. Seitdem verfolgt er seine Solokarriere mit seiner Leidenschaft für elektronische Klänge und Synthesizer.

Auf YouTube und in den sozialen Medien hat er eine treue Fangemeinde aufgebaut. Bekannt wurde er nicht zuletzt durch seine bizarren Kreationen: eine Orgel aus Furby-Spielzeugen, ein Droiden-Orchester im Stil von "Star Wars" und ein selbst gebautes Synthesizer-Fahrrad. Beim ESC tritt er wohl mit seinem selbst konstruierten Synthesizer "Kosmo" auf - und dürfte damit für einen Auftritt sorgen, den so schnell niemand vergessen wird. Eine weitere Besonderheit: Im Song stehen die deutschen Wörter "Eins, Zwei, Drei" im Mittelpunkt. Damit hat der britische Beitrag mehr Deutsch zu bieten, als Sarah Engels' englisches Lied "Fire" für Deutschland.

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