Verstorbener Künstler Christo im Gespräch: „Ein Künstler kann nicht daran gehindert werden, unnütze Dinge zu tun“

Der Künstler Christo in seinem Studio
© Andre Grossmann
Am Pfingstsonntag ist Christo im Alter von 84 Jahren gestorben. Lesen Sie noch einmal das stern-Gespräch mit dem Verhüllungskünstler aus dem vergangenen Jahr. Über das Bequatschen von Bauern, den Kampf gegen Helmut Kohl – und die Vergänglichkeit.
Von Jens König

Christo, fällt es Ihnen schwer, hier mit uns zu sitzen? Sie stehen doch sonst den ganzen Tag.

Stimmt. Ich habe keine Stühle in meinem Atelier. Ich sitze nicht so gern.

Sitzen ist langweilig, haben Sie mal gesagt.

Ein Stuhl ist eine Beklemmung für mich. Ich habe sofort das Gefühl, faul zu werden. Ich laufe lieber hin und her, dabei kann ich besser denken.

Stillhalten können Sie nicht?

Ich bin immer in Bewegung. Zu meinem Atelier hinauf sind es 90 Stufen, die laufe ich 15 bis 20 Mal am Tag rauf und runter.

Christo bei der Arbeit an den „Floatin Piers”
Christo bei der Arbeit an den „Floatin Piers”

Sie sind 83 Jahre alt. Sagen Sie bloß, Sie machen auch noch Sport?

Mehr zum Thema

Newsticker