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Stiftung stern

Lesbos, Idlib, Essen: Danke! Diesen Menschen, die besonders unter der Coronakrise leiden, haben stern-Leser geholfen

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie verschärfen sich soziale und medizinische Notlagen. Spenden der stern-Leser in Höhe von mehr als ­200.000 Euro helfen dort, wo Unterstützung besonders dringend gebraucht wird.

Ein Kind aus dem Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos

Ein Kind aus dem Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos. In Europa gibt es wohl kaum einen Ort, der schlechter auf das Coronavirus vorbereitet ist.

Getty Images

Die Coronakrise belastet Menschen auf der ganzen Welt. Doch diejenigen, die ohnehin schon in Not sind oder kein soziales Netz haben, dass sie auffängt, trifft die aktuelle Situation besonders hart. Die Stiftung stern unterstützt Menschen, die durch die Pandemie in Bedrängnis geraten sind und konnte dank Ihrer Spenden bereits mehr als 200.000 Euro an Hilfsprojekte für Bedürftige ausschütten. Hier einige Beispiele.

GRIECHENLAND

Weitermachen, trotz allem

Ein Covid-19-Ausbruch im Lager Moria auf Lesbos wäre kaum zu kontrollieren. Geflüchtete und Helfer improvisieren.

Ein kleiner Junge erhält eine Schutz-Maske

Schutz-Masken für die Kleinen: Im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos teilen sich ganze ­Familien ein Campingzelt. Social Distancing ausgeschlossen.

AFP

Es ist, genau genommen, kein Lager: Die wenigsten Bewohner von Moria haben einen Platz in einem der Container gefunden, innerhalb des Zauns. Die meisten kampieren im Olivenhain außerhalb. Insgesamt zählt Moria 19.000 Bewohner, immer noch. Gedacht ist es für 2800.

Jetzt, im Zeitalter von Covid-19, gibt es wohl keinen Ort in Europa, der auf das ­Virus schlechter vorbereitet ist: Ganze ­Familien teilen sich ein Campingzelt, 170 Menschen eine Toilette. Social Distancing? Hier ausgeschlossen.

Wegen Übergriffen von Rechtsextremen und wegen wütender Anwohner verließen zuletzt viele Helfer die Insel Lesbos, auf der Moria liegt. Auch vor Corona war Gesundheit ein Problem, Viren gingen hier immer um. Käme es zu einem Covid-19-Ausbruch, wäre der kaum zu begrenzen. Und die Infizierten fänden kaum Hilfe: Lesbos verfügt nur über sechs Intensivbetten.

Der griechische Staat evakuierte nun zwar ältere Geflüchtete aufs Festland, beließ es sonst aber bei einer Maßnahme: Quarantäne. Niemand darf das Camp mehr verlassen. Helfer werfen den Menschen die Lebensmittel über den Zaun hinweg zu – aus sicherem Abstand, der drinnen unmöglich ist. Unwürdige Szenen an einem unwürdigen Ort.

Die lokale Hilfsorganisation Refugees4Refugees, von Geflüchteten selbst gegründet, baute zuletzt auf die Schnelle eine Unterkunft für 80 besonders Gefährdete. Oder, falls nötig: für Infizierte. Hier teilen sich nur vier Menschen einen Raum, in den es nicht hineinregnet. Sie haben Zugang zu Toiletten, Duschen und Strom.

Die Stiftung stern hilft dem Projekt mit 15.000 Euro. Daneben unterstützen wir die Ärzte ohne Grenzen ebenfalls mit 15.000 Euro. Ihre Arbeit auf Lesbos ist so wichtig wie nie zuvor. Die Ärzte forderten eine Komplett-Evakuierung von Moria – ohne Erfolg. So machen sie weiter. Trotz allem.

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SYRIEN

Warten auf das Virus

Infektionsvorsorge für Millionen Menschen in Idlib.

Mit Graffiti warnen Helfer in Idlib vor Corona

Mit Graffiti warnen Helfer in Idlib vor Corona

Die Not war schon vor Corona groß in Syriens Rebellenprovinz Idlib. Nun bedroht das Virus die drei Millionen Menschen dort von allen Seiten. Das Assad-Regime im Süden hat erste Corona- Fälle bestätigt. Die Kurdenregion in Nordostsyrien meldete kürzlich den ersten ­Corona-Toten, in der nahen Türkei gibt es schon über 3000 Opfer. In den Notunterkünften von Idlib wäre ein Ausbruch kaum kontrollierbar. Mit 50.000 Euro an Leserspenden unterstützt die Stiftung stern darum die Corona-Vorsorge vor Ort. Ein Teil des Geldes ging an lokale Helfer, mit denen stern-Reporter seit Längerem in Kontakt stehen. Sie verteilen Hygiene-Sets in den Flüchtlingslagern. Der andere Teil ging an Care Deutschland zur Finanzierung von Isolierzelten und Infektionsschutz für lokale Gesundheitsstationen.

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DEUTSCHLAND

Sozialer Halt

Die Arche Kinderstiftung kümmert sich um Familien, die besonders unter den Corona-Regeln leiden.

Arche-Gründer Bernd Siggelkow bringt Kindern Essen und Spielzeug

Arche-Gründer Bernd Siggelkow bringt Essen und Spielzeug

Das Wichtigste würde nichts kosten, aber genau das ist gerade verboten: die Umarmung, mit der Arche-Gründer Bernd Siggelkow seit 25 Jahren seine Schützlinge begrüßt. Die Kinder, die normalerweise in die bundesweit mehr als 25 Einrichtungen der Stiftung kommen, um zu essen, zu lernen und zu spielen, die hier oftmals ihre einzigen Vertrauten und verlässliche Bezugspersonen finden, sitzen zu Hause fest. Und niemand weiß genau, wie es ihnen geht.

Um den Kontakt zu den häufig in prekären sozialen und finanziellen Verhältnissen lebenden Kindern nicht zu ­verlieren, besuchen Siggelkow und seine Mitarbeiter seit den Corona-Verord­nungen die Familien nun und schauen, woran es fehlt. Die Stiftung stern unterstützt die wertvolle Arbeit der Arche bereits seit 15 Jahren.

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DEUTSCHLAND

Kunstprojekt

Ein Kulturnetzwerk sammelt per Crowdfunding Soforthilfe für in Not geratene Künstler – unbürokratisch und schnell.

Allerlei Malutensilien

Auch die Malerei ist gerade kein Geschäft

Auch die Malerei ist gerade kein Geschäft. Schon Friedrich Schiller seufzte: "Schwer ist die Kunst, vergänglich ist ihr Preis." Ganz neu ist das Problem also nicht, aber wann war es je so akut? Mit Künsten jeglicher Art ist derzeit fast nichts mehr zu verdienen: Ausstellungsräume und Abspielflächen sind ­geschlossen, Film-, Tanz- und Theaterproduktionen wurden auf lange Sicht verschoben, Konzerte und ganze Tourneen abgesagt. DJs, Dirigenten und Dramaturgen drehen Däumchen oder streamen ihre ­Projekte kostenlos, um ihrem Publikum in schweren Zeiten beizustehen und nicht in Vergessenheit zu geraten. Oder weil es schlicht das ist, was sie am besten können.

Am Rande des Existenzminimums zu ­leben, ist vielen Künstlerinnen und Künstlern vertraut. Nun fallen jedoch auch die klassischen Nebeneinkünfte weg: Ausstellungen aufbauen, Plakate und Veranstaltungswebsites gestalten, Bar-, Catering- und Eventjobs. Nichts geht mehr.

Unbürokratische Hilfe ist gefragt

Der Bund schüttet Finanzhilfen aus, die Kommunen setzen Förderprogramme auf, doch manchmal ist schnelle und unbürokratische Hilfe gefragt. Deshalb hat der Mitgründer der sozialen Finanzierungsplattform "Elinor", Lukas Kunert, gemeinsam mit Kulturschaffenden die Crowdfunding-Aktion #KunstNothilfe gestartet. Mehr als 100.000 Euro konnten sie bereits einsammeln, die Stiftung stern gibt 20.000 dazu. Mit Kunstauktionen wollen die Betreiber weitere Mittel auftreiben, um freischaffenden Künstlern bis zu 1000 Euro als steuerfreie Soforthilfe auszuzahlen. Ein ehrenamtliches Kuratorium entscheidet über die Anträge, durch die schlanke und webbasierte Struktur der Plattform gehen 100 Prozent der Einnahmen an die Empfänger.

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Bitte helfen Sie Menschen, die durch die Pandemie in Not geraten sind. Wir leiten Ihre Spende weiter. IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01, BIC DEUTDEHH, Stichwort: Corona-Krise. Mehr Informationen zu den Hilfsprojekten unter: www.stiftungstern.de

Erschienen in stern 20/2020