Eva Herman Gericht zweifelt NS-Verherrlichung an


Die Chancen der früheren "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman sind gestiegen, erfolgreich gegen ihre Kündigung durch den NDR vorzugehen. Das Landgericht Hamburg attestierte ihr, die Nationalsozialisten nicht verherrlicht zu haben. Der wichtigste Kündigungsgrund wäre damit hinfällig.

Im Rechtsstreit um die Kündigung der ehemaligen "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman hat das Landesarbeitsgericht Hamburg die Position der Klägerin gestärkt. Im Berufungsverfahren der früheren TV-Moderatorin gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) sagte der Vorsitzende Richter am Mittwoch, er habe sich intensiv mit den umstrittenen Äußerungen von Eva Herman beschäftigt: "Eine Verherrlichung des Nationalsozialismus kann man daraus nicht entnehmen."

Der Richter machte deutlich, dass ein Verfahren langwierig und kompliziert sei, Herman aber durchaus Aussicht auf Erfolg habe. Zum einen könne die Kammer anders als die erste Instanz durchaus zu der Entscheidung kommen, dass ein Arbeitnehmerverhältnis zwischen Herman und dem NDR bestanden habe. Zum anderen könnte sich bei einer Abwägung mit dem Grundrecht der Meinungsfreiheit herausstellen, dass die Aussagen Hermans für den NDR als Arbeitgeber zumutbar gewesen seien. In der Folge verständigten sich Herman, die persönlich anwesend war, und der NDR auf weitere außergerichtliche Gespräche. Das Gericht setzte den nächsten Termin für Ende November an. Sollten sich die beiden Parteien nicht einigen können, soll in die Beweisaufnahme gegangen werden.

Herman wollte sich nicht zu dem Verfahren und ihren Plänen äußern. Ihr Anwalt erklärte, die Klage ziele durchaus darauf ab, wieder als "Tagesschau"-Sprecherin tätig zu werden. Im vergangenen Jahr war Herman wegen umstrittener Äußerungen bei der Vorstellung ihres Buches in die Schlagzeilen geraten. Der NDR, für den sie zuvor 20 Jahre lang gearbeitet und neben der "Tagesschau" auch die Talk-Sendung "Herman und Tietjen" moderiert hatte, kündigte ihr im September 2007. Die von Herman eingereichte Klage hatte das Hamburger Arbeitsgericht im April mit der Begründung abgelehnt, es habe kein Arbeitsverhältnis gegeben, Herman sei lediglich freie Mitarbeiterin gewesen. Daraufhin legte sie Berufung ein. (Az.3 Sa 58/08)

AP AP

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