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Organisierte Kriminalität Großrazzia in drei Bundesländern: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Geldwäschenetzwerk

Organisierte Kriminalität: Großrazzia in drei Bundesländern: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Geldwäschenetzwerk
Sehen Sie im Video: Großrazzia der Polizei gegen Geldwäsche in NRW.




Bei einer Großrazzia gegen Geldwäsche und gegen die organisierte Kriminalität waren am Mittwochmorgen laut Medienberichten mehr als Eintausend Beamte im Einsatz. Wie hier in der nordrhein-westfälischen Hauptstadt Düsseldorf wurden auch in Niedersachsen und Bremen Wohnungen sowie Büros durchsucht. Zehn Haftbefehle sollen vollstreckt worden sein. Es soll sich vor allem um den Verdacht der persönlichen Bereicherung gehandelt haben und es bestünde auch der Verdacht von Terrorfinanzierung, hieß es. Weitere Einzelheiten wurden noch nicht bekannt.
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Im Fall eines großen Geldwäschenetzwerks laufen in Deutschland Ermittlungen gegen 67 Verdächtige. Sie sollen Millionen zur Finanzierung von Terrorattacken im Nahen Osten aus dem Land geschleust haben. Elf Verdächtige wurden bei der Razzia festgenommen.

Bei einer Razzia gegen Mitglieder eines international agierenden Geldwäschenetzwerks in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sind elf Beschuldigte festgenommen worden. Seit dem frühen Mittwochmorgen durchsuchten mehr als Tausend Beamte insgesamt über 80 Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäftsobjekte in 25 Städten, wie die Polizei in Düsseldorf mitteilte. Neben Spezialeinheiten waren auch mehrere Einsatzhundertschaften sowie Drogen- und Geldspürhunde beteiligt.

Demnach wurden umfangreiche Beweismittel und Vermögenswerte im Gesamtwert von über zwei Millionen Euro beschlagnahmt, darunter Luxusautos, hochwertige Uhren, Gold und Schmuck. In einigen Städten dauerten die Maßnahmen noch an.

Der Großeinsatz richtete sich den Angaben zufolge gegen 67 mutmaßliche Mitglieder eines seit 2016 international agierenden Netzwerks. Im Rahmen eines weit verzweigten Geflechts von Waren- und Geldflüssen sollen sie unerlaubte Zahlungsdienste erbracht und Gelder aus Straftaten gewaschen haben. Nach vorläufiger Schätzung beträgt das Transaktionsvolumen im Ermittlungszeitraum rund 140 Millionen Euro.

100 Millionen Euro zur Terrorfinanzierung

Eine Zentralstelle für die Verfolgung organisierter Kriminalität bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf führt laut Mitteilung die Ermittlungen, die sich gegen Mitglieder eines sogenannten Hawala-Netzwerkes richten. Beim Hawala-Banking können Kunden gegen eine Provision große Summen ins Ausland überweisen. Solche Finanztransfers sind in Deutschland nur mit Zustimmung der Bankenaufsicht erlaubt.

Nach dpa-Informationen sollen die mutmaßlichen Geldschleuser mehr als 100 Millionen Euro aus illegalen Geschäften in die Türkei und nach Syrien transferiert haben. Das Geld soll aus dem Drogenhandel stammen und wenigstens teilweise in Syrien zur Terrorfinanzierung benutzt worden sein. Der WDR und die "Bild"-Zeitung hatten zuvor darüber berichtet.

Den Beschuldigten wird auch vorgeworfen, zu Unrecht Sozialleistungen zu beziehen, sozialversicherungsrechtlichen und steuerlichen Pflichten nicht nachzukommen und sich bei der Verschleierung dessen gegenseitig zu helfen. Die Tatvorwürfe erstrecken sich darüber hinaus auch auf Gewalttaten wie bewaffneten Raub und Geiselnahme, die zur Eintreibung von bestehenden und vermeintlichen Forderungen begangen würden.

Gegen einen der Beschuldigten, ein in Nordrhein-Westfalen wohnender 39-jähriger syrischer Staatsangehöriger, wurde nach Polizeiangaben zudem ein Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vollstreckt. Der Mann sei verdächtig, sich 2013 in Syrien der Gruppierung Dschabhat al-Nusra angeschlossen und einen Kampfverband angeführt zu haben.

Größtes Verfahren seit Jahren

Ausgangspunkt der Hausdurchscuhungen war laut Sicherheitskreisen ein Zufallsfund der Polizei. Beamte hatten bei einer Kontrolle auf der A61 300.000 Euro Bargeld versteckt in einem Turnbeutel gefunden. Nach dpa-Informationen handelt es sich um eines der größten Verfahren der vergangenen Jahre. In NRW waren bei den Durchsuchungen mit Schwerpunkt in Düsseldorf und Wuppertal auch SEK-Einheiten aus anderen Bundesländern beteiligt.

cl DPA

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