HOME

Schwerpunkt Bayern: Deutschlandweite Razzia gegen Salafisten

Sieben Salafisten aus Deutschland sollen Autos nach Syrien geliefert haben. Mit Schwerpunkt Nürnberg wurden Wohnungen in ganz Deutschland und ein Treffpunkt der Verdächtigen durchsucht.

Der bayerische Justizminister Winfried Bausback informiert auf einer Pressekonferenz über die Hausdurchsuchungen von Salafisten

Der bayerische Justizminister Winfried Bausback informiert auf einer Pressekonferenz über die Hausdurchsuchungen von Salafisten

Sieben Salafisten aus Deutschland sollen islamistische Terroristen in Syrien mit Autos beliefert haben. Fahnder aus drei Bundesländern durchsuchten am Dienstag die Wohnungen und einen Treffpunkt der sieben Verdächtigen. Schwerpunkt der Aktion war der Raum Nürnberg, wo fünf der Verdächtigen leben.

Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen die Männer im Alter zwischen 23 und 36 Jahren im August 2013 auf Wohltätigkeitsveranstaltungen Geld für einen Krankenwagen gesammelt haben, der anschließend nach Syrien geliefert wurde. Das berichtete Innenminister Joachim Herrmann am Rande der CSU-Klausur in Kloster Banz.

In Syrien wurde das Auto nach Informationen der Sicherheitsbehörden aber nicht für humanitäre Zwecke eingesetzt, sondern zu einer Art Mannschaftswagen mit montierter halbautomatischer Waffe umgebaut. Im November soll die Gruppe dann für die Terrormiliz Islamischer Staat Geländewagen nach Syrien gefahren haben. Bei einem der sieben Männer handelt es sich um einen deutschen Islam-Konvertiten, die anderen stammen aus Einwandererfamilien.

Beweismittel sichergestellt

"Bei den Durchsuchungsmaßnahmen haben 50 Ermittler zahlreiche Beweismittel wie Computer, Festplatten, CDs und USB-Sticks sichergestellt, die nun sorgfältig ausgewertet werden", sagte Herrmann. "Wir gehen konsequent gegen jede Art von islamistischem Terrorismus vor."

Fünf der acht durchsuchten Objekte befinden sich den Angaben zufolge in Mittelfranken, drei in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Nach Herrmanns Angaben sind den Sicherheitsbehörden derzeit 10 bis 12 Islamisten aus Bayern bekannt, die sich in Syrien am Bürgerkrieg beteiligt haben und inzwischen wieder zurückgekehrt sind. Bei den Kämpfen seien bereits mindestens 40 Islamisten aus Deutschland ums Leben gekommen, darunter drei aus Bayern.

yps/DPA / DPA