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Russland unter Verdacht: Ex-Spion in England vergiftet: Die unheimlichen Parallelen zum Giftmord an Alexander Litwinenko

Elfeinhalb Jahre nach dem Giftmord an Alexander Litwinenko kämpft in England wieder ein ehemaliger russischer Doppelagent um sein Leben. Warum sollten Sergej Skripal und seine Tochter sterben?

Eines der letzten Fotos von Sergej Skripal: Er kauft Lebensmittel in einem kleinen Shop in Salisbury

Eines der letzten Fotos von Sergej Skripal: Er kauft Lebensmittel in einem kleinen Shop in Salisbury

Für Marina Litwinenko ist alles wie damals, vor elfeinhalb Jahren. "In Russland gibt es noch immer dieses altmodische KGB-System. Das ist noch immer dasselbe", sagt sie britischen Medien. "Wenn es einen Befehl gibt, jemanden umzubringen, dann wird es geschehen." 2006 verlor Marina Litwinenko ihren Mann. In den ersten Novembertagen klagte Alexander Litwinenko über Übelkeit, Erbrechen und Atemnot, drei Wochen später lag er tot in einem Bett der Universitätsklinik London. Zerstörtes Knochenmark und Organe, vergiftet durch radioaktives Polonium 210. Das war der Kreml, sagte Alexander Litwinenko, wenige Stunden bevor er starb. Seine Frau Marina sagt es noch heute.

Alexander Litwinenko kurz vor seinem Tod: Der Russe wurde mit Plutonium vergiftet

Alexander Litwinenko kurz vor seinem Tod: Der Russe wurde mit Plutonium vergiftet

Sie sagt es besonders heute. Am Wochenende sind im englischen Salisbury ein etwas älterer Mann und ein jüngere Frau aufgefunden worden. Sie saßen auf einer Parkbank vor einem Einkaufszentrum. Er habe wie "angefroren" gewirkt, und sie sei leicht nach vorn und zurück gewippt, erzählt später eine Frau, die sie dort sitzen sah. Als die beiden später ins Krankenhaus von Salisbury eingeliefert wurden, hatten sie das Bewusstsein bereits verloren. Beide wiesen Vergiftungserscheinungen auf. Der Mann heißt Sergej Skripal und die junge Frau ist seine Tochter Yulia. Früher war Skripal russisch-britischer Doppelagent. Jetzt könnte er sterben.

Sergej Skripal: Giftanschlag auf früheren Agenten

Sergej Skripal ist 66 Jahre alt, als irgendjemand irgendwo auf der Welt offenbar den Entschluss fasst, dass sein Leben nun zu Ende sein sollte. Die Polizei geht davon aus, dass der ehemalige Agent und seine Tochter gezielt mit Nevengift angegriffen wurden, ein sehr seltenes Nervengift, sagt die britische Innenministerin am Mittwoch. Nervengifte greifen das Nervensystem an und legen die Funktion lebenswichtiger Organe lahm. Skripal und seine Tochter werden seit Sonntag auf der Intensivstation des Krankenhauses von Salisbury behandelt und kämpfen um ihr Leben. Ihr Zustand gilt als "sehr ernst", so die Innenministerin am Donnerstag, ob sie überleben werden, weiß man nicht. Die Antiterroreinheit der Polizei ermittelt derweil wegen versuchten Mordes.

Wer könnte Sergej Skripal umbringen wollen? Marina Litwinenko muss man diese Frage nicht stellen, um ihre Antwort zu kennen.

Marina Litwinenko verlor vor elfeinhalb Jahren ihren Mann Alexander.

Marina Litwinenko verlor vor elfeinhalb Jahren ihren Mann Alexander. Nach dem Anschlag auf Sergej Skripal sagt sie: "Offenbar kann die britische Regierung Personen, die politisches Asyl erhalten haben, nicht schützen."

Die Parallelen zum Fall Litwinenko sind evident

Sergej Skripal ist Russe und war einst Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU. Dann geriet er in Verdacht, die Fronten gewechselt zu haben, nun für Großbritannien zu arbeiten und gegen Geld die Identitäten von mehreren russischen Agenten in Europa dem britischen Geheimdienst MI6 verraten zu haben. Skripal wurde wegen Landesverrats zu 13 Jahren Haft verurteilt, das war im August 2006. Vier jahre später gelangte er über einen Agentenaustausch nach Großbritannien. Nach Informationen des britischen "Guardian" lebte Skripal seitdem unter seinem Klarnamen in Salisbury. 

Parkbank im britischen Salisbury: Hier wurden der ehemaligen Doppelagent Skripal und seine Tochter gefunden.

Parkbank im britischen Salisbury: Hier wurden der ehemaligen Doppelagent Skripal und seine Tochter gefunden. Sie wurden vergiftet.

Als britische Medien am Wochenende über Salisbury, die Parkbank und das - damals noch mutmaßlich - vergiftete Agentenpaar darauf berichten, gibt es in den Artikeln immer einen Absatz zu: Alexander Litwinenko. Zu augenscheinlich sind die Parallelen: Auch Litwinenko war russischer Agent, zuerst für den sowjetischen Geheimdienst KGB, dann für dessen Nachfolgeorganisation FSB. Als er angebliche Korruption und Mafia-Verbindungen im FSB anprangerte, zog er sich den Zorn Putins zu, er wurde festgenommen und ein Jahr in Haft gesteckt. Nachdem er angebliche Pläne zur Ermordung des Unternehmers und Putin-Kritikers Boris Beresowski aufgedeckt hatte, floh Litwinenko mit seiner Familie nach London. Ab 2003 arbeitete er für den britischen MI6. In Russland galt er als Überläufer und Verräter. Drei Wochen nach einem Treffen mit zwei Russen in einer Londoner Hotelbar starb Litwinenko 2006. Plutonium soll in seinen Tee gemischt worden sein. 

Alle Wege führen nach Moskau

Das war Russland, hieß es nach dem Mord an Alexander Litwinenko. Das war doch Russland, heißt es heute, während Sergej Skripal und seine Tochter weiter ums Leben kämpfen. Aus der Tatsache, dass Skripal und seine Tochter mit einem seltenen Nervengift angegriffen worden waren, folgerten britische Medien in dieser Woche, das erhöhe die Wahrscheinlichkeit, das Attentat sei von Moskau in Auftrag gegeben worden. Immerhin sei für die Herstellung komplexer Giftstoffe ein hohes Maß an Mitteln und Kenntnissen erforderlich, Privatpersonen würden dies nur schwer aufbringen können. Die "Financial Times" berichtet am Freitag, Sergej Skripal könnte auch nach seiner Ankunft in Großbritannien 2010 Informationen an westliche Geheimdienste weitergegeben haben. Und die "Washington Post" kommentiert: "Fairerweise muss man sagen: Es wird schwierig werden, dem Kreml diese Episode am Ende nachzuweisen. Trotzdem ist es schwer, sich ein anderes Szenario vorzustellen."

Fehlen auch die Beweise, sind doch die Indizien erdrückend. Die Spekulationen, bei dem Anschlag auf Skripal handle es sich um eine von Moskau motivierte Tat wollen und wollen nicht abreißen, das russische Außenministerium spricht bereits von einer russlandfeindlichen Kampagne. Die britische Regierung ringt indessen um eine angemessene Reaktion, der innenpolitische Druck ist enorm. Ein Sprecher von Premierministerin Teresa May nannte den Anschlag am Donnerstag "ein widerwärtiges und skrupelloses Verbrechen". Gleichzeitig mahnte er, es sei wichtig, Spekulationen zu vermeiden, bis die Ermittler harte Fakten auf den Tisch legen könnten. Bislang fehlen Großbritannien die Beweise, um Täter zu überführen. 

Auf dem Totenbett unterschrieb Alexander Litwinenko einen Abschiedsbrief. "Sie werden es vielleicht schaffen, einen Mann zum Schweigen zu bringen. Aber der Protest aus aller Welt, Herr Putin, wird für den Rest des Lebens in Ihren Ohren nachhallen." Seine Frau Marina strengte in den Jahren danach eine öffentliche Untersuchung des Falls an. Zehn Jahre später lautete das Ergebnis: Der russische Präsident Wladimir Putin habe die Ermordung "wahrscheinlich gebilligt". "Immer, wenn man mich fragte, warum ich das mache, habe ich geantwortet: 'Ich möchte einfach nicht, dass so etwas irgendwann wieder auf britischem Boden passiert'", erinnert sich Marina Litwinenko im Gespräch mit CNN. Doch sieht sie nun die Bilder aus Salisbury, das Polizeiaufgebot und die in grellgelbe Plastikschutzanzüge eingepackten Menschen, spricht sie von einem Déjà-Vue. Alles schon da gewesen, vor elfeinhalb Jahren.  

pg
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(