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Unicef fordert rasche Hilfe "Dies ist eine Hungersnot der Kinder"


2,3 Millionen Kinder mangelernährt, mehr als 500.000 kurz vor dem Hungertod. Angesichts solcher Horrorzahlen hat Unicef-Direktor Anthony Lake zu einer massiven und raschen Hilfe für die dürregeplagten Regionen in Ostafrika aufgerufen.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat am Montag zu massiver und rascher Hilfe für die Kinder in Ostafrika aufgerufen. "Dies ist eine Hungersnot der Kinder", erklärte Unicef-Direktor Anthony Lake in Köln kurz vor Beginn der Beratungen der Vereinten Nationen (UN) in Rom über die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika. In Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti sind Unicef zufolge bereits mehr als 2,3 Millionen Kinder akut mangelernährt. Mehr als 500.000 Mädchen und Jungen seien so ausgezehrt, dass nur sofortige Behandlung ihr Leben retten könne.

Die Bundesregierung kündigte an, ihre Hilfe für die Dürreopfer am Horn von Afrika auf mehr als 30 Millionen Euro zu verdoppeln. "Wir versuchen derzeit, alle Kräfte zu mobilisieren, die zügig und effizient helfen können", erklärte Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP). Zugleich mahnte er, neben den kurzfristigen Maßnahmen zur Linderung der Not nicht die Unterstützung der Landwirtschaft in den betroffenen Ländern zu vernachlässigen. "Es wäre hilfreich, wenn die heutige FAO-Konferenz dazu beitragen kann, hier weitere Geberleistungen zu mobilisieren."

Die UN-Organisation für Nahrungsmittel und Landwirtschaft (FAO) hat zu der Sondersitzung nach Rom eingeladen. An dem Treffen sollten Vertreter von 190 Staaten, Hilfsorganisationen und regionalen Entwicklungsbanken teilnehmen. Die Krisensitzung wurde von der französischen Regierung beantragt, die derzeit den Vorsitz der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) innehat.

Wegen der katastrophalen Dürre und massiven Ernteausfällen am Horn von Afrika haben die UN zwei Regionen im von Anarchie und Gewalt geplagten Somalia zu Hungergebieten erklärt. Am Wochenende hatten die UN mitgeteilt, sie hätten keine Möglichkeit, mehr als zwei Millionen vom Hungertod bedrohten Somaliern zu helfen. Der Zugang zu den Menschen werde verwehrt.

Mindestens elf Millionen Menschen sind betroffen, 3,7 Millionen sind akut vom Hungertod bedroht. Tausende Somalier fliehen aus ihrer Heimat. Dort kontrollieren radikale Muslime der Al-Schabaab-Gruppe große Gebiete. Sie hatte im vergangenen Jahr Lebensmittelhilfen verboten und wirft den Hilfsorganisationen nun vor, nur aus politischen Gründen von einer Hungersnot zu sprechen.

Reuters Reuters

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