HOME

Airbus-Absturz vor den Komoren: Kind überlebt Katastrophe

Vor der Ostküste Afrikas hat sich ein schweres Flugzeugunglück ereignet. Beim Landeanflug auf die Inselgruppe der Komoren ist ein jemenitisches Flugzeug vom Typ Airbus A 310 mit rund 150 Menschen an Bord in den Indischen Ozean gestürzt. Die Leichen mehrerer Passagiere wurden bereits geborgen. Aber es gibt offenbar auch Überlebende.

Vor Afrikas Ostküste ist ein jemenitisches Verkehrsflugzeug mit 153 Menschen an Bord aus noch unbekannter Ursache abgestürzt. Ein Sprecher der Luftfahrtbehörde des Inselstaats der Komoren bestätigte am Dienstag, der zweistrahlige Airbus A 310 habe sich in schlechtem Wetter im Anflug auf den Flughafen der Stadt Moroni befunden. Die Behörden hätten Großalarm gegeben. Das Flugzeug der Yemen Airways kam aus der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

Nach Angaben des Vizepräsidenten Idi Nadhoim zufolge ereignete sich das Unglück in den frühen Morgenstunden. Das Flugzeug gehörte demnach der staatlichen Fluglinie des Jemens, Yemenia Air, die nach den Flugplänen Moroni anfliegt.

Wenige Stunden nach dem Absturz haben Rettungskräfte vor den ostafrikanischen Komoren die ersten Leichen geborgen. Rettungskräfte konnten ein 14 Jahre altes Mädchen lebend aus dem Wasser ziehen. Es ist den Angaben zufolge erschöpft, aber weitgehend unverletzt. "Das ist wirklich ein Wunder", sagte der komorische Regierungssprecher Abdourahim Said Bacar. Der Teenager, der nun in einem örtlichen Krankenhaus untersucht werde, hatte sich demnach stundenlang verzweifelt an ein Wrackstück geklammert. Nach unbestätigten Berichten soll das Mädchen zudem eine Rettungsweste getragen haben.

Unglück beim Landeanflug

Das Unglück hat sich offenbar während des Landeanflugs ereignet. "Davon gehen wir aus", sagte Ibrahim Kassim, ein Vertreter der regionalen Aufsicht Asecna am Dienstag. Die Maschine sei vermutlich fünf bis zehn Kilometer vor der Küste in der Nähe der auf der Hauptinsel gelegenen Stadt Mitsamiouli ins Meer gestürzt. Zivile und militärische Schiffe seien für eine Suche mobilisiert worden. "Das Wetter ist nicht günstig. Die See ist sehr rau."

Die Maschine habe sich bei den Fluglotsen noch zur Landung angemeldet, sagte ein UN-Mitarbeiter auf dem Airport. Danach sei der Kontakt abgebrochen.

Nach zunächst unbestätigten Informationen hatte das Flugzeug wegen schlechten Wetters vor dem Absturz ein Durchstart-Manöver eingeleitet. In dem Gebiet war es in der Nacht zum Dienstag sehr windig und regnerisch.

Eine Augenzeugin beobachtete, wie die Maschine brennend ins Meer stürzte. "Sie sah Flammen, die aus dem Flugzeug kamen", sagte der komorische Regierungssprecher Abdourahim Said Bacar.

Die Absturzstelle des Flugzeugs sei rund 20 Kilometer nördlich der Insel Grande Comore ausgemacht worden. Dort sei auch ein Ölteppich auf dem Wasser zu sehen.

66 Franzosen an Bord der Unfallmaschine

Unter den Passagieren waren Franzosen und Bürger des ostafrikanischen Inselstaates. Insgesamt seien 142 Fluggäste und eine elfköpfige Crew in der Maschine gewesen, sagte ein Vertreter der staatlichen jemenitischen Fluggesellschaft, für die die Maschine unterwegs war.

Nach Informationen der französischen Zeitschrift "Le Point" waren 66 Franzosen an Bord der abgestürzten Maschine. 40 von ihnen seien von Paris losgeflogen, 26 weitere von Marseille, berichtet das Blatt in seiner Online-Ausgabe am Dienstag. Die Passagiere stiegen erst in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa in die Unfallmaschine um. Das französische Außenministerium bestätigte diese Angaben zunächst nicht. Möglicherweise haben mehrere Passagiere zusätzlich die komorische Staatsangehörigkeit. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy zeigte sich bestürzt. Er habe die Armee gebeten, alles zu tun, um bei der Suche nach Passagieren und Bordpersonal zu helfen, teilte sein Sprecher in Paris mit.

Viele Passagiere stammten aus Pariser Vorstadt

Ein Teil der Passagiere mit komorischen Wurzeln kam aus der Pariser Vorstadt La Courneuve. Viele wollten zum Urlaub in die Heimat. In La Courneuve sollte am Abend in einer vor allem von Komorern besuchten Moschee ein muslimisches Gebet für die Angehörigen stattfinden. Zur Besatzung gehörten mehrere Jemeniten sowie Flugbegleiter von den Philippinen, aus Marokko und Indonesien.

Such-Flugzeuge hatten zuvor im Indischen Ozean Wrackteile des Airbus A310 entdeckt. Das bestätigte der Direktor des Flughafens von Moroni, Hadschi Mohammed Ali, dem französischen Sender France Info am Dienstag. "Wir setzen sämtliche vorhandenen Mittel ein, Schiffe, Schlauchboote und Fischerboote", sagte er. Auch Madagaskar beteilige sich mit Schiffen an der Suche. Frankreich schickte ein militärisches Transportflugzeug mit zwölf Tauchern, drei Ärzten und zwei Psychologen nach Moroni. Zwei französische Militärschiffe sind ebenfalls unterwegs und sollten am Mittwoch am Unfallort eintreffen. Auch Airbus sagte Unterstützung zu, ein Expertenteam sei bereits unterwegs zu den Komoren.

Angaben des Vizepräsidenten Idi Nadhoim zufolge ereignete sich das Unglück in den frühen Morgenstunden. Das Flugzeug gehörte demnach der staatlichen Fluglinie des Jemens, Yemenia Airways, die nach den Flugplänen Moroni anfliegt.

Yemenia - Yemen Airways

Zur Yemenia-Flotte der gehören unter anderem auch zwei moderne Airbus 330-200. Eine Maschine dieses Typs ist vor vier Wochen auf dem Weg von Brasilien nach Frankreich in den Atlantik abgestürzt. Keiner der 228 Menschen an Bord - darunter 28 Deutsche - überlebte. Experten vermuten, dass Mängel an den Geschwindigkeitssonden zum Absturz beigetragen haben könnten. Yemenia setzt seiner Internetseite zufolge zudem vier Airbus 310-300 und vier Boeing 737-800 ein.

Die Fluggesellschaft Yemenia wurde 1961 als Yemen Airways Company gegründet. 51 Prozent der Anteile gehören der Regierung Yemens, die restliche 49 Prozent werden von Saudi Arabien gehalten. Die vier Airbus A310, die die Fluggesellschaft geleast hat, sind zwischen den Jahren 1990 und 1997 in Dienst gestellt. Der Typ A310 wird von Airbus nicht mehr produziert.

Nach Angaben der französischen Regierung wies die jetzt abgestürzte Maschine zahlreiche Mängel auf. Sie sei 2007 von der zivilen Luftfahrtbehörde in Frankreich überprüft worden, sagte der französische Verkehr-Staatssekretär Dominique Bussereau dem Sender i-télé. Dabei seien mehrere Fehler aufgefallen. Sie habe Frankreich seitdem nicht mehr angeflogen. "Die Fluggesellschaft stand nicht auf der schwarzen Liste, aber wir haben sie im Auge gehabt. Sie sollte demnächst von einem Sicherheitskomitee der EU überprüft werden", sagte Bussereau.

Unterdessen hat die Europäische Union eine Überprüfung der Sicherheitsstandards bei Yemenia Air angekündigt. Danach solle entschieden werden, ob der Gesellschaft das Fliegen in der EU untersagt werde, erklärte Verkehrskommissar Antonio Tajani. Eine sogenannte schwarze Liste der EU führt zahlreiche Fluggesellschaften auf, die nicht in Europa starten oder landen dürfen. Yemenia Air stand bislang nicht auf dieser Liste, wie Tajani betonte.

Die Organisation "SOS Voyage au Comores", 2008 in Marseille von Bürgern der Komoren gegründet, um die "sozialen und finanziellen Bedingungen" der Reisen in ihre Heimat zu verbessern, übte unterdessen scharfe Kritik an der Fluggesellschaft Yemenia. "Es mangelt vor allem an Sicherheit und an Achtung für die Passagiere", sagte Mhoudine Jamal von der "SOS Voyage au Comores" der dpa in Paris. "Wir fordern schon lange anständige Flüge."

tib/DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.