Am Timmendorfer Strand liegt weiter ein gestrandeter Buckelwal in der Ostsee, sein Schicksal ist ungewiss. Rettungsaktionen blieben ohne Erfolg. Alle Entwicklungen im stern-Newsblog.
An der schleswig-holsteinischen Ostseeküste kämpfen Dutzende Helferinnen und Helfer um das Leben eines Buckelwals. Das Tier ist auf einer Sandbank gestrandet und kann sich aus eigener Kraft nicht befreien.
Verfolgen Sie die Rettungsaktion im stern-Newsblog:
Wichtige Updates
Eugen Epp
Buckelwal hat die Nacht überlebt
Der gestrandete Buckelwal lebt und bewegt sich, berichtet die Nachrichtenagentur DPA. Der Bereich um den Wal ist demnach weiterhin abgesperrt, das Ordnungsamt kontrolliert, dass kein Unbeteiligter sich dem Tier nähert. Dies ist wichtig, damit es nicht noch mehr gestresst wird.
Unverändert liegt der Buckelwal auch am Donnerstagmorgen noch vor der Ostseeküste. Marcus Brandt / DPA
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Eugen Epp
Die Zeit für die Rettung des Wals wird knapp, und momentan herrscht Stillstand. Ein größeres Gerät soll Abhilfe schaffen, das aber voraussichtlich erst am Donnerstag zum Einsatz kommen kann. Die Situation lasse niemanden kalt, und doch bleibe oft nur das Warten, sagt Carsten Mannheimer von der Organisation Sea Shepherd der Nachrichtenagentur DPA. „Ich würde gerne mehr machen.”
„Wir müssen zuschauen und jetzt abwarten, wie es weitergeht”, sagt Mannheimer. Ganz verhindern ließen sich solche Fälle kaum, auch wenn bessere Vorbereitung helfen könnte. „Man könnte ein bisschen aufstocken, was das Equipment angeht.” Es gäbe verschiedene technische Gerätschaften, um Wale wieder zu befreien. Die Hoffnung, dass es der Wal doch noch zurück ins tiefere Wasser schafft, gebe er aber nicht auf.
„Wir müssen zuschauen und jetzt abwarten, wie es weitergeht”, sagt Mannheimer. Ganz verhindern ließen sich solche Fälle kaum, auch wenn bessere Vorbereitung helfen könnte. „Man könnte ein bisschen aufstocken, was das Equipment angeht.” Es gäbe verschiedene technische Gerätschaften, um Wale wieder zu befreien. Die Hoffnung, dass es der Wal doch noch zurück ins tiefere Wasser schafft, gebe er aber nicht auf.
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Daniel Wüstenberg
Rettungsversuch gescheitert
Bei dem in der Ostsee vor Timmendorfer Strand gestrandeten Wal ist ein Rettungsversuch mit einem Saugbagger gescheitert. „Leider hat sich herausgestellt, dass der Sand zu fest ist“, sagt Walexpertin Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). Zuvor war am Nachmittag versucht worden, den Sand unter dem rund zehn Meter langen Tier abzusaugen, um es auf diese Weise zu befreien.
Nun sei ein anderer Bagger angefordert worden, dieser treffe aber erst im Laufe des Mittwochnachmittags ein, sagt Groß. Weitere Rettungsversuche werde es voraussichtlich erst Donnerstag geben.
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Daniel Wüstenberg
„Wir werden alles versuchen, um das Tier zu retten“Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister Timmendorfer Strand
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Daniel Wüstenberg
So soll die Rettung gelingen
Der Norddeutsche Rundfunk berichtet über weitere Details zur geplanten Rettungsaktion: Demnach soll ein Saugbagger unter dem Wal eine Schneise saugen, durch die das Tier dann in die Ostsee schwimmen könnte. Der Zeitplan sei ungewiss, heißt es weiter. Zudem sei das Wetter nicht ideal. Auch müsse der Wal erneut so gedreht werden, dass sein Kopf in Richtung des tiefen Wassers zeigt. Das war der Feuerwehr am Montag bereits einmal gelungen.
Der Saugbagger ist bereits vor Ort. Felix Koenig / Agentur 54 Grad / Imago Images
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Daniel Wüstenberg
Möglicherweise hat sich der Wal auch bewusst an die Stelle begeben, um sich auszuruhen. Es könne sein, dass das Tier dort seine letzte Ruhe finden will, weil es gemerkt habe, dass es ihm nicht gut geht, zitiert der Norddeutsche Rundfunk einen Sprecher von Sea Shepherd.
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Daniel Wüstenberg
Welche Walarten leben in der Ostsee? Warum kommen größere Walarten in die Ostsee? Wie groß und schwer werden Buckelwale? Diese und andere Fragen beantworten die Kollegen von Geo hier:
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Daniel Wüstenberg
Ein Symbol für die Vermüllung der Meere: Netze und Leinen, die von dem an der Ostsee gestrandeten Wal entfernt wurden.
Felix Koenig / Agentur 54 Grad / Imago Images
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Daniel Wüstenberg
Der in der Ostsee vor Timmendorfer Strand gestrandete Wal wird derzeit mit Hilfe einer Drohne von Forschern vermessen. Im Anschluss wollen sich die Experten dazu äußern.
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Daniel Wüstenberg
Neuer Rettungsversuch geplant
Es soll ein weiterer Versuch unternommen werden: Es werde geprüft, ob der Untergrund vertieft werden könne, damit der Wal sich freischwimmen könne, sagt die Direktorin des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW), Ursula Siebert, der Nachrichtenagentur AFP. Dafür würden die technischen Möglichkeiten geprüft.
ITAW-Direktorin Siebert schätzt die Situation verhalten positiv ein. Immerhin sei der Wal noch so agil, dass noch ein weiterer Rettungsversuch geplant werde, sagt sie. Wie die Aktion konkret aussehen solle, sei noch unklar, sagte Siebert. Denkbar sei etwa, Sand und Sedimente mit einem Baggerschiff abzutragen.
Der Wal liegt auch am Dienstagmittag noch vor dem Timmendorfer Strand. Felix Koenig / Agentur 54 Grad / Imago Images
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Daniel Wüstenberg
Tötung keine Option
Eine Tötung des in der Ostsee vor Timmendorfer Strand gestrandeten Wals, um ihn von möglichem Leiden zu erlösen, ist nach Angaben einer Expertin keine Option. Es gebe internationale Absprachen, was gemacht werden könne und wie, sagt Ursula Siebert, Leiterin des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Nachrichtenagentur DPA.
Nach Angaben von Sea Shepherd handelt es sich bei dem rund zehn Meter langen Tier um einen Buckelwal, vermutlich ein junges Männchen. „Je größer der Wal ist, desto schwieriger wird das Ganze“, erklärt Siebert. Man sei damit immer wieder konfrontiert. „Nicht so häufig in der Ostsee, Gott sei Dank.“ Aber beispielsweise bei Pottwal-Strandungen im Wattenmeer oder Strandungen anderer Walarten in der Nordsee. „Und es ist einfach sehr, sehr schwierig, unter den Begebenheiten, die wir hier haben, einen Wal zu euthanasieren.“
Ein Problem seien der Waffeneinsatz und die nötigen Kaliber mit potenzieller Gefährdung für die Umgebung. Mit Blick auf die internationalen Absprachen sehe man da wenig Möglichkeiten in Deutschland, ebenso wie in Nachbarländern. Man sorge dann lieber dafür, dass die Tiere würdig und stressfrei sterben können, sagt Siebert.
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Daniel Wüstenberg
Die Karte zeigt die ungefähre Position des gestrandeten Wals weniger Meter vom Ufer entfernt:
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Daniel Wüstenberg
Die Rettungsmaßnahmen für den in der Ostsee vor Timmendorfer Strand gestrandeten Wal sind nach Angaben des Bürgermeisters Sven Partheil-Böhnke vereinzelt behindert worden. Er fordert Schaulustige auf, die Maßnahmen rund um das gestrandete Tier nicht zu stören.
Ein gestrandeter Wal gehöre normalerweise nicht zum Kerngeschäft der Gemeinde, sagte der Bürgermeister weiter. „Wir lernen noch dazu. Aber das Tier zu retten, hat die höchste Priorität.“ An Ostern sei in der Touristenregion fast alles ausgebucht – der Abtransport eines möglichen Kadavers könnte den „Wal-Tourismus“ noch mehr befeuern und die Arbeiten behindern. „Das wollen wir vermeiden“, betont der Bürgermeister.
Ein gestrandeter Wal gehöre normalerweise nicht zum Kerngeschäft der Gemeinde, sagte der Bürgermeister weiter. „Wir lernen noch dazu. Aber das Tier zu retten, hat die höchste Priorität.“ An Ostern sei in der Touristenregion fast alles ausgebucht – der Abtransport eines möglichen Kadavers könnte den „Wal-Tourismus“ noch mehr befeuern und die Arbeiten behindern. „Das wollen wir vermeiden“, betont der Bürgermeister.
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Daniel Wüstenberg
„Der Gesundheitszustand ist (...) nicht besonders gut. Von daher ist die Frage, was noch gemacht werden kann und was noch gemacht werden sollte“Carsten Mannheimer von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd
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Daniel Wüstenberg
Die Polizei sorgt einem Sprecher zufolge in Kooperation mit der Kommune dafür, dass der Wal nicht von Schaulustigen gestört wird. Am Strand wurden dafür Bauzäune aufgestellt, auf dem Wasser patrouillieren Boote. Es sollen weitere Beratungen über Rettungsmöglichkeiten für das Tier stattfinden.
Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) macht sich vor Ort ein Bild von der Lage. Felix Koenig / Agentur 54 Grad / Imago Images
„Erst einmal ist das ein sehr berührender Moment und ein sehr ernsthafter Moment (...) Und ich wünsche mir sehr, dass die Leute, die hier Urlaub machen, das auch anerkennen und Abstand halten von diesem Tier“Scheswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne)
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DPA
wue / epp