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News des Tages: Krawalle in Chemnitz: Zwei Verletzte - Polizei räumt Fehleinschätzung der Lage ein

Rechte und Linke demonstrieren in Chemnitz +++ Prozessbeginn in Heilbronn gegen Erzieher wegen Vergewaltigung eines Jungen +++ Razzia in Berlin +++ Die Nachrichten des Tages im Ticker. 

Demonstrationen in Chemnitz am Montagabend

Nach Einschätzung der Polizei konnte eine Eskalation und ein Aufeinandertreffen der beiden Lager nur mit Mühe verhindert werden

Die wichtigsten Meldungen im Überblick:

  • Chemnitz: Sachsen Generalstaatsanwalt übernimmt Ermittlungen zu Krawallen (19.15 Uhr)
  • Chemnitz: AfD distanziert sich von "Jagdszenen" nach Messerattacke (16.57 Uhr)
  • Deutsche Touristin in Rimini mutmaßlich vergewaltigt (14.19 Uhr)
  • Tödlicher Messerangriff in Chemnitz: Haftbefehle gegen zwei Männer beantragt (14.29 Uhr)
  • Großrazzia gegen arabischen Clan in Berlin (8 Uhr)
  • Schüsse auf St. Pauli in Hamburg (4.27 Uhr)

Die Nachrichten des Tages:  

+++ 22.49 Uhr: Polizei räumt Fehler bei der Einschätzung der Lage ein +++

In Chemnitz sind am Montagabend bei Zusammenstößen rechts- und linksgerichteter Demonstranten laut Polizei zwei Menschen verletzt worden. Teilnehmer aus beiden Lagern warfen demnach mit "Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen", die Verletzten kamen zur Behandlung ins Krankenhaus. Gegen 21.30 Uhr waren beide Versammlungen beendet, wie die Polizei mitteilte.

Nachdem sich die beiden Demonstrationen am Montagabend aufgelöst hatten, räumte ein Polizeisprecher Personalmangel in den eigenen Reihen ein. Man habe mit einigen Hundert Teilnehmern gerechnet und sich entsprechend vorbereitet, aber nicht mit einer solchen Teilnehmerzahl, sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Der Einsatz verlief nicht störungsfrei." Noch am Nachmittag hatte Polizeipräsidentin Sonja Penzel versichert, ausreichend Kräfte angefordert worden. Es werde nicht zugelassen, dass Chaoten die Stadt vereinnahmen, sagte sie.

+++ 22.47 Uhr: Bis zu 5000 Demonstranten des rechten Spektrum marschierten auf +++

Nach einem Bericht des MDR nahmen an der Demonstration der rechten Bürgerbewegung Pro Chemnitz etwa 5000 Menschen teil. Auch mehrere hundert linke Gegendemonstranten zogen durch die Stadt, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Polizei machte zunächst keine Angaben zu den Teilnehmerzahlen.

Beamte rückten den Polizeiangaben zufolge mit Wasserwerfern an. Einige Rechtspopulisten sollen zudem "nach ersten Hinweisen" den Hitlergruß gezeigt haben. Sie skandierten Sätze wie "Merkel muss weg", auf Plakaten war etwa "Asylflut stoppen" zu lesen.

 +++ 20.20 Uhr: Polizei meldet mehrere Verletzte bei Kundgebungen in Chemnitz +++

Bei Zusammenstößen rechts- und linksgerichteter Demonstranten hat es am Montagabend in Chemnitz nach Polizeiangaben mehrere Verletzte gegeben. Sie hätten zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, nachdem Kundgebungsteilnehmer der beiden Versammlungslager mit "Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen" geworfen hätten, teilte die Polizei mit. Beamte rückten den Angaben zufolge mit Wasserwerfern an.

+++ 19.47 Uhr: Schweres Busunglück in Bulgarien - 17 Tote +++

Nach dem schweren Busunglück in Bulgarien vom Samstag ist die Zahl der Todesopfer auf 17 gestiegen. Wie am Montag bekannt wurde, war eine bei dem Unfall verletzte Frau in einem Krankenwagen gestorben und direkt zur Gerichtsmedizin gebracht worden. Ein Reisebus war bei heftigem Regen nahe Swoge, gut 40 Kilometer nördlich von Sofia, von der Fahrbahn abgekommen und 20 Meter in die Tiefe gestürzt. In dem Bus hatten 33 Fahrgäste gesessen. Die Überlebenden wurden teils lebensgefährlich verletzt.

+++ 19.17 Uhr: Sieben Jahre Haft für Iranerin wegen Teilnahme an Studentendemo +++

Wegen der Teilnahme an einer Studentendemonstration ist eine 21-jährige Iranerin zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die reformorientierte iranische Zeitung "Schargh" berichtet, Parisa Rafei sei schuldig gesprochen worden, weil sie nach Ansicht des Gerichts mit ihrer Teilnahme die nationale Sicherheit beeinträchtigen und "Propaganda gegen das System" betreiben wollte. Rafeis Anwalt Said Chalili kritisierte den Urteilsspruch auf Twitter als "ungerecht und überzogen". All ihre Handlungen seien durch die in der iranischen Verfassung garantierten Rechte gedeckt. Rafei, die in Teheran Kunst studierte, hatte nach Angaben ihres Anwalts Anfang Dezember an der Demonstration einer Studentengewerkschaft gegen die Öffnungszeiten eines Schlafsaals teilgenommen.

+++ 19.15 Uhr: Sachsen Generalstaatsanwalt übernimmt Ermittlungen zu Krawallen in Chemnitz +++

Sachsens Generalstaatsanwalt Hans Strobl hat die Ermittlungen zu den gewalttätigen Auseinandersetzungen am Rande des Chemnitzer Stadtfestes übernommen. Die vor zwei Jahren eingerichtete Sondereinheit Zentralstelle Extremismus Sachsen (ZESA) werde die weiteren Ermittlungen führen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. "Wir wollen die Ermittlungen konzentriert und beschleunigt führen, damit die mutmaßlichen Täter schnellstmöglich vor Gericht gestellt werden können", erklärte Strobl. "Mit der gleichen Entschlossenheit werden wir die Ermittlungen wegen der anschließenden Ausschreitungen vorantreiben", so der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow (CDU).

+++ 19.12 Uhr: Traktorfahrer und Lokführer bei Unfall leicht verletzt +++

Ein Regionalzug hat an einem unbeschrankten Bahnübergang in Niedersachsen ein Traktorgespann erfasst. Sowohl der 22 Jahre alte Traktorfahrer als auch der Lokführer wurden bei dem Zusammenstoß südlich von Nienburg leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Der Triebwagen sprang aus den Schienen. Die 22 Reisenden blieben unversehrt, allerdings erlitt eine Reisende einen Schock. Die eingleisige Bahnstrecke, die auch für den überregionalen Güterverkehr von Bedeutung ist, wurde bis auf Weiteres gesperrt.

+++ 18.41 Uhr: Polizei hält Demonstranten in Chemnitz auseinander +++

Am Tag nach den Übergriffen auf Ausländer in Chemnitz hat die Polizei versucht, ein Aufeinanderprallen von rechten und linken Gruppen zu verhindern. Kurz nach einer Kundgebung gegen rechte Gewalt im Stadtpark von Chemnitz drängten Hunderte Demonstranten in Richtung einer Kundgebung der rechten Szene auf der gegenüberliegenden Straßenseite. In Sicht- und Hörweite hatte die rechte Szene am Karl-Marx-Monument eine Kundgebung mit einem Aufzug durch die Innenstadt beantragt. Geschätzt 1000 Menschen hatten sich dort versammelt.

+++ 17.50 Uhr: Leiche der Studentin Sophia L. wird nach Deutschland gebracht +++

Der Leichnam der getöteten Studentin Sophia L. wird demnächst von Spanien nach Deutschland gebracht. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Bayreuth mit. Ein von den spanischen Behörden parallel geführtes Ermittlungsverfahren sei nun abgeschlossen. Ein spanisches Gericht habe deshalb der beantragten Freigabe zur Überführung des Leichnams zugestimmt. Dieser soll nach einer weiteren rechtsmedizinischen Untersuchung in Deutschland schnellstmöglich zur Bestattung freigegeben werden. Auch die Auslieferung des 41 Jahre alten Tatverdächtigen aus Spanien stehe unmittelbar bevor. Die in Amberg in der Oberpfalz geborene 28-Jährige wollte Mitte Juni von Leipzig in Richtung Nürnberg trampen. Dabei wurde sie den Ermittlungen zufolge von einem Lastwagenfahrer an der A9 mitgenommen und in Oberfranken umgebracht. Die Leiche Sophias wurde eine Woche später in Spanien gefunden.

+++ 17.31 Uhr: USA und Mexiko einigen sich auf neues Nafta-Abkommen +++

Die USA und Mexiko haben sich nach Angaben beider Länder auf ein neues Nafta-Abkommen geeinigt. US-Präsident Donald Trump sprach am Montag in Washington von einem "sehr guten" Abkommen mit Mexiko. Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto erklärte, die abschließenden Verhandlungen mit Kanada über das trilaterale Abkommen könnten noch "in dieser Woche" abgeschlossen werden.

+++ 16.57 Uhr: Chemnitz: AfD distanziert sich von "Jagdszenen" nach Messerangriff +++

Nach der tödlichen Messerattacke und den anschließenden Ausschreitungen in Chemnitz distanziert siche auch die AfD von der Gewalt. Sie hatte am Sonntag ebenfalls eine Demonstration in Chemnitz veranstaltet. Diese habe "nichts, aber auch gar nichts, mit den anschließend stattgefundenen Jagdszenen in der Stadt zu tun" gehabt, erklärte der sächsische Parteichef Jörg Urban.

+++ 16.54 Uhr: Bad Homburg: Jugendamt-Mitarbeiter mit Reizgas verletzt +++

Im Jugendamt von Bad Homburg sind mindestens 16 Mitarbeiter mit einem unbekannten Reizstoff leicht verletzt worden. Ein tatverdächtiger 17-Jähriger wurde vorläufig festgenommen, wie die Polizei in Wiesbaden mitteilte. Die Verletzten klagten über Atemwegsreizungen und mussten medizinisch versorgt werden. Sie wurden in Krankenhäuser gebracht, konnten aber bereits entlassen werden.

Der Stoff, bei dem es sich um ein Reizgas oder auch Pfefferspray handeln könne, sei am Montagmorgen versprüht worden, sagte ein Polizeisprecher in Bad Homburg. Am Nachmittag war noch unklar, um welchen Stoff es sich genau handelte. Nachdem die Feuerwehr das Gebäude durchgelüftet hatte, konnte das Jugendamt noch am Vormittag seinen Betrieb wieder aufnehmen.

+++ 16.53 Uhr: Meerbusch: Anakonda in Baggersee soll eingefangen werden +++

Aktion Anakonda: Nach der Sichtung einer bis zu drei Meter langen Würgeschlange in einem Baggersee rüstet sich die Stadt Meerbusch bei Düsseldorf zu einer Fang-Aktion. Derzeit suchten Mitarbeiter nach einer speziellen Reuse, um dem Tier mit Hilfe eines Köders habhaft zu werden, teilte die Stadt mit. Der betroffene Baggersee bleibe bis auf Weiteres für Passanten gesperrt.

Vorrangiges Ziel sei es, die Würgeschlange schnell und lebend aus dem See zu holen. Dies könne nach Auskunft von Experten aber dennoch ein äußerst schwieriges und möglicherweise auch langwieriges Unterfangen werden, erklärte die Stadt. Die Gelbe Anakonda gilt als sehr scheu und reagiert unmittelbar auf jede Bewegung im Wasser oder am Ufer.

+++ 16.24 Uhr: Russland: Kreml-Kritiker Nawalny muss erneut in Haft +++

Ein russisches Gericht hat den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny erneut zu 30 Tagen Haft verurteilt. Das Moskauer Gericht begründete die Strafe am Montag damit, dass Nawalny abermals zu nicht genehmigten Demonstrationen aufgerufen habe und in dieser Hinsicht ein Wiederholungstäter sei. Erst Mitte Juni war Nawalny nach einer 30-tägigen Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen worden.

16.00 Uhr: Schottland: Hund verschlingt 20 Zentimeter langen Kebab-Spieß +++

Lebensgefährliches Schlingen: Britische Tierärzte haben einem Hund einen 20 Zentimeter langen Hühnchen-Kebab-Spieß aus dem Magen operiert. Der Shar-Pei, eine Rasse aus China, hatte plötzlich ein merkwürdiges Geschwulst an der Seite. Was die Tierärzte aus Glasgow auf einer Röntgenaufnahme entdeckten, machte sie fassungslos: Nicht selten verschluckten Hunde Steine oder kleine Plüschtiere, aber so ein langer Spieß sei nun doch ungewöhnlich, berichtete Veterinär Ross Allan der Nachrichtenagentur PA. Hundebesitzer sollten bei Grillpartys sehr aufpassen. Dem sechsjährigen Tier geht es nun wieder gut. "Hoshi ist ein bisschen verrückt", sagte Besitzerin Sandra Kin, die selbst Vegetarierin ist.

+++ 15.58 Uhr: Unfall auf Mülldeponie: Zweiter Mann gestorben +++

Nach einem Gefahrstoffunfall auf einer Mülldeponie in Heßheim bei Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz ist ein zweiter Mann gestorben. Nach der Obduktion der Leiche am Montag sei die genaue Todesursache jedoch noch unklar, teilte die Polizei mit. Der 29-Jährige war nach dem Vorfall am 21. August schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden.

Durch den Unfall war bereits ein Arbeiter auf der Deponie an Vergiftung gestorben. Eine Obduktion der Leiche hatte als Todesursache inneres Ersticken ergeben. Auf dem Gelände war ein zunächst unbekannter Stoff ausgetreten, die Flüssigkeit wurde in einem Auffangbecken gesichert. Ein Schnelltest hatte ergeben, dass der Unfall wohl von Blausäure und Schwefelwasserstoff verursacht worden war.

+++ 15.42 Uhr: Türkei verbietet Demos der "Samstagsmütter" +++

Die türkische Regierung hat die wöchentlichen Demonstrationen der sogenannten "Samstagsmütter" verboten, die seit Jahrzehnten Aufklärung über ihre verschwundenen Angehörigen verlangen. Innenminister Süleyman Soylu begründete das Verbot mit angeblichen Verbindungen zu einer "Terrororganisation", wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. "Hätten wir etwa die Augen davor verschließen sollen, wenn Mutterschaft von einer Terrororganisation ausgenutzt wird?", sagte Soylu der Nachrichtenagentur.

Die Regierung wolle der "Ausbeutung und dem Betrug" ein Ende setzen, gab der Minister weiter an. Erstmals seit Jahren hatte die Polizei am Samstag wieder eine Veranstaltung der Frauen aufgelöst, die sich jede Woche in Istanbul versammeln. Istanbuler Behörden begründeten das Vorgehen mit angeblichen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Zudem sei die Kundgebung nicht angemeldet worden. Fast 50 Menschen wurden festgenommen und inzwischen wieder freigelassen.

+++ 15.35 Uhr: Ministerpräsident Kreschmer: Rechte Stimmungsmache "widerlich" +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die rechte Stimmungsmache im Fall Chemnitz als "widerlich" bezeichnet. Nötig sei ein umfassendes Bild von den Geschehnissen in Chemnitz, wo am Wochenende ein 35-Jähriger beim Stadtfest eines gewaltsamen Todes gestorben war, "und keine Mutmaßungen, Spekulationen und Gerüchte", schrieb Kretschmer im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Wir lassen nicht zu, dass das Bild unseres Landes durch Chaoten beschädigt wird", fügte er hinzu.

+++ 14.29 Uhr: Haftbefehle nach Tötungsdelikt in Chemnitz beantragt +++

Nach dem Tötungsdelikt auf dem Chemnitzer Stadtfest sind Haftbefehle gegen zwei Tatverdächtige beantragt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Chemnitz mitteilte, handelt es sich um einen 23-jährigen Syrer und einen 22-Jährigen Iraker, die am Sonntag vorläufig festgenommen worden waren. Sie seien dringend verdächtig, nach einem Streit ohne Grund mehrfach mit einem Messer auf einen 35-Jährigen Deutschen eingestochen zu haben.

+++ 14.19 Uhr: Deutsche Touristin in Italien mutmaßlich vergewaltigt +++

Eine 19 Jahre alte deutsche Touristin soll im italienischen Urlaubsort Rimini von zwei Männern vergewaltigt worden sein. Gegen zwei italienische Polizeischüler im Alter von 21 und 23 Jahren werde wegen sexueller Gewalt ermittelt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Polizeikreisen in Rimini. Die Deutsche sei mit zwei Freundinnen in der Adria-Stadt im Urlaub gewesen und mit den beiden Italienern in einem Hotelzimmer gewesen.

Während die beiden Freundinnen aus dem Hotel gegangen seien, sei die 19-Jährige, die nach dpa-Informationen aus Baden-Württemberg kommt, dort geblieben. Was sich dann genau am vergangenen Samstag zutrug, müsse noch ermittelt werden, so die Polizei. Die beiden Verdächtigen aus einer Polizeischule in Norditalien seien auf freiem Fuß, weil keine Fluchtgefahr bestehe. Sie seien vorläufig von der Ausbildung suspendiert worden. Lokale Medien berichteten, dass die Männer Sex mit der jungen Frau eingeräumt hätten - der sei aber einvernehmlich gewesen.

+++ 14.12 Uhr: Israel öffnete Personenübergang in den Gazastreifen +++

Israel hat am Montag den einzigen Personenübergang zum Gazastreifen nach einwöchiger Schließung wieder geöffnet. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte die Maßnahme am Sonntag damit begründet, dass die Lage in der zurückliegenden Woche ruhig geblieben sei. Eine Sprecherin der zuständigen Abteilung des israelischen Verteidigungsministeriums sagte, für den Übergang Erez gälten nun wieder dieselben Sicherheitsbeschränkungen wie vor der Schließung.

Bei Protesten an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel hatten israelische Soldaten am 17. August zwei Palästinenser getötet. Nach israelischen Angaben warfen Demonstranten danach Brandbomben in Richtung der Grenzanlage. Am 19. August folgte dann die Schließung des Übergangs zu dem Palästinensergebiet. Den einzigen für den Warenverkehr genutzten Grenzübergang in Kerem Schalom hatte Israel Mitte August nach fünfwöchiger Sperrung wieder geöffnet. Nach UN-Angaben sollen dort mehr als 400 Lastwagen Nahrungsmittel und andere Güter in das Palästinensergebiet zwischen Israel und Ägypten bringen.

+++ 13.48 Uhr: Bayern: Grenzpolizei erstellt bislang 1750 Anzeigen +++

Die neue bayerische Grenzpolizei hat seit ihrer Gründung Anfang Juli rund 1750 Anzeigen wegen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten erstellt. Es wurden zudem 500 Fahndungstreffer erzielt, wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann beim gemeinsamen Besuch einer Grenzkontrollstelle bei Freilassing mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mitteilte. In 220 Fällen wurden demnach unerlaubte Einreisen festgestellt.

Im Juli hatte die bayerische Grenzpolizei ihre Arbeit aufgenommen, seit dem 18. Juli ist eine Vereinbarung mit der Bundespolizei zu Grenzkontrollen in Kraft. Herrmann und Seehofer lobten bei ihrem gemeinsamen Auftritt die Zusammenarbeit. Diese sei "respektvoll und wirksam", sagte der Bundesinnenminister. Schwerpunkt der bayerischen Grenzkontrollen ist die deutsch-österreichische Grenze in den Bezirken Oberbayern, Niederbayern und Schwaben. Dort wird temporär und an wechselnden Stellen kontrolliert. Dazu kommt noch die Schleierfahndung im Grenzbereich. Die bayerische Grenzpolizei soll laut Herrmann von derzeit 500 Beamten bis 2023 auf tausend Beamte anwachsen.

+++ 13.36 Uhr: Großbrand in Recyclingfirma: Stadt Aachen warnt vor Rauchwolke +++

Nach einem Brand in einer Recyclingfirma ist eine riesige Rauchwolke über die nordrhein-westfälische Stadt Aachen gezogen. Laut Stadtverwaltung stand eine mehrere tausend Quadratmeter große Lagerhalle für Elektroschrott in Flammen. Die Behörden riefen die Bewohner mehrerer Stadtteile dazu auf, Fenster und Türen zu schließen und drinnen zu bleiben.

Den Brand selbst habe die Feuerwehr im Griff, teilte die Stadt weiter mit. Das Problem sei die Rauchentwicklung. Einige Häuser in unmittelbarer Umgebung des Feuers seien sicherheitshalber ganz geräumt worden. Über Verletzte war nichts bekannt.

+++ 13.15 Uhr: Baden-Württemberg: Massenschlägerei in Regionalzug +++

In einem Regionalzug von Freiburg nach Basel sind zahlreiche Menschen aufeinander losgegangen. An der Auseinandersetzung seien Zeugen zufolge bis zu 20 Menschen beteiligt gewesen, teilte die Bundespolizei mit. Bei der Schlägerei in der Nacht zum Sonntag wurden demnach zwei Männer leicht verletzt. Bereits kurz nach der Abfahrt des Zuges in Freiburg waren den Angaben zufolge zwei Gruppen in Streit geraten. Weitere Personen hätten dann für die eine oder andere Seite Partei ergriffen. Die anschließende Schlägerei sei über mehrere Wagen hinweg ausgetragen worden. Dabei wurden demnach auch eine Eisenstange und ein Gürtel eingesetzt.

Die anderen Passagiere versteckten sich laut Polizei aus Angst unter ihren Sitzen. Ein Reisender zog die Notbremse. Der Zug hielt im Bahnhof von Schallstadt. Noch bevor die Polizei kam, floh dort ein Verdächtiger. Worüber sich die Gruppen stritten, war zunächst unklar. Der Zug verspätete sich um 70 Minuten.

+++ 12.34 Uhr: Prozessbeginn gegen Erzieher wegen Vergewaltigung eines Jungen +++

Schwerer sexueller Missbrauch eines Schuljungen und Kinderpornografie - das sind die Vorwürfe gegen den ehemaligen Leiter eines Kindergartens vor dem Landgericht Heilbronn. Laut Anklage soll der 31-Jährige sich von 2012 bis Anfang 2018 insgesamt 19 Mal meist in seiner Wohnung an einem anfangs sechs Jahre alten Kind sexuell vergangen und die Taten gefilmt haben. Ein Teil der Taten gilt als Vergewaltigung. Der Mann sitzt seit März in Haft. Sein Verteidiger kündigte zu Prozessbeginn am Montag ein Geständnis an. 

Ins Visier der Ermittler geriet der Erzieher bereits Anfang 2016, als er beim Tauschen von Kinderpornos erwischt wurde. Die Polizei beschlagnahmte später Tausende Fotos und Videos. Dass es dem Vernehmen nach bis Sommer 2017 dauerte, bis die Evangelische Kirche als Arbeitgeber des Mannes alarmiert wurde, sorgte für besonderes Entsetzen. Warum der Mann danach noch bis Anfang 2018 für die Gemeinde arbeitete, versucht ein Krisenteam dort aufzuarbeiten.

+++ 12 Uhr: Bundesregierung verurteilt "Hetzjagden" auf Ausländer nach Vorfällen in Chemnitz +++

Die Bundesregierung hat nach den Vorfällen in Chemnitz "Hetzjagden" auf Ausländer scharf verurteilt. "Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft, oder der Versuch, Hass auf den Straßen zu verbreiten, das nehmen wir nicht hin", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Bundesregierung verurteile dies "auf das Schärfste".

+++ 11.05 Uhr: Mehr als eine Million Kinder bekommen staatliche Hilfe für Schulbedarf +++

Mehr als eine Million Kinder haben in diesem Jahr staatliche Hilfen für die Anschaffung von Schulbedarf bekommen. Im Februar hatten 1,006 Millionen Schüler Anspruch auf Geld für den Kauf etwa von Schulranzen und Schreibmaterial, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Das waren rund 5300 mehr als im Jahr zuvor und knapp 45.400 mehr als im Februar 2016.

Die meisten Leistungsempfänger gab es den Zahlen zufolge, über die zunächst die "Passauer Neue Presse" berichtet hatte, in Nordrhein-Westfalen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland erhielten rund 300.000 Schüler aus Hartz-IV-Familien staatliche Leistungen für die Anschaffung von Schulbedarf.

+++ 10.06 Uhr: Flugversuche verlassener Jungschwäne rufen Hamburger Feuerwehr auf den Plan +++

Die verzweifelten Flugversuche von vier von ihren Eltern verlassenen Jungschwänen auf einer Straßenbrücke haben in Hamburg die Feuerwehr auf den Plan gerufen. Die Vögel seien so erschöpft gewesen, dass ihr Vorhaben ständig misslang, teilte die Feuerwehr mit. Feuerwehrleute und Polizisten fingen die Schwäne ein und brachten sie in ein Hamburger Tierheim.

Der Einsatz im Stadtteil Rahlstedt am Sonntagabend dauerte demnach zweieinhalb Stunden. Ein Anrufer hatte die Feuerwehr alarmiert, die zunächst einen Gerätewagen mit Tiertransportboxen losschickte. Dieser reichte aber zum Transport des Quartetts nicht aus. Weitere Gerätewagen samt Besatzung mussten daher in Marsch gesetzt werden.

+++ 9.51 Uhr: Ermittlungen nach Aufmarsch in Chemnitz +++

Nach dem Aufmarsch Hunderter Menschen am Sonntag in Chemnitz laufen Ermittlungen. Neue Erkenntnisse gab es am Montagmorgen zunächst nicht, wie eine Polizeisprecherin sagte. In der Nacht habe es keine weiteren Vorkommnisse gegeben.

Am Sonntagnachmittag hatten sich rund 800 Menschen in der Chemnitzer Innenstadt versammelt und in Bewegung gesetzt. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, waren unter den Demonstranten gewaltbereite Rechte, die gegen Ausländerkriminalität protestierten. Videos in sozialen Medien zeigten Übergriffe auf Migranten. Dazu konnte die Polizeisprecherin am Montag jedoch zunächst nichts sagen. 

+++ 8 Uhr: Großrazzia gegen arabischen Clan in Berlin +++

In Berlin ist die Polizei erneut mit einer Großrazzia gegen organisierte Clan-Kriminalität vorgegangen. Seit 6 Uhr würden in den Bezirken Tiergarten und Kreuzberg Objekte von kriminellen Mitgliedern einer arabischen Großfamilie durchsucht, sagte eine Polizeisprecherin. 

Nach Angaben der Zeitung geht es bei dem Einsatz um den Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz im großen Stil, den Beschuldigten werde demnach der Handel mit Kokain vorgeworfen. Wie die "Welt" berichtet, ist ein Großaufgebot der Sicherheitsbehörden mit einer Vielzahl von Spezialkräften an der Aktion beteiligt. Einzelheiten wurden bislang nicht bekannt.

Erst Mitte Juli hatte die Polizei in Berlin im Zuge eines Geldwäscheverfahrens gegen eine Großfamilie 77 Immobilien im Gesamtwert von rund 9,3 Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt. Auch hier handelte es sich laut Medienberichten um Angehörige eines arabischen Clans.

+++ 6.52 Uhr: Bayerns Justiz prüft wohl Beugehaft für Politiker wegen Luftverschmutzung +++

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung will die bayerische Justiz einem Zeitungsbericht zufolge nun "Erzwingungshaft gegen Amtsträger" prüfen lassen. Es habe sich gezeigt, dass Bayern auch unter dem Druck von Zwangsgeldern zur Änderung von Luftreinhalteplänen und der Vorbereitung von Dieselfahrverboten für München nicht einlenke, berichtete die "Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf ein Schreiben des Verwaltungsgerichtshofs. 

"Allein erfolgversprechend erscheint vor diesem Hintergrund die Festsetzung von Erzwingungshaft gegen Amtsträger", heißt es demnach. Betroffen könnten dem Schreiben zufolge führende Beamte der Landesregierung sein, darunter Umweltminister Marcel Huber oder Ministerpräsident Markus Söder.

+++ 6.02 Uhr: Stromausfall legt griechische Ferieninsel Hydra lahm +++

Ein Stromausfall hat die griechische Ferieninsel Hydra lahmgelegt. Durch den Stromausfall kam es am Sonntag auch zu Engpässen bei der Wasserversorgung auf der nahe Athen gelegenen Insel. Der Ausfall hatte am Morgen begonnen und dauerte am Abend zunächst weiter an.

Der Energieversorger Dedie erklärte laut der griechischen Nachrichtenagentur ANA, das Stromnetz sowie Unterwasser-Kabel "unter schwierigen Bedingungen" zu überprüfen. Autos sind auf der Insel verboten. Ein Schiff der griechischen Marine sollte Wasser auf die Insel bringen, wie ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Hydra ist bei Wochenendurlaubern aus Athen, aber auch bei Touristen aus anderen Gebieten beliebt. Erst am Mittwoch hatte ein Stromausfall für drei Stunden Teile Athens lahmgelegt.

+++ 5.40 Uhr: John McCain wird in Phoenix und Washington öffentlich aufgebahrt +++

Der am Samstag verstorbene US-Republikaner John McCain wird sowohl im Kapitol in Washington als auch in seinem Heimatstaat Arizona öffentlich aufgebahrt werden. Als Termine nannten die Organisatoren für Phoenix in Arizona Mittwoch und für die Rotunde im Kongress-Sitz der US-Hauptstadt den Freitag. Am Mittwoch hätte McCain, der als führender innerparteilicher Kritiker von US-Präsident Donald Trump galt, seinen 82. Geburtstag gefeiert. 

+++ 4.27 Uhr: Schüsse auf St. Pauli - Mann in Klinik +++

In Hamburg-St. Pauli ist ein Mann angeschossen und schwer verletzt worden. Sanitäter versorgten den Mann und brachten ihn ins Krankenhaus. "Die Schüsse fielen am Montag um kurz nach Mitternacht auf dem Millerntorplatz", sagte ein Sprecher der Polizei am frühen Morgen. Fachleute sicherten am Tatort Spuren. "Zu den Hintergründen können wir noch nichts sagen", betonte der Sprecher.

ivi/tkr / AFP / DPA